Angst vor Destillationsvorwürfen: Meta setzt Ingenieuren Grenzen bei externen KI-Tools
Meta schränkt die Nutzung von Anthropics Claude Code und OpenAIs Codex durch seine Ingenieure ein, um zu verhindern, dass Ausgaben dieser KI-Tools in eigene Trainingsdaten einfließen. Laut internen Dokumenten, die The Information einsehen konnte, hat Meta bestimmte Arbeiten mit diesen Modellen sogar vorübergehend gestoppt.
Das Unternehmen befürchtet sogenannte Destillation, also das unerlaubte Übernehmen von Fähigkeiten fremder KI-Modelle. Ein internes Memo warnte vor "ernsthaften Eskalationen mit Partnerunternehmen", falls deren Modell-Ausgaben in Metas Trainingsdaten einfließen sollten.
Meta baut derzeit seinen eigenen Coding-Assistenten MetaCode aus und will die Abhängigkeit von externen Tools verringern, auch wegen steigender Kosten. Das Unternehmen ist laut einem internen Memo auf dem Weg, allein in diesem Jahr Milliarden von Dollar für interne KI-Nutzung auszugeben. KI-Ausgaben dürfen laut den Richtlinien nicht zur Erstellung von Testaufgaben oder zur Code-Analyse verwendet werden. Menschliche Prüfung bleibt Pflicht.
Das Thema Destillation sorgt branchenweit für Spannungen: Anthropic beschuldigte kürzlich Alibaba des bisher grössten bekannten Destillationsangriffs, und Elon Musk musste im April einräumen, dass xAI OpenAIs Modelle "teilweise" destilliert hat. Nutzungsbedingungen von OpenAI, Anthropic und Google verbieten es ausdrücklich, Modell-Ausgaben zum Aufbau konkurrierender Systeme zu verwenden. Meta erklärte, man habe klare Regeln für den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Tools.
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