Google und Meta wollen mit neuen KI-Agenten die Lücke zu OpenAI und Anthropic schließen
Google und Meta testen intern persönliche KI-Agenten, die im Alltag eigenständig Aufgaben erledigen sollen. Beide Konzerne reagieren damit auf den Vorsprung von Anthropic, OpenAI und Microsoft. Google hat dafür sein bisheriges Agenten-Vorzeigeprojekt eingestellt.
Google testet laut einem Bericht von Business Insider einen neuen persönlichen KI-Agenten unter dem Codenamen "Remy". Das Tool läuft in einer Mitarbeiter-Version der Gemini-App und ist mit weiteren Google-Diensten verzahnt. Remy wird intern als "24/7 personal agent for work, school, and daily life" beschrieben, der Fragen beantworten und eigenständig Aufgaben erledigen soll. Der Agent soll proaktiv auf relevante Vorgänge achten und mit der Zeit die Vorlieben der Nutzer lernen. Google lehnte einen Kommentar ab.
Google sucht eine Antwort auf OpenClaw
Google hat bisher kein breit verfügbares, autonomes Agenten-Produkt. Remy soll das ändern. Das Konzept erinnert an OpenClaw, das Agenten-Framework, das Anfang des Jahres viral ging. OpenAI kaufte OpenClaw-Macher Peter Steinberg im Februar.
Gleichzeitig hat Google mit Project Mariner ein bisheriges Aushängeschild im Agentenbereich abgeschaltet. Auf der Mariner-Webseite heißt es, der experimentelle Browser-Agent sei am 4. Mai 2026 eingestellt und seine Technologie in Gemini Agent überführt worden. Mitarbeiter wurden laut Berichten bereits zuvor vom Mariner-Team abgezogen, um an einer OpenClaw-Antwort zu arbeiten. Diesen Monat steht Googles I/O-Event an, bei dem Agenten einen Schwerpunkt bilden dürften.
Meta baut "Hatch" und einen Shopping-Agenten
Auch Meta arbeitet an einem OpenClaw-Pendant. Wie The Information berichtet, entwickelt das Unternehmen den Agenten "Hatch" sowie ein agentisches Shopping-Tool für Instagram. CEO Mark Zuckerberg drängt auf Produkte, die Renditen für die enormen KI-Investitionen liefern.
Hatch soll bis Ende Juni intern getestet werden. Meta hat dafür abgeschottete Webumgebungen aufgebaut, in denen der Agent auf Simulationen realer Webseiten wie DoorDash, Etsy und Reddit trainiert wird. Bisher wurde Hatch von Anthropics Claude-Modellen angetrieben, beim Launch soll Metas eigenes Modell Muse Spark übernehmen.
Das Shopping-Tool soll vor dem vierten Quartal in Instagram integriert werden. Nutzer sollen auf ein Produkt in einem Reel tippen, mehr darüber erfahren und den Kauf innerhalb der Plattform abschließen können. Meta will damit die Konkurrenz zu TikTok Shop verschärfen.
Eigenbau nach zwei gescheiterten Übernahmen
Hatch ist auch eine Notlösung. Meta hatte zuvor versucht, OpenClaws Steinberger selbst zu übernehmen, verlor aber gegen OpenAI. Die Übernahme des chinesischen KI-Agenten Manus im Dezember muss Meta auf Anordnung von Chinas Nationaler Entwicklungs- und Reformkommission rückabwickeln.
Zuckerberg hat das Vorhaben dennoch hoch aufgehängt. Auf der jüngsten Quartalskonferenz sagte er, Metas Ziel sei es, "Agenten zu liefern, die Ihre Ziele verstehen und dann Tag und Nacht daran arbeiten, Ihnen zu helfen, sie zu erreichen". Das Unternehmen erhöhte seine KI-Infrastruktur-Investitionen für dieses Jahr auf bis zu 145 Milliarden US-Dollar.
Anthropic und OpenAI setzen bisher die Messlatte
Während Google und Meta intern werkeln, sind andere weiter. Anthropic hat mit Claude Code und Claude Cowork zwei Agenten-Produkte am Markt. OpenAI baut neben dem Coding-Agenten Codex auf OpenClaw-Erfinder Steinberg und eine kommende "Super-App". Microsoft hat sich derweil mit Copilot Cowork aus dem Anthropic-Regal bedient.
Die Browser-Agenten-Welle ist derweil abgeflaut. Googles Mariner ist abgeschaltet, OpenAIs Atlas bleibt ein Nischenprodukt. Der Markt verlagert sich zu integrierten persönlichen Agenten, die in Mail, Kalender, Office und Shopping-Plattformen sitzen. Genau dort wollen Remy und Hatch ansetzen.
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