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Führende KI-Unternehmen unterstützen Initiative gegen KI-bedingte Jobverluste

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Kurz & Knapp

  • Die ehemalige US-Handelsministerin Gina Raimondo hat die überparteiliche Organisation "Raise Us" gegründet, um amerikanische Arbeitskräfte auf den Wandel durch eine KI-geprägte Wirtschaft vorzubereiten.
  • Ziel ist es, eine Milliarde Dollar für Umschulungs- und Weiterbildungsprogramme zu sammeln, wovon bereits die Hälfte gesichert ist.
  • Zu den Förderern gehören namhafte Tech-Konzerne wie Amazon, Anthropic, Microsoft und OpenAI, was Fragen zur Unabhängigkeit der Initiative aufwirft, da diese Unternehmen maßgeblich von der KI-Verbreitung profitieren.

Die ehemalige US-Handelsministerin Gina Raimondo und der ehemalige Gouverneur von Indiana, Eric Holcomb, haben Raise Us ins Leben gerufen.

Die überparteiliche gemeinnützige Organisation soll amerikanische Arbeitskräfte auf eine KI-geprägte Wirtschaft vorbereiten. Raimondo übernimmt die Rolle der CEO. Hinter der Initiative stehen über zwei Dutzend Großunternehmen und vier Gouverneure. Das Ziel ist, eine Milliarde Dollar einzusammeln. Zum Vergleich: Google, Amazon, Microsoft und Meta wollen in diesem Jahr zusammen 725 Milliarden Dollar in KI investieren.

"Amerika hat eine Technologiestrategie, um den globalen KI-Wettbewerb anzuführen. Es hat noch keine Strategie für die Menschen", sagt Raimondo anlässlich der Ankündigung. "Wenn wir die besten KI-Systeme der Welt bauen und Millionen Amerikaner zurücklassen, haben wir nichts gewonnen, wir hätten unseren eigenen Niedergang automatisiert."

Die Organisation will neue Unternehmensanreize für Umschulung und Weiterbeschäftigung entwickeln, Pilotprogramme mit Gouverneuren starten und Ausbildungsmodelle an den sich verändernden Bedarf der Arbeitgeber anpassen. Erfolg soll daran gemessen werden, ob Arbeitskräfte dauerhaft vernünftig bezahlte und stabile Arbeitsplätze finden und behalten.

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KI-Rivalen finanzieren erstmals gemeinsam Arbeitskräfteinitiative

Bemerkenswert an Raise Us ist die Zusammensetzung der Geldgeber. Laut der Ankündigung zählen Amazon, Anthropic, Microsoft und die OpenAI Foundation zu den Förderern der Initiative. Raimondo zufolge ist es das erste Mal, dass führende KI-Entwickler gemeinsam eine unabhängige Initiative zur Unterstützung des Arbeitskräfteübergangs finanzieren. Bank of America finanziert als Hauptförderer eine Lehrlingsinitiative für die fortschrittliche industrielle Fertigung.

Daneben unterstützen unter anderem ADP, AMD, Autodesk, Blackstone, Cisco, Cognizant, Deloitte, Eli Lilly, General Motors, IBM, Mastercard, ServiceNow, UPS und Workday die Initiative. Auf philanthropischer Seite stehen die Rockefeller Foundation, Arnold Ventures, die Pritzker Traubert Foundation und die Stephen A. Schwarzman Foundation. Insgesamt will Raise Us eine Milliarde Dollar an mehrjährigen Zusagen einsammeln, laut der New York Times sind bereits 500 Millionen Dollar gesichert.

Die Finanzierung durch große KI- und Technologiekonzerne wirft zugleich Fragen nach der Unabhängigkeit der Initiative auf. Viele der beteiligten Unternehmen profitieren selbst von der schnellen Verbreitung von KI-Systemen oder treiben sie direkt voran. Kritiker könnten daher einwenden, dass Raise Us Lösungen für mögliche KI-bedingte Jobverluste entwickeln soll, aber wesentlich von jenen Unternehmen getragen wird, die diesen Wandel mit auslösen.

