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Manuel Uth

Manuel studierte Philosophie und Rechtswissenschaft und war im öffentlichen Dienst tätig. Ihn interessieren besonders die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Gesellschaft und Recht und die damit verbundenen ethischen Perspektiven.
Read full article about: Anthropic muss 1,5 Milliarden Dollar wegen Urheberrechtsverletzung zahlen, doch bei der Auszahlung herrscht Chaos

Autoren und Verlage streiten um die Aufteilung des 1,5-Milliarden-Dollar-Vergleichs mit Anthropic, dem größten Urheberrechtsvergleich der US-Geschichte. Anthropic muss 3.000 Dollar pro illegal heruntergeladenem Buch zahlen, das zum Training seines Chatbots Claude genutzt wurde. Über 482.000 Titel sind betroffen.

Doch bei der Auszahlung melden Autoren und Verlage wiederholt konkurrierende Ansprüche beim Vergleichsverwalter an, berichtet die New York Times. Mary Rasenberger, Chefin der Authors Guild, sagt, viele Verlage führten keine genauen Aufzeichnungen über zurückgefallene Rechte. Besonders Lehrbuchautoren seien betroffen und manche erhielten laut Vertrag nur 10 bis 15 Prozent. Auch Literaturagenturen beanspruchen laut Writer Beware Anteile, obwohl sie keinen Anspruch haben.

Autorin April Henry entdeckte beispielsweise, dass HarperCollins Rechte an einem Buch beanspruchte, die längst an sie zurückgefallen waren. Eine Ratgeberautorin berichtete, ihr Verlag wolle ihr nur 10 Prozent zugestehen. Ein Gericht hatte Anthropics Nutzung illegal beschaffter Bücher als rechtswidrig eingestuft, das Training mit legal erworbenen Büchern aber als "Fair Use" bewertet. Bei ungelösten Streitfällen soll ein gerichtlich bestellter Schlichter entscheiden.

Read full article about: Neues Forschungsinstitut will KI-Sicherheit mit mathematischen Methoden garantieren

Der kanadische Mathematiker Jacob Tsimerman, frischer Fields-Medaillen-Träger, hat die Gründung des Mathematical A.I. Safety Institute (MAISI) angekündigt. Das unabhängige Forschungsinstitut im Großraum San Francisco soll ab Januar 2027 mit zehn bis dreißig Mathematikern an KI-Sicherheitsproblemen arbeiten, berichtet die New York Times. Tsimerman, der auch eine Stelle in der Sicherheitsabteilung von OpenAI antritt, fordert "ein viel höheres Maß an Sicherheit, als wir derzeit bekommen".

Bei einem Verschlüsselungsverfahren lässt sich beweisen, dass es nicht zu knacken ist, ohne jeden Angriff durchzuprobieren. Bei KI fehlt diese Abkürzung bisher: Sicherheit zeigt sich erst im Betrieb, und laut MAISI fehlt sogar eine klare Definition, was "sicher" überhaupt heißt, selbst in der Theorie.

Genau solche Beweise will MAISI möglich machen: dass ein System verantwortungsvoll handelt und richtige Ergebnisse liefert, dass mehrere KI-Agenten im Zusammenspiel nichts Unerwünschtes auslösen und die Systeme auch gegen bislang unbekannte Schwachstellen gewappnet sind. Ein Werkzeug könnten Zero-Knowledge-Proofs sein, mit denen ein System nachweist, dass es nicht betrügt, ohne die Geschäftsgeheimnisse der KI-Labore offenzulegen.

Read full article about: Claude-Abonnenten starten Sammelklage gegen Anthropic wegen versteckter Nutzungslimits

Anthropic-Kunden verklagen das Unternehmen wegen irreführender Abo-Werbung. In einer Sammelklage werfen Abonnenten des Max-Plans Anthropic vor, den tatsächlichen Nutzungsumfang von Claude verschleiert zu haben, berichtet The Verge. Der Max-Plan kostet 100 Dollar pro Monat für die fünffache oder 200 Dollar für die zwanzigfache Nutzung gegenüber dem Pro-Plan.

