Anzeige
Skip to content

Auch Anthropics Sonnet 5 kommt mit versteckten Kosten und ist deutlich teurer als der Vorgänger

Image description
Nano Banana Pro prompted by THE DECODER

Claude Sonnet 5 erreicht in einem unabhängigen Test den fünften Platz und übertrifft das teurere Opus 4.8 bei manchen agentischen Aufgaben. Doch der massiv gestiegene Token-Verbrauch macht das Modell pro Aufgabe teurer als das bisherige Spitzenmodell Opus 4.8.

Artificial Analysis hat Claude Sonnet 5 vor dem Release evaluiert und das Modell in seinen Intelligence Index aufgenommen. Das Ergebnis: Sonnet 5 erreicht mit maximaler Leistung 53 Punkte und landet damit auf Platz fünf, gleichauf mit GPT-5.5 (high). Vor ihm liegen GPT-5.5 (xhigh) mit 55, Opus 4.7 mit 54, Opus 4.8 mit 56 und das ab heute wieder allgemein verfügbare Claude Fable 5 mit 60 Punkten.

Im Artificial Analysis Intelligence Index v4.1., der verschiedene Benchmarks aggregiert, erreicht Claude Sonnet 5 mit 53 Punkten den fünften Platz. | Bild: Artificial Analysis

Gegenüber Sonnet 4.6 (47 Punkte) steigt sich Sonnet 5 um sechs Punkte. Doch die Leistungssteigerung hat ihren Preis, und der zeigt sich nicht in der Preisliste, sondern im Verbrauch.

Gleiche Tokenpreise, doppelte Kosten

Auf dem Papier bleibt Sonnet 5 bei den Tokenpreisen seines Vorgängers: 3 Dollar pro Million Input-Tokens und 15 Dollar pro Million Output-Tokens. Opus 4.8 kostet mit 5 beziehungsweise 25 Dollar deutlich mehr pro Million Token. Dennoch kostet eine durchschnittliche Aufgabe im Intelligence Index mit Sonnet 5 laut Artificial Analysis 2,29 Dollar, während dieselbe Aufgabe mit Opus 4.8 bei rund 1,97 Dollar liegt.

Der Grund: Sonnet 5 verbraucht bei maximaler Leistungskonfiguration ("max") rund 40 Prozent mehr Output-Tokens pro Aufgabe als Sonnet 4.6. Bei agentischen Wissensarbeits-Benchmarks wie AA-Briefcase und GDPval-AA nutzt das Modell sogar etwa dreimal so viele agentische Durchläufe wie sein Vorgänger. Gegenüber Sonnet 4.6, das pro Aufgabe rund 1,20 Dollar kostete, haben sich die Kosten damit fast verdoppelt, auch wenn Sonnet 5 bei diesen Aufgaben teils Opus 4.8 übertrifft.

Die Kosten pro Aufgabe im Intelligence Index zeigen: Sonnet 5 ist mit 2,29 Dollar teurer als Opus 4.8 mit 1,97 Dollar. | Bild: Artificial Analysis

Anthropic bietet bis zum 1. September einen Aktionspreis von 2 beziehungsweise 10 Dollar pro Million Tokens an, also ein Drittel Rabatt. Die Ergebnisse von Artificial Analysis basieren jedoch auf den regulären Preisen.

Bei anspruchsvollem Reasoning bleibt Sonnet 5 hinter den größeren Modellen

Trotz deutlicher Fortschritte zeigt Sonnet 5 bei reasoning- und wissensintensiven Benchmarks weiterhin Schwächen gegenüber den größeren Modellen. Beim CritPt-Benchmark, einem Frontier-Physik-Reasoning-Test von Forschern der Argonne National Labs und der University of Illinois, erreicht Sonnet 5 laut Artificial Analysis 17 Prozent. Das sind 14 Punkte mehr als sein Vorgänger, aber weniger als GLM-5.2, Claude Opus, Fable und GPT-5.5 in den höheren Konfigurationen.

In anderen Bereichen verzeichnet Sonnet 5 gegenüber Sonnet 4.6 solide Verbesserungen: plus 9 Punkte bei Terminal-Bench v2.1, plus 10 Punkte bei Humanity's Last Exam und plus 7 Punkte bei SciCode. Bei den übrigen Evaluierungen blieben die Ergebnisse laut Artificial Analysis weitgehend unverändert.

Anthropics Preisspirale: Nicht der erste Fall versteckter Kostensteigerungen

Vor kurzem hatte bereits die Einführung von Opus 4.7 für höhere Kosten gesorgt, obwohl die Tokenpreise auf dem Papier gleich blieben. Ein neuer Tokenizer führte dort dazu, dass derselbe Text in "circa 30 Prozent" mehr Tokens zerlegt wird. Messungen des Entwicklers Abhishek Ray ergaben einen Anstieg um das 1,325- bis 1,47-fache, eine Community-Auswertung kam über 483 Einsendungen sogar auf 37,4 Prozent mehr Tokens pro Anfrage. Bei Sonnet 5 kommt zum Tokenizer-Effekt nun noch der deutlich höhere Token-Verbrauch durch das agentischere Arbeitsverhalten hinzu.

Anthropics Modelle werden damit von Generation zu Generation teurer in der Nutzung, ohne dass sich das in den offiziellen Preislisten widerspiegelt. Solche versteckten, teils massiven Preissteigerungen dürften kaum vertrauensfördernd wirken. Zumal im Hintergrund chinesische Modelle wie DeepSeek V4 Pro lauern, die einen Bruchteil der Kosten verursachen und gerade im Mittelklassesegment, in dem Sonnet positioniert ist, technisch mithalten können. KI-Anbieter müssten transparentere Preismodelle finden, etwa Kosten pro standardisierter Aufgabe oder pro Benchmark-Einheit statt reiner Tokenpreise, die durch veränderte Tokenizer und agentisches Verhalten zunehmend an Aussagekraft verlieren.

KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert

Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.

Der Rest ist für Abonnenten.
Jetzt Abo abschließen.

  • Zugriff auf alle THE DECODER Artikel.
  • Lesen ohne Ablenkung – keine Google-Werbebanner.
  • Zugang zum Kommentarsystem und Austausch mit der Community.
  • Wöchentlicher KI-Newsletter.
  • 6× jährlich: “KI Radar” – Deep-Dives zu den wichtigsten KI-Themen.
  • Bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro Online-Events.
  • Zugang zum kompletten Archiv der letzten zehn Jahre.
  • Die neuesten KI‑Infos von The Decoder – klar und auf den Punkt.
The Decoder abonnieren