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Gates Foundation gibt eine Milliarde Dollar für gerechteren KI-Zugang aus

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GatesFoundation, Screenshot bei YouTube

Kurz & Knapp

  • Die Gates Foundation investiert über zwei Jahre mindestens eine Milliarde US-Dollar, um KI-Werkzeuge in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft breiter verfügbar zu machen.
  • Bill Gates warnt vor einer wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, da gängige Sprachmodelle zu über 90 Prozent auf englischen Daten basieren und ärmere Regionen vernachlässigen.
  • Mit dem Geld sollen nicht-englische Datenquellen erschlossen und Praxisprojekte gefördert werden, darunter Diagnosehilfen in Kenia, Lernsysteme in Sierra Leone und digitale Landwirtschaftsberatung in Indien.

Die Gates Foundation will binnen zwei Jahren mindestens eine Milliarde US-Dollar ausgeben, um den Zugang zu KI in Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft zu verbessern. Bill Gates warnt, dass die Technologie sonst die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert.

Die Gates Foundation plant, in den kommenden zwei Jahren mindestens eine Milliarde US-Dollar für einen besseren Zugang zu künstlicher Intelligenz auszugeben. Mitgründer Bill Gates begründet das mit der Sorge, dass sich die weltweite Kluft zwischen Arm und Reich je nach KI-Verbreitung weiter verschärfen könnte.

"KI könnte für mehr Chancengleichheit sorgen oder die Kluft weiter vergrößern", schreibt Gates im Goalkeepers-Bericht 2026 der Stiftung. Dabei gehe es nicht um ein Szenario in ferner Zukunft, sondern um eine Entscheidung der Gegenwart. Die in den nächsten 12 bis 18 Monaten getroffenen Weichenstellungen über Entwicklung, Finanzierung und Einsatz von KI seien ausschlaggebend dafür, ob die Technologie vor allem den ohnehin Privilegierten nütze oder auch die Ärmsten erreiche.

Das Geld soll laut Gates in Werkzeuge für Fachkräfte in Bildung, Gesundheitsversorgung und Landwirtschaft fließen. Ein Teil ist zudem dafür vorgesehen, nicht-englischsprachige Quellen in große Datensätze einzubinden, damit Entwickler auch in anderen Sprachen arbeiten können.

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Der blinde Fleck der Sprachmodelle

Gates macht die Sprachfrage zum zentralen Argument. Mehr als 90 Prozent der Daten, mit denen frühe große Sprachmodelle trainiert wurden, stammten aus englischsprachigen Quellen. Damit blieben gerade jene Menschen, die von KI am meisten profitieren könnten, in den Wissensbeständen dieser Systeme kaum repräsentiert. Für rund eine Milliarde meist englischsprachige Nutzer werde KI monatlich besser, für die übrigen sieben Milliarden herrsche Stillstand.

Die Folgen illustriert der Bericht an konkreten Beispielen: Bei Englisch liege die Fehlerquote führender Spracherkennungssysteme unter sechs Prozent, in der westafrikanischen Sprache Yoruba versage dasselbe System in mehr als 60 Prozent der Fälle. Eine Fehlübersetzung könne im medizinischen Notfall über Leben und Tod entscheiden.

Der Markt allein werde das Problem nicht lösen, argumentiert Gates. Er sei "ein außerordentlicher Motor für Innovation, aber ein denkbar schlechter Garant für Chancengleichheit". Überlasse man die Entwicklung dem Markt, entstünden die leistungsstärksten Werkzeuge zuerst für zahlungskräftige Nutzer.

Pilotprojekte als Beleg

Der Bericht führt mehrere laufende Anwendungen an, die diesen Ansatz stützen sollen. In Kliniken des Netzwerks Penda Health in Kenia unterstützt ein KI-Assistent medizinische Fachkräfte bei Diagnose und Medikamentendosierung, die Diagnosegenauigkeit sei um 16 Prozentpunkte gestiegen. In Sierra Leone erzielten Schülerinnen und Schüler mit dem Werkzeug Gemini Guided Learning in einem achtwöchigen Pilotversuch Lernfortschritte von bis zu 1,7 Jahren. Der indische KI-Beratungsdienst MahaVISTAAR für Landwirte werde bereits von mehr als 740.000 Menschen genutzt und koste den Staat weniger als 18 US-Cent pro Person.

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Die Milliarde ist Teil eines größeren Plans: Die Gates Foundation will bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2045 rund 200 Milliarden US-Dollar ausgeben, was laut Bloomberg 99 Prozent von Gates' verbleibendem Vermögen entspricht.

Vor kurzem hatte Gates in einem knapp 6.000 Wörter langen Essay noch deutlich düstere Töne angeschlagen und die Tech-Branche beschuldigt, die Risiken der Technologie wissentlich herunterzuspielen, weil zu viel Geld auf dem Spiel stehe. Als reale Gefahren nannte er dauerhafte Jobverluste, den Missbrauch von KI zum Bau von Biowaffen sowie psychosoziale Folgen durch stets verfügbare KI-Begleiter. Der Goalkeepers-Bericht zeigt nun die andere Seite seiner Argumentation: Gates hält dieselbe Technologie zugleich für ein enormes Versprechen, sofern ihr Nutzen politisch erarbeitet und nicht dem Zufall überlassen werde.

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