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Google Cloud will mit offenem Markdown-Format das Kontextproblem von KI-Agenten lösen

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KI-Agenten können Code schreiben, Dokumente zusammenfassen und Datensätze analysieren. Doch ohne den richtigen Kontext liefern sie oft unbrauchbare Ergebnisse.

Google Cloud stellt mit dem Open Knowledge Format (OKF) eine neue Spezifikation vor, die Wissen als Markdown-Dateien standardisiert und zwischen Systemen portabel machen soll. Sie überführt das in der Entwickler-Community verbreitete "LLM-Wiki"-Muster, kürzlich von Andrej Karpathy populär gemacht, in ein interoperables Format.

OKF v0.1 repräsentiert Wissen als Verzeichnis von Markdown-Dateien mit YAML-Frontmatter. Die Spezifikation ist minimalistisch: ein Pflichtfeld ("type"), eine Handvoll optionaler Felder wie Titel, Beschreibung, Ressource, Tags und Zeitstempel sowie ein Markdown-Body für alles Weitere.

Konzepte verlinken sich untereinander mit normalen Markdown-Links und bilden so einen Wissensgrafen. Ein OKF-Bundle ist lesbar in jedem Editor, darstellbar auf GitHub und indexierbar von jedem Suchwerkzeug.

Fragmentiertes Wissen bremst KI-Agenten aus

Die meisten Organisationen kennen das Problem, das OKF lösen soll: Wissen verteilt sich über Metadaten-Kataloge, Wikis, Code-Kommentare, Notebook-Zellen und die Köpfe einzelner Ingenieure. Will ein KI-Agent etwa eine SQL-Abfrage für einen bestimmten Datensatz schreiben, muss er Fragmente aus all diesen Quellen zusammensetzen.

Laut Google Cloud löst derzeit jeder Agent-Entwickler dieses Kontextproblem von Grund auf neu, und jeder Katalog-Anbieter erfindet die gleichen Datenmodelle. Obsidian Vaults, die an Coding-Agenten angeschlossen werden, AGENTS.md- und CLAUDE.md-Konventionsdateien oder "Metadata as Code"-Repositories in Datenteams folgen alle einem ähnlichen Muster. Doch jede dieser Lösungen ist maßgeschneidert und nicht darauf ausgelegt, mit den anderen zusammenzuarbeiten, so Google. Das Wissen bleibt in dem System eingesperrt, das es erzeugt hat. Genau diese Lücke soll OKF schließen.

Drei Designprinzipien, kein Plattformzwang

OKF folgt laut Spezifikation drei Grundsätzen: Das Format ist bewusst minimal gehalten und schreibt nur ein einziges Feld vor ("type"). Welche Typen existieren, welche weiteren Felder ein Dokument enthält und wie der Body strukturiert ist, bleibt dem Produzenten überlassen.

Produzenten und Konsumenten sind zudem voneinander entkoppelt: Ein von Menschen geschriebenes Bundle kann ein KI-Agent konsumieren, ein maschinell erzeugtes Bundle lässt sich in einem Visualizer betrachten. Und OKF ist an keinen Cloud-Anbieter, keine Datenbank und kein Agent-Framework gebunden.

Zusammen mit der Spezifikation veröffentlicht Google Cloud mehrere Referenzimplementierungen: einen Enrichment-Agenten, der BigQuery-Datensätze durchläuft und für jede Tabelle ein OKF-Dokument erstellt, einen statischen HTML-Visualizer sowie drei Beispiel-Bundles für GA4-E-Commerce, Stack Overflow und Bitcoin-Datensätze.

Google Cloud hat zudem seinen Knowledge Catalog aktualisiert, damit dieser OKF aufnehmen und an Agenten ausliefern kann. Die Spezifikation und der Code sind auf GitHub verfügbar, die Knowledge-Catalog-Integration separat dokumentiert.

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