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Anthropic verpflichtet sich zu 200 Milliarden Dollar Cloud-Ausgaben bei Google

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Kurz & Knapp

  • Anthropic hat sich laut Berichten verpflichtet, in den nächsten fünf Jahren rund 200 Milliarden US-Dollar für Google Cloud auszugeben, wofür das KI-Unternehmen fünf Gigawatt Serverkapazität erhält.
  • Zusammen mit OpenAI ist Anthropic für etwa die Hälfte der vertraglich zugesicherten zukünftigen Cloud-Umsätze von insgesamt zwei Billionen Dollar bei Amazon, Microsoft, Google und Oracle verantwortlich.
  • Die Milliardeninvestitionen der beiden aktuell defizitären Firmen setzen ein starkes zukünftiges Umsatzwachstum voraus, während Cloud-Anbieter wie Google durch die Nutzung eigener Chips und höhere Margen direkt profitieren.

Anthropic hat sich laut einem Bericht von The Information dazu verpflichtet, in den nächsten fünf Jahren rund 200 Milliarden US-Dollar bei Google Cloud auszugeben.

Der Vertrag, der im kommenden Jahr beginnt, ist Teil jener Vereinbarung, mit der Google dem KI-Unternehmen fünf Gigawatt Serverkapazität bereitstellt. Eine Dollar-Summe hatten die beiden Firmen bei der Ankündigung im Vormonat nicht genannt.

Allein dieser Deal macht laut The Information mehr als 40 Prozent des gesamten "Revenue Backlog" aus, den Google zuletzt seinen Investoren offenlegte. Googles Backlog, also vertraglich zugesicherte künftige Cloud-Umsätze, hat sich im ersten Quartal auf über 460 Milliarden Dollar etwa verdoppelt. Die Cloud-Sparte wuchs im selben Zeitraum um 63 Prozent, was The Information vor allem mit der Anthropic-API erklärt, die auf Google Cloud läuft.

Zwei Start-ups tragen die Hälfte des Cloud-Booms

Zusammen mit OpenAI steht Anthropic laut dem Bericht für rund die Hälfte der zwei Billionen Dollar Backlog bei Amazon, Microsoft, Google und Oracle. Bei AWS stieg der entsprechende Wert im ersten Quartal um 49 Prozent auf 364 Milliarden Dollar. OpenAI erhöhte seine Verpflichtung dort um 100 Milliarden, ein zusätzlicher Anthropic-Deal über ebenfalls 100 Milliarden Dollar sieht bis zu fünf Gigawatt über zehn Jahre vor.

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Die Zahlen zeigen, wie stark der KI-Boom an den Plänen zweier defizitärer Firmen hängt. OpenAI rechnet mit Serverausgaben von rund 45 Milliarden Dollar in diesem Jahr, gegenüber 17 Milliarden 2024, ein Großteil davon bei Microsoft. Anthropic prognostizierte Mitte Dezember über 20 Milliarden Dollar für 2025, dreimal so viel wie im Vorjahr. Nach dem Umsatzsprung im ersten Quartal dürfte der reale Wert höher liegen. Bis 2029 hat Anthropic insgesamt rund 200 Milliarden Dollar an Microsoft, Google und Amazon eingeplant, OpenAI allein für 2029 etwa 180 Milliarden.

Ob die Summen aufgehen, ist offen. Beide Firmen unterstellen ihren Prognosen ein 20- bis 30-faches Umsatzwachstum bis 2029. Oracles Aktie ist seit September um 45 Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen einen 300-Milliarden-Vertrag mit OpenAI bekannt gegeben hatte.

Im Vorteil sind Anbieter, die zusätzlich an der Weiterverwertung der Modelle verdienen: Microsoft behält künftig 100 Prozent der Azure-Erlöse aus OpenAI-Modellen, zuvor flossen 20 Prozent an OpenAI zurück. Google profitiert zusätzlich davon, dass Anthropic auf hauseigenen TPU-Chips läuft, was höhere Margen ermöglicht als das Vermieten teurer Nvidia-Server.

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Quelle: The Information