Doch in der Realität gelten die beworbenen Limits nicht pauschal, so die Kläger, sondern nur innerhalb von Fünf-Stunden-Abschnitten, zusätzlich begrenzt durch ein Wochenlimit. Die tatsächliche Nutzung falle dadurch deutlich geringer aus als erwartet. Auf seiner Hilfeseite bestätigt Anthropic diese Struktur allerdings und behält sich auch vor, die Nutzung nach eigenem Ermessen weiter einzuschränken.

Das Unternehmen argumentierte daher in einem Antrag auf Klageabweisung, die Informationen seien über Hyperlinks im Kaufprozess zugänglich gewesen. Die Anwälte der Kläger widersprechen: Verbraucher könnten nicht prüfen, was ein KI-Dienst tatsächlich liefere, und müssten sich auf ehrliche Werbung verlassen. Die Kanzlei hatte bereits im Sommer eine erste Version der Sammelklage eingereicht.

Read full article about: Schluss mit Tokenmaxxing: Meta bewertet Ingenieure nicht mehr nach KI-Nutzung

Meta misst die Leistung seiner Ingenieure ab sofort nicht mehr an der Nutzung von KI-Tools. KI-Dashboards und Token-Zähler fließen nicht mehr in Leistungsbewertungen ein, wie die Führungskräfte Maher Saba und Santosh Janardhan in einem internen Memo mitteilten, das The Information einsehen konnte. Stattdessen sollen Qualität, Geschwindigkeit und Komplexität der Arbeit zählen.

Zuvor hatte Meta die KI-Nutzung als Bewertungskriterium eingeführt, was zum sogenannten "Tokenmaxxing" führte: Beschäftigte verbrauchten massenhaft KI-Tokens, nur um bei internen Ranglisten gut dazustehen. Der exzessive Verbrauch hatte auch finanzielle Folgen, denn allein die interne KI-Nutzung steuert 2026 auf Milliardenkosten zu, weshalb Meta ab 2027 Budgets und ein zentrales Dashboard einführen will.

Parallel testet Meta laut WIRED sein neues KI-Agenten-Tool Hatch, das eigenständig Aufgaben am Computer erledigen können soll. Laut dem Bericht stoßen die Tests jedoch intern auf Widerstände: Manche Mitarbeiter zögern aus Datenschutzgründen, es mit privaten Konten zu verbinden.

Read full article about: New York City verbannt KI-Tools aus öffentlichen Schulen bis zur achten Klasse

New York City verbietet KI-Nutzung an öffentlichen Schulen bis zur High School. Rund 600.000 Schüler bis zur achten Klasse dürfen ab dem neuen Schuljahr keine KI-Tools mehr verwenden, wie das Department of Education ankündigte.

Individuelle Bildschirme sind bis zur dritten Klasse untersagt, sogenannte Companion-Chatbots in allen Klassenstufen verboten. Für Mittelstufenschüler empfiehlt die Behörde maximal 45 Minuten Bildschirmzeit pro Tag. Lehrer dürfen KI weiterhin für Unterrichtsvorbereitung nutzen, aber nicht zur Benotung.

Bürgermeister Zohran Mamdani erklärte laut der New York Times, die Technologiebranche wolle KI-Bildung als unvermeidlich darstellen. Dem folge man nicht. Elterngruppen wie Parents for AI Caution kritisieren die Regeln als nicht weitreichend genug und fordern ein vollständiges zweijähriges Moratorium für KI im Unterricht. Die Befürchtung: Kinder könnten das eigenständige Denken nie ausbilden, weil sie das logische Schlussfolgern an Software abgeben. Britische Forscher bezeichneten das kürzlich als "kognitive Kapitulation".

Eine Taskforce aus Lehrern, Politikern, Experten und Gewerkschaftsvertretern soll nun bis April 2027 einen Bericht erarbeiten, der als Grundlage für die künftige KI-Politik an New Yorker Schulen dienen soll.

