Apollo-Chefökonom: Außerhalb der Tech-Branche gibt es bisher keine Anzeichen für steigende Gewinnmargen durch KI
Außerhalb des Technologiesektors gibt es bisher keine Anzeichen für steigende Gewinnmargen durch KI, schreibt Torsten Slok, Chefökonom beim US-Finanzunternehmen Apollo. Der Wert von KI-Unternehmen basiere vollständig auf dem Versprechen steigender Margen bei den S&P-493-Unternehmen (ohne die großen sieben Tech-Konzerne). Doch in regulierten Branchen wie Gesundheitswesen, Banken, Energie, Pharma oder Fertigung könnten Prozessumstellungen und Datenschutzanforderungen Produktivitätsgewinne deutlich verzögern.
Laut Slok preisen Aktienmärkte schnelles Gewinnwachstum ein, während die realen Cashflows viel langsamer folgen könnten. Dauert der Produktivitätsschub fünf Jahre statt fünf Monate, drohe eine schmerzhafte Neubewertung vieler KI-Aktien. Sinkende Token-Kosten könnten zudem die Einnahmen der Hyperscaler begrenzen.

Hinzu kommt eine weitere Herausforderung: Selbst wenn einzelne Angestellte bereits produktiver arbeiten, ist die Messbarkeit speziell in der Wissensarbeit gering. Doch ohne klare Messmethoden kann das Management nicht handeln und lokale Produktivitätsgewinne versickern im Betrieb. Das haben wir ausführlich im KI-Radar #3 aufgedröselt.
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