Pilotprojekte in vier Bundesstaaten

Raise Us startet mit Partnerschaften in Arkansas, Connecticut, Maryland und Utah. Die Wahl ist bewusst überparteilich: Die Gouverneure Sarah Huckabee Sanders (Republikanerin, Arkansas) und Spencer Cox (Republikaner, Utah) stehen neben Ned Lamont (Demokrat, Connecticut) und Wes Moore (Demokrat, Maryland).

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Die Pilotprogramme sollen vor allem Übergänge erleichtern: Menschen sollen schneller erkennen, welche Berufe trotz KI-Nutzung gefragt bleiben, welche Qualifikationen dafür nötig sind und wie sie in solche Tätigkeiten wechseln können. Laut der Ankündigung unterstützt Raise Us in Arkansas etwa eine KI-gestützte Karrierenavigationsplattform namens Arkansas LAUNCH, die Studierende und Jobsuchende mit personalisierten Lernpfaden und arbeitgebergebundenen Karrierewegen verbindet.

In Maryland soll laut der New York Times das sogenannte "Service Year", ein Freiwilligenprogramm für Schulabgänger, auf Bereiche mit Arbeitskräftemangel wie das Gesundheitswesen ausgeweitet werden. Zudem plant die Organisation dort einen Wettbewerbsfonds für innovative Karriereübergangsmodelle und ein Accelerator-Programm, das verdrängte Arbeitskräfte bei der Unternehmensgründung unterstützt.

In weiteren Staaten hofft Raise Us der New York Times zufolge, eine "Lohnversicherung" anbieten zu können. Sie würde einen Teil der Einkommensverluste ausgleichen, wenn Arbeitnehmer schlechter bezahlte Stellen annehmen, statt ganz aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden.

Raise Us verfolgt vier zentrale Arbeitsfelder

Raise Us gliedert sich in vier Bereiche. Die "State Partnerships" sollen staatliche Bildungs- und Arbeitsmarktprogramme stärker auf den Bedarf von Arbeitgebern ausrichten, etwa durch Lehrlingsprogramme und Kurzzeit-Zertifikate. Öffentliche Mittel sollen künftig stärker davon abhängen, ob Teilnehmer tatsächlich Arbeit finden, statt nur von Einschreibungszahlen.

Die "Employer Coalition" bringt Unternehmen zusammen, die KI einsetzen, um gemeinsam Pilotprogramme für Umschulung und Weiterbeschäftigung zu entwickeln. Microsoft hat laut der NYT bereits ein Modell erprobt: Das Unternehmen schult Berufseinsteiger im Rechtsbereich in verschiedenen Abteilungen und vermittelt ihnen KI-Kompetenzen, damit sie bei technologischen Veränderungen leichter in neue Rollen wechseln können. "Man kann das mit fast jedem Job machen, den wir haben", sagt Microsoft-Vizechef Brad Smith.

Der Bereich "Education and Training" soll KI-gestützte Ausbildungsmodelle skalieren, die praktische Arbeitserfahrung mit Qualifizierung verbinden und günstigere Alternativen zur traditionellen Hochschulbildung bieten. Das "Policy Lab" schließlich soll neue politische Ansätze entwickeln und testen. Es wird ausdrücklich nicht durch Unternehmensgelder finanziert.

Umschulung bleibt der schwierige Teil

Die Umschulung verdrängter Arbeitskräfte hat in den USA eine durchwachsene Bilanz. Raimondo selbst bezeichnete bisherige Bemühungen laut der NYT als "ineffektiv". Der US-Kongress hat die Finanzierung seines wichtigsten Gesetzes zur Arbeitskräfteentwicklung seit seiner Verabschiedung 1973 kontinuierlich gekürzt. Geplante Überarbeitungen sind im Sande verlaufen.

Ob Raise Us bessere Ergebnisse erzielt als frühere Umschulungsprogramme, muss sich erst zeigen. Die Initiative entsteht jedoch in einer Phase, in der die USA massiv in KI-Infrastruktur und KI-Modelle investieren, aber noch keine belastbare Antwort darauf haben, wie Arbeitnehmer durch den erwarteten Strukturwandel kommen sollen.

Unklar ist auch, wann und in welchem Umfang dieser antizipierte KI-Wandel am Jobmarkt überhaupt stattfindet. Bislang zeigt sich die Verbreitung von KI nicht in der Gesamtproduktivität des Landes.

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