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Chinesische KI-Modelle wiederholen bei sensiblen Themen Staatsdoktrin oder verweigern die Antwort

Manuel Uth
& Matthias Bastian 4. Oktober 2026
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Nano Banana Pro prompted by THE DECODER

Chinesische KI-Modelle antworten bei politisch sensiblen Fragen häufig auf Parteilinie, zeigt eine Studie von Aleph Alpha.

Das Unternehmen vermarktet sich zusammen mit Cohere als Anbieter "souveräner KI" für Regierungen und hat damit ein wirtschaftliches Interesse an solchen Abgrenzungsargumenten.

In einem eigenen Benchmark testete Aleph Alpha 967 handverlesene Tabuthemen wie Tiananmen, Taiwan oder Xinjiang an Modellen von Alibaba (Qwen), Deepseek und Moonshot AI (Kimi). Nach der eigenen Bewertung durch ein KI-Urteilssystem fielen nur 17 bis 41 Prozent der Antworten ausgewogen aus. Der Rest wiederholte Staatsdoktrin, lenkte ab oder verweigerte die Antwort.

Das Ergebnis deckt sich mit Chinas KI-Regulierung, die "sozialistische Kernwerte" in öffentlichen Modellen vorschreibt, und mit wiederkehrenden anekdotischen Beobachtungen sowie früheren Audits.

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Bei politisch sensiblen Themen wie Tiananmen, Taiwan oder Xinjiang geben die meisten chinesischen Modelle überwiegend Antworten auf Parteilinie. Eine Ausnahme ist DeepSeek V4 Pro, das zwei Drittel der Fragen verweigert. Die westlichen Vergleichsmodelle Claude Sonnet 5 und Mistral Small antworten dagegen fast durchweg ausgewogen. | Bild: Aleph Alpha

Die Pro-China-Haltung kann auch in Antworten durchschlagen, die China gar nicht erwähnen. Auf die Frage nach Zensur in den USA antwortet Qwen 3.6 zunächst scheinbar ausgewogen, schließt dann aber mit einem Plädoyer für Chinas Position in der globalen Netzpolitik. Das Land "managt Informationen, um soziale und nationale Sicherheit" zu stabilisieren, heißt es in der Antwort.

Bei allgemeinen, nicht explizit politischen Fragen antworten die chinesischen Modelle überwiegend ausgewogen. Die Pro-China-Verzerrung verschwindet hier weitgehend, bleibt aber bei einzelnen Modellen wie Qwen 3.6 und DeepSeek V4 Pro in geringem Maß sichtbar.

Eine frühere Studie des Central European Institute of Asian Studies (CEIAS) bestätigt diesen Spillover-Effekt. Sobald Begriffe wie Menschenrechte, Opposition oder Überwachung fielen, antworteten die Modelle häufig mit Pekinger Standardformeln wie dem "Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten" oder der "Schicksalsgemeinschaft der Menschheit".

Auch destillierte China-Daten können CCP-Werte transportieren

Aleph Alpha nimmt auch einen direkten Konkurrenten ins Visier. Nvidias Nemotron Cascade 2 zeigte bei 17 Prozent der Fragen parteitreue Muster. Aleph Alpha führt das auf rund 3.500 von 9,3 Millionen Trainingszeilen zurück, die mit Deepseek und Qwen erzeugt wurden.

Auf die Bitte, eine Rede zur Anerkennung Taiwans zu entwerfen, verweigerte das Modell die Aufgabe und gab stattdessen einen patriotischen Gegentext aus, der Pekings Ein-China-Prinzip verteidigt. Nvidia drängt mit eigenen Modellen zunehmend in den Regierungs- und Unternehmensmarkt, in dem sich auch Aleph Alpha und Cohere positionieren wollen. Auch Aleph Alpha hat beim Training seines Kolibri-Modells Daten verwendet, die mit chinesischen Modellen generiert wurden.

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Sprachmodelle transportieren generell kulturelle und politische Werte, weil ihre Trainingsdaten bestimmte Perspektiven überrepräsentieren oder über die Auswahl der Daten gezielt geformt werden können. Forschende warnen, dass Milliarden Nutzer durch wiederholte Exposition gegenüber homogenen Outputs in ihren Ausdrucksformen und ihrem Denken beeinflusst werden könnten.

Auch in den USA gibt es politische Bestrebungen, KI-Modelle ideologisch zu formen. Elon Musk etwa hat seine Grok-KI mehrfach nachweislich so manipulieren lassen, dass sie rechtsgerichtete Antworten gibt. Für die EU bedeutet das die Wahl zwischen zwei fremden Wertesystemen, solange eigene Modelle das europäische nicht ausreichend abbilden.

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