Adobe baut KI-Agenten in Photoshop, Premiere und weitere Creative-Cloud-Apps ein
Kurz & Knapp
- Adobe integriert seinen "Creative Agent" in Creative-Cloud-Programme wie Premiere und Photoshop sowie in externe KI-Plattformen wie ChatGPT und Claude.
- Nutzer beschreiben das gewünschte Ergebnis, woraufhin die Software mehrstufige Routineaufgaben wie den Rohschnitt von Videos oder Layout-Anpassungen eigenständig ausführt.
- Zusätzlich erhält die Firefly-Plattform neue Werkzeuge für Solo-Creator. Die KI-Assistenten sind in den meisten Adobe-Anwendungen ab sofort als öffentliche Beta-Version verfügbar.
Adobe weitet seinen "Creative Agent" auf die wichtigsten Creative-Cloud-Programme und externe KI-Plattformen wie ChatGPT und Claude aus. Nutzer sollen ein Ergebnis beschreiben, die Software erledigt die mehrstufigen Arbeitsschritte.
Adobe erweitert seinen sogenannten Creative Agent über die Firefly-Plattform und die Creative Cloud hinweg. Laut Adobe orchestriert der Agent mehrstufige Arbeitsabläufe, während Nutzer lediglich das gewünschte Ergebnis beschreiben. Das System soll zur verbindenden Schicht zwischen den Phasen Ideenfindung, Erstellung und Produktion werden.
Der Agent kommt als KI-Assistent in die Programme Premiere, Photoshop, Illustrator, InDesign und Frame.io, zunächst als öffentliche Beta. In After Effects startet er in geschlossener Beta. Jeder Assistent agiert laut Adobe als Spezialist für die jeweilige Anwendung, während die Nutzer entscheiden, welche Aufgaben sie abgeben und welche sie selbst übernehmen.
Routinearbeit an die Software, Gestaltung an den Menschen
Die Funktionen zielen vor allem auf wiederkehrende Produktionsaufgaben. In Premiere soll der Assistant Material in Bins sortieren, Clips im Stapel umbenennen, Interviewfragen identifizieren, Marker setzen oder einen ersten Rohschnitt zusammenstellen. In Photoshop führt er nach einer Beschreibung Aufgaben wie Hintergrundwechsel, Größenanpassung für verschiedene Plattformen oder das Ordnen von Ebenen über die gesamte Komposition aus.
In Illustrator soll der Assistant mehrstufige Produktionsjobs übernehmen, etwa 50 versionierte Dateien aus einer Tabelle erzeugen, Ebenen umorganisieren oder vor dem Druck einen Preflight-Check auf Farbmodus-Fehler und fehlende Schriften durchführen. In InDesign aktualisiert er Layouts auf Basis einer neuen Marken-PDF inklusive Text, Stil und Druckprüfung. In Frame.io organisiert er Aufnahmematerial, bündelt Feedback über mehrere Revisionen und generiert B-Roll.
Firefly bekommt neue Skills für Solo-Creator
Parallel erweitert Adobe den AI Assistant in Firefly, der bereits in öffentlicher Beta läuft. Die neuen Funktionen richten sich laut Adobe vorrangig an Social-Creator und Solopreneure. Dazu gehört eine Brand-Kit-Erstellung, die aus einer Beschreibung von Stil, Markenname und Farbpalette Logo, Markenidentität und Farbschema generiert. Eine weitere Funktion wandelt Produktfotos in kurze Videos um, eine "Quick Cut"-Funktion montiert Clips automatisch zu einem ersten Schnitt. Außerdem lassen sich Storyboards erstellen und daraus Videos generieren.
Der Firefly-Assistant soll Assets über natürliche Sprache auffindbar machen, Workflow-Präferenzen lernen und mit der Zeit anpassbarer werden. Zur Veröffentlichung können Nutzer Mitarbeiter zur Durchsicht einladen.
Zusätzlich zeigt Adobe in geschlossener Beta eine überarbeitete Firefly-Studio-Oberfläche, die Generierung und Bearbeitung zusammenführt. Die Funktion "Elements" speichert Charaktere, Orte und Objekte zur Wiederverwendung, um Konsistenz über mehrere Generierungen zu halten. "Projects" bündelt Assets, Generierungen und Kontext über Firefly und Creative Cloud. Der Zugang läuft über eine Warteliste.
Adobe-Werkzeuge wandern zu ChatGPT, Claude und Copilot
Strategisch interessanter als die Einzelfunktionen ist Adobes Versuch, seine Werkzeuge auf fremde Plattformen zu bringen. Adobes Tools sind laut Unternehmen bereits in OpenAIs ChatGPT, Anthropics Claude und Microsoft 365 Copilot verfügbar. Anbindungen an Google Gemini und Slack sind angekündigt. Damit will Adobe nach eigenen Angaben "hunderte Millionen Menschen" dort erreichen, wo sie ohnehin arbeiten.
Forest Key, bei Adobe für agentische KI und Firefly zuständig, begründet den Schritt damit, dass kreative Ideen selten an einem Ort entstehen, sondern in Gesprächen mit Team, Kunden oder Mitarbeitern. Nutzer sollten den Kontext nicht wechseln müssen, um eine Idee umzusetzen. Key räumt zugleich ein, dass der Agent nicht jedem Creator denselben Nutzen bringe: Ein Solopreneur ziehe anderes daraus als ein Cutter in Premiere, der nur die Einrichtungsarbeit loswerden wolle.
Die neuen Firefly-Funktionen sind laut Adobe ab sofort in der Web-App verfügbar, die überarbeitete Studio-Oberfläche sowie Elements und Projects nur über Warteliste. Der KI-Assistent in Premiere, Photoshop, Illustrator, Frame.io und InDesign startet als öffentliche Beta, in After Effects als geschlossene Beta.
KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert
Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.
Jetzt abonnieren