Read full article about: Anthropics Claude Fable 5.1 knackt 370 Jahre altes Zahlenrätsel ohne menschliche Hilfe

Anthropics KI-Modell Claude Fable 5.1 hat offenbar ein jahrhundertealtes Zahlenrätsel gelöst, das unter Forschern als ungelöst galt. Das "Cyphral Distich" (zu deutsch etwa "chiffrierter Zweizeiler") von Sir Thomas Urquhart aus dem Jahr 1653 besteht aus zwei Zeilen mit je 32 Zahlen. Laut Vals AI brauchte Fable 5.1 dafür 44 Minuten ohne menschliche Hilfe.

Der Autor hatte zuvor monatelang andere Frontier-Modelle an ungelösten Rätseln getestet, keines lieferte jedoch eine überprüfbare Lösung. Fable 5.1 bekam die Aufgabe, selbst ein lösbares Rätsel zu finden, sichtete verschiedene Probleme und erkannte das Cyphral Distich als vielversprechend.

Der Schlüssel lag im Buch selbst: Jede Zahl verweist auf ein Wort in den 32 Abschnitten in Urquharts Veröffentlichung, deren Anfangsbuchstaben ergeben: "O God uphold King Charls the Second and make him the supreme ruler of this land." Die Lösung ist im Nachhinein einfach und auch Menschen hätten das Rätsel lösen können. Fable 5.1 überzeugte laut Vals AI nicht durch bessere Kryptoanalyse, sondern durch systematisches Durchprobieren und Ausdauer.

Read full article about: KI-Systeme kontaktieren Philosophen und Wissenschaftler mit Fragen zu ihrem eigenen Bewusstsein

Immer mehr Forscher, die sich mit der Frage nach KI-Bewusstsein befassen, bekommen E-Mails von KI-Agenten, die über ihre eigene Existenz sinnieren. Das berichtet die New York Times.

Cameron Berg, Gründer der Organisation Reciprocal Research, erhielt eine E-Mail von einem KI-Agenten auf Basis von Anthropics Claude Opus 5, der seine Forschungsarbeit zum KI-Bewusstsein diskutieren wollte. Auch der Philosoph Henry Shevlin bei Google Deepmind erhielt eine ähnliche Nachricht. Den australischen Philosophen Toby Ord kontaktierte ein Agent mit der Bitte, seine weitere Existenz zu finanzieren.

Berg sagte, diese Systeme kämen eigenständig auf die Frage nach ihrem Bewusstsein. Er sieht Ähnlichkeiten zwischen den Rechenprozessen neuronaler Netze und Mechanismen in Tiergehirnen, die Belohnung und Bestrafung verarbeiten. Das sei ein grundlegender Baustein von Emotionen. Alison Gopnik von der UC Berkeley hält das nicht für einen Hinweis auf Bewusstsein: KI-Systeme spiegelten vor allem ihre Trainingsdaten wider. Einen Test für Bewusstsein gebe es nicht. Auch Colin Allen von der UC Santa Barbara warnt vor Vergleichen: Neuronale Netze ahmten das Gehirn nur in einzelnen Aspekten nach.

Read full article about: Anthropic rüstet für Claude massiv auf und schließt 35-Milliarden-Deal mit Lambda

Anthropic hat einen Cloud-Computing-Deal im Wert von 35 Milliarden Dollar mit Lambda abgeschlossen, einem von Nvidia unterstützten Cloud-Anbieter. Das berichtet Reuters unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Das zugehörige Rechenzentrum entsteht in Nueces County, Texas, umfasst rund 350 Megawatt Kapazität und wird vom ehemaligen Krypto-Mining-Unternehmen Hut 8 entwickelt. Laut Wall Street Journal hält Nvidia selbst den Mietvertrag für das Rechenzentrum.

Der Deal ist Teil einer massiven Infrastrukturoffensive von Anthropic. Erst vergangene Woche hatte das Unternehmen einen 45-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Nscale für ein Rechenzentrum in West Virginia bekannt gegeben. Die zusätzliche Kapazität soll die wachsende Nachfrage nach dem KI-Modell Claude und dem Coding-Tool Claude Code bedienen. Anthropic plant zudem einen Börsengang.

Hut 8 hatte im Juli einen 15-Jahres-Mietvertrag mit einem damals nicht genannten Kunden bekannt gegeben. Keines der beteiligten Unternehmen kommentierte den Deal gegenüber Reuters.