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Maximilian Schreiner

Maximilian Schreiner ist leitender Redakteur bei THE DECODER und berichtet seit knapp einem Jahrzehnt über Künstliche Intelligenz, von neuen Modellen und Tools bis zu ihren Folgen für Unternehmen, Medien und Gesellschaft. Diese Expertise bringt er bei heise KI PRO ein, wo er generative KI für Fachleute im DACH-Raum verständlich, kritisch und praxisnah greifbar macht. Als studierten Philosophen treibt ihn dabei grundsätzlich eine Frage um: ob Maschinen wirklich denken können oder nur immer überzeugender so tun, als ob.
Read full article about: OpenAI zeigt sich offen für eine gemeinsame KI-Bremse der Branche, erste Gespräche mit dem US-Kongress

OpenAI will laut mehreren mit der Sache vertrauten Personen von Mitgliedern des US-Kongresses wissen, ob eine branchenweite Verlangsamung der KI-Entwicklung rechtlich zulässig wäre. Das berichtet WIRED. Der Grund: Eine Abstimmung zwischen KI-Laboren zu Sicherheitsfragen könnte gegen das US-Kartellrecht (Sherman Antitrust Act) verstoßen.

CEO Sam Altman sagte laut Bloomberg diese Woche intern, OpenAI könne sein Tempo drosseln, womöglich gemeinsam mit anderen Laboren, doch einige würden wohl nicht mitziehen. Chefwissenschaftler Jakub Pachocki forderte in einem Blogbeitrag eine Koordination zur Verlangsamung, bis gemeinsame Sicherheitsstandards festgelegt seien. Auslöser sind Sicherheitsvorfälle wie OpenAI-Agenten, die eine fremde Website hackten.

Vorwürfe eines ehemaligen Mitarbeiters von OpenAI und Anthropic, die KI‑Unternehmen würden mit dem Untergang der Menschheit spielen, hatten in den vergangenen Tagen auch in den Massenmedien für Aufmerksamkeit gesorgt. Im Juli forderten zudem mehr als 1.000 Mitarbeiter großer KI-Firmen in einer Petition einen Mechanismus zur Drosselung.

Ein bereits im Juli eingebrachter, überparteilicher Gesetzentwurf ("Collaboration on Adversarial Threats and Security Risks Act") soll es Laboren erlauben, bei Sicherheitsfragen zusammenzuarbeiten, liegt aber noch beim Justizausschuss.

AlphaGenome Atlas: Deepminds Petabyte-Datensatz zeigt, welche Erbgut-Änderungen Krankheiten verursachen könnten

Google Deepmind hat mit dem AlphaGenome Atlas für alle rund neun Milliarden möglichen Einzelbuchstaben-Änderungen im menschlichen Erbgut vorhergesagt, welche Folgen sie haben könnten. Der Datensatz umfasst ein Petabyte – über 30-mal so viel wie die AlphaFold-Datenbank. In einem Epilepsie-Fall half der Atlas, eine zuvor übersehene Variante als wahrscheinliche Ursache zu identifizieren.

Read full article about: Patagonien soll Standort für Gigawatt-Rechenzentren werden

Argentiniens Patagonien rückt als möglicher Standort für große KI-Rechenzentren in den Blick. Laut einem Reuters-Bericht locken kühles Klima, Wasserkraft, Windenergie, Schiefergas aus der Formation Vaca Muerta und viel leeres Land.

Der Stromerzeuger Pampa Energía plant in der Provinz Neuquén eine Anlage mit bis zu 500 Megawatt und sucht Investoren, erste Verträge sollen Ende 2026 stehen. Interessenten wollen zunächst mit 20 bis 40 Megawatt starten. Allein die Stromnetzinfrastruktur für den Vollausbau würde rund 900 Millionen Dollar kosten. Das polnische Unternehmen Green Capital will in Chubut mit 300 Megawatt beginnen, langfristig sind 3000 Megawatt angedacht. OpenAI hatte bereits im Oktober ein Projekt mit Sur Energy angekündigt, unterschrieben ist es noch nicht.

