Deloitte-Berater nach interner Town Hall: "Unser Modell ist am Ende, wir werden durch Roboter ersetzt"
Eine interne Town-Hall-Veranstaltung bei Deloitte hat unter den eigenen Beratern für Unmut gesorgt. Die Botschaft des Managements: Das klassische Geschäftsmodell der Stundenabrechnung gerät im KI-Zeitalter massiv unter Druck.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal präsentierte Jason Manstof, ein Leiter in Deloittes US-Beratungssparte für den öffentlichen Sektor, vergangenen Monat eine Grafik, die das Schrumpfen des arbeitsstundenbasierten Beratungsgeschäfts bis 2035 zeigte. Der grüne Balken am unteren Rand, der das Kerngeschäft der Branche repräsentiert, schrumpft demnach auf einen schmalen Streifen des Gesamtmarktes zusammen.
"Die nicht ganz so gute Nachricht ist, dass diese Art von Arbeit, auch wenn sie 2035 immer noch einen bedeutenden Teil ausmachen wird, nur noch ein Teil des Gesamtbildes sein wird", sagte Manstof in dem Webcast, den das WSJ einsehen konnte. KI-Agenten, die sich derzeit noch im Anfangsstadium befänden, würden hingegen exponentiell wachsen und bis 2035 die Mehrheit des expandierenden Marktes für professionelle Dienstleistungen ausmachen.
Ein Deloitte-Berater fasste die Veranstaltung gegenüber dem WSJ so zusammen: "Sie haben unmissverständlich klargemacht, dass unser Modell am Ende ist. Wir werden im Grunde durch Roboter ersetzt." Ein Deloitte-Sprecher erklärte dazu, das Unternehmen tätige "erhebliche Investitionen, um diesen menschengeführten, KI-gestützten Wandel für unsere Branche anzuführen".
Abschied von der abrechenbaren Stunde fällt schwer
Die Beratungsbranche versucht, sich neu zu erfinden, indem sie zunehmend wie ein Software- oder Produktgeschäft agiert. Statt menschliche Arbeitszeit zu vermieten, sollen Festpreis-Abonnements oder Pauschallösungen verkauft werden. Doch der Übergang ist holprig: Wenn Projekte länger dauern als geplant, müssen Firmen die Kosten selbst tragen, Zahlungen werden unvorhersehbar, es drohen Cashflow-Probleme und Streitigkeiten über subjektive Erfolgsmessungen können Kundenbeziehungen ruinieren.
McKinsey und Boston Consulting Group setzen verstärkt auf ergebnisbasierte Preismodelle. Mehr als 30 Prozent der globalen Gebühren von McKinsey stammen laut Senior Partner Shelley Stewart III bereits aus solchen Modellen, berichtet das WSJ.. Pat Petitti, CEO der KI-Beratungsplattform Catalant, sieht darin jedoch keine philosophische Entscheidung, sondern einen "existenziellen Kampf" um neue Erlösmodelle: "KI zerstört ihr Geschäftsmodell."
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