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Anthropic rudert bei Claude-Abrechnung zurück und lässt Drittanbieter-Nutzung vorerst im Abo

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Kurz & Knapp

  • Anthropic stoppt die geplante Abrechnungsänderung für das Claude Agent SDK. Die Nutzung bleibt damit vorerst in den regulären Abo-Limits.
  • Ursprünglich war ein Wechsel auf feste Guthaben mit anschließenden API-Preisen geplant. Das hatte zuvor bereits Entwickler von Open-Source-Tools verärgert.
  • Gründe für den Rückzieher dürften ein drohender Preiskampf mit OpenAI, der geplante Börsengang und aktueller Druck der US-Regierung sein.

Anthropic wollte die Nutzung des Agent SDK und von Drittanbieter-Apps aus den Abo-Limits herauslösen. Kurz vor dem Start zieht das Unternehmen die umstrittene Änderung zurück.

Anthropic hat die für den 15. Juni 2026 angekündigte Umstellung der Abrechnung für das Claude Agent SDK pausiert. "Wir machen diese Änderung heute nicht", teilt das Unternehmen seinen Abonnenten per E-Mail mit. Man arbeite daran, den Plan besser an die tatsächlichen Nutzungsmuster anzupassen.

Ursprünglich sollte die Nutzung des Agent SDK, des Befehls claude -p und von Drittanbieter-Apps ab dem 15. Juni nicht mehr aus den regulären Abo-Limits ziehen. Stattdessen hätten Abonnenten ein separates monatliches Guthaben erhalten, gestaffelt nach Plantarif: 20 Dollar für Pro-Nutzer, bis zu 200 Dollar für Enterprise-Kunden. Wer das Guthaben überschritten hätte, wäre auf verbrauchsbasierte API-Preise umgestiegen.

Vorerst bleibt nun alles beim Alten: Agent SDK, claude -p und Drittanbieter-Apps ziehen laut Anthropic weiter aus den regulären Abo-Limits.

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Die Pausierung ist auch deshalb bemerkenswert, weil Anthropic bereits im April Drittanbieter-Tools wie OpenClaw aus den Abo-Limits verbannt und damit Entwickler verärgert hatte. OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger warf Anthropic damals vor, erst populäre Features in das eigene System zu übernehmen und dann Open-Source-Alternativen auszusperren. Seitdem konnten Nutzer ihr OpenClaw-Setup über Claude Code/claude -p grundsätzlich über das Abo laufen lassen, die geplanten Änderungen hätten auch das unmöglich gemacht.

Preiskampf und Börsengang als mögliche Gründe

Hinter dem Rückzieher stecken vermutlich mehrere Faktoren. Laut Wall Street Journal erwägt OpenAI drastische Preissenkungen im API-Segment. Eine Umstellung auf teurere Verbrauchsabrechnung wäre in einem Preiskampf kontraproduktiv. Die Abrechnungsänderung könnte daher erst kommen, wenn Anthropic die Tokens günstiger anbieten kann.

Zudem hat Anthropic IPO-Unterlagen eingereicht und will zeitnah an die Börse. Kundenverluste durch unpopuläre Abrechnungsänderungen wären kurz vor einem Listing Gift für die Bewertung. Immer mehr Firmenkunden drosseln ohnehin ihre KI-Ausgaben, weil die Kosten beim Umstieg von Flatrates auf Verbrauchsabrechnung teils von 200 auf mehrere tausend Dollar monatlich steigen.

Zusätzlichen Druck erzeugt die US-Regierung: Sie hat Anthropic gerade angewiesen, den weltweiten Zugang zu Fable 5 und Mythos 5 für Nicht-US-Bürger abzuschalten. Weitere Einschränkungen bei der Abrechnung hätten in diesem angespannten Umfeld zusätzliche Kunden kosten können.

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Quelle: Anthropic