GPT-Rosalind: OpenAIs neues KI-Modell soll biologische Forschung beschleunigen
Kurz & Knapp
- OpenAI stellt GPT-Rosalind vor, ein auf Biowissenschaften spezialisiertes Reasoning-Modell, das Forscher bei Aufgaben wie Evidenzsynthese, Hypothesengenerierung, Experimentplanung und Datenanalyse unterstützen soll.
- Es ist nach der Chemikerin Rosalind Franklin benannt und soll besser über Moleküle, Proteine, Gene und krankheitsrelevante Biologie schlussfolgern können als bisherige GPT-Varianten.
- In internen Benchmarks zeigt GPT-Rosalind Verbesserungen gegenüber GPT-5, GPT-5.2 und GPT-5.4 in Bereichen wie Chemie, Biochemie und Experimentdesign. Das Modell ist derzeit nur als Research Preview für qualifizierte US-Enterprise-Kunden über ein "Trusted Access Program" verfügbar.
OpenAI stellt GPT-Rosalind vor, ein auf Biowissenschaften spezialisiertes Reasoning-Modell. Es soll Forschern helfen, schneller von der Hypothese zum Experiment zu kommen. Der Zugang ist stark eingeschränkt.
GPT-Rosalind ist nach der Chemikerin Rosalind Franklin benannt, deren Forschung zur Aufklärung der DNA-Struktur beitrug. Der Name ist Programm: Das Modell soll Aufgaben in den Biowissenschaften, der Wirkstoffforschung und der translationalen Medizin übernehmen. Es unterstützt Forscher bei der Evidenzsynthese, Hypothesengenerierung, Experimentplanung und anderen mehrstufigen Forschungsaufgaben.
Das Modell unterscheidet sich laut OpenAI von den bisherigen GPT-Varianten durch seine Spezialisierung auf wissenschaftliche Arbeitsabläufe. Es soll besser über Moleküle, Proteine, Gene, Signalwege und krankheitsrelevante Biologie schlussfolgern können und wissenschaftliche Tools sowie Datenbanken in mehrstufigen Workflows effektiver nutzen. Zu den unterstützten Aufgaben zählen Literaturrecherche, die Interpretation von Sequenz-Funktions-Zusammenhängen, Experimentplanung und Datenanalyse
Eigene Benchmarks zeigen Verbesserungen, unabhängige Prüfung steht aus
In internen Evaluierungen zeigt GPT-Rosalind laut OpenAI Verbesserungen gegenüber den Vorgängermodellen GPT-5, GPT-5.2 und GPT-5.4 in den Bereichen Chemie, Biochemie und Proteinverständnis, Phylogenetik, Experimentdesign und Tool-Nutzung.

Auf dem öffentlichen BixBench-Benchmark für Bioinformatik und Datenanalyse erreicht GPT-Rosalind einen Pass@1-Wert von 0,751. Damit liegt es laut OpenAI vor GPT-5.4 (0,732), Grok 4.2 (0,698), GPT-5 (0,728) und Gemini 3.1 Pro (0,550). Auf dem LABBench2-Benchmark, der Aufgaben wie Literaturrecherche, Datenbankzugriff, Sequenzmanipulation und Protokolldesign umfasst, übertrifft GPT-Rosalind GPT-5.4 in 6 von 11 Aufgaben. Die größte Verbesserung zeigt sich laut OpenAI bei CloningQA, einer Aufgabe, die das vollständige Design von DNA- und Enzymreagenzien für molekulare Klonierungsprotokolle erfordert.

Frei zugängliches Plugin verbindet mehr als 50 wissenschaftliche Datenquellen
Neben dem Modell selbst stellt OpenAI ein frei zugängliches Life-Sciences-Research-Plugin für Codex auf GitHub bereit. Dieses Plugin bietet modulare Skills für gängige Forschungsworkflows und verbindet Modelle mit über 50 öffentlichen Multi-Omics-Datenbanken, Literaturquellen und Biologie-Tools. Abgedeckt werden unter anderem Humangenetik, funktionelle Genomik, Proteinstruktur, Biochemie, klinische Evidenz und die Entdeckung öffentlicher Studien.

Das Plugin fungiert laut OpenAI als Orchestrierungsschicht, die Forschern bei breiten, mehrdeutigen und mehrstufigen Fragen helfen soll. Enterprise-Nutzer können es in Kombination mit GPT-Rosalind verwenden, alle anderen Nutzer mit den Standardmodellen von OpenAI.
OpenAI plant Modellserie und Partnerschaft mit Los Alamos
GPT-Rosalind ist als Research Preview in ChatGPT, Codex und der API verfügbar, allerdings nur für qualifizierte Enterprise-Kunden in den USA über ein sogenanntes "Trusted Access Program". Während der Vorschauphase soll die Nutzung keine bestehenden Credits oder Tokens verbrauchen. Preise und eine breitere Verfügbarkeit will OpenAI später bekannt geben.
Der Zugang basiert auf drei Prinzipien: Die nutzende Organisation muss legitime wissenschaftliche Forschung mit klarem öffentlichen Nutzen betreiben, über angemessene Governance-, Compliance- und Missbrauchspräventionskontrollen verfügen und den Zugang auf genehmigte Nutzer in sicheren, verwalteten Umgebungen beschränken.
GPT-Rosalind ist laut OpenAI das erste Release einer geplanten Modellserie für die Biowissenschaften. Das Unternehmen kündigt an, die biochemischen Reasoning-Fähigkeiten über tool-intensive und langfristige Forschungsworkflows hinweg weiter auszubauen.
Zu den Kunden und Partnern, die GPT-Rosalind bereits einsetzen, gehören laut OpenAI unter anderem Amgen, Novo Nordisk, Moderna, Thermo Fisher Scientific, Oracle Health and Life Sciences, NVIDIA, das Allen Institute, Benchling und die UCSF School of Pharmacy.
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