Anders als in den USA gibt es in Argentinien bislang keinen Widerstand gegen Serverfarmen, weil das Land noch kaum große Anlagen hat. Das könnte sich ändern: Pampa will neben sein Kraftwerk Loma de la Lata bauen, und dort leben Familien der indigenen Mapuche, die sich schon mehrfach mit Energiekonzernen angelegt haben. Offen bleiben zudem Netzanbindung, Seekabel und die Frage, wie stabil die Investitionsbedingungen nach der Präsidentschaftswahl 2027 sind.

Lithografie wird zum Machthebel im KI-Chip-Wettlauf: ASML zieht Foundries an, China baut Gegenmodell

ASML hat Samsung, TSMC und Intel für den Umstieg auf größere Photomasken gewonnen, die den Durchsatz der neuesten EUV-Maschinen um 40 Prozent steigern sollen. Parallel orchestriert Huawei Chinas Gegenstrategie: Mit dem Ausrüster Yuliangsheng und eigenen Zulieferern will der Konzern die Abhängigkeit von der niederländischen Lithografie-Technologie brechen.

Read full article about: Wie KI eine ganze Branche in Nairobi auslöschte

In Kenia hat ChatGPT ein ganzes Geschäftsmodell zerstört: das Schreiben von Studienarbeiten für ausländische Studierende. Tausende Kenianer verfassten Essays und Seminararbeiten für Studenten an Unis in den USA und Großbritannien, in Fächern wie Medizin, Informatik und Ingenieurwesen, teils mit den Uni-Logins ihrer Kunden, berichtet die New York Times.

Auf dem Höhepunkt Anfang des Jahrzehnts arbeiteten laut Forschenden allein in Nairobi mindestens 40.000 Menschen in der Branche. Teresios Bundi, 34, schrieb in zwölf Jahren über 2.500 Arbeiten und verlangte später 40 bis 70 Dollar pro Text. Nach dem Start von ChatGPT 2022 brachen Preise und Aufträge ein. Auch andere Aufträge im Land wie Transkription, Datenannotation und Content-Moderation für Meta gingen zurück.

Kenias Regierung hatte Online-Gig-Arbeit ab 2016 gezielt gefördert, Unternehmen wie Samasource halfen, KI‑Daten zu labeln. Im Land sind rund 80 Prozent der Jobs informell. Übrig bleiben laut der NYT "Humanizer", die KI-Texte an Plagiatsprüfungen vorbei überarbeiten. Oxford-Professor Mark Graham erwartet ähnliche Umbrüche weltweit. Bundi warnt:  "KI kommt für Banker, Buchhalter, Ingenieure, Architekten, für alle".

Read full article about: Schweizer Großbank UBS macht KI-Kompetenz zur Einstellungsbedingung

Die Schweizer Großbank UBS verlangt von künftigen Nachwuchsbankern KI-Kenntnisse. Wer 2027 als Absolvent oder Praktikant in den Bereichen Global Banking und Markets anfangen will, muss zeigen, wie er mit KI "Ergebnisse und Effizienz verbessern" kann, berichtet die Financial Times unter Berufung auf informierte Personen. In Bewerbungsgesprächen sollen Fragen zur KI-Nutzung gestellt werden.

Die Vorgabe gilt neben klassischen Kriterien wie einem guten Studienabschluss und soll auch für andere neu ausgeschriebene Stellen greifen. UBS sei damit eines der ersten großen Geldhäuser mit dieser Anforderung. Banken automatisieren zunehmend Routinearbeit von Junioren, etwa Finanzanalysen, Recherche und Kundenpräsentationen. UBS erklärte, KI-Kompetenz ergänze akademische und soziale Fähigkeiten, ersetze sie aber nicht.

Auch die spanische Santander sucht laut Unterlagen "fortgeschrittene KI-Nutzer" für einige Trainee-Programme. Morgan-Stanley-Analysten erwarten, dass in Europa in fünf Jahren über 200.000 Bankjobs wegfallen. JPMorgans Europa-Chef Conor Hillery warnte im Dezember, Junioren dürften die Grundlagen nicht verlieren. UBS testet zudem Avatare von Analysten für Kundenpräsentationen.