Meta umgeht Milliarden an US-Steuern, indem es KI-Rechenzentren als Experimente deklariert
Meta nutzt eine Steuervergünstigung für Forschung und Experimente, um Milliarden an US-Bundessteuern zu sparen.
Das Unternehmen stuft seine KI-Rechenzentren steuerlich als "Pilotmodelle" ein und deklariert KI-Chips von Nvidia und Co. als Versuchsmaterialien, berichtet die New York Times. 2025 sparte Meta so 3,9 Milliarden Dollar, nach 2 Milliarden im Vorjahr und 700 Millionen 2023. Meta ist damit laut der Times der größte Nutznießer dieser Steuergutschrift unter allen börsennotierten Unternehmen.
Die Einstufung als "Pilotmodell" passt kaum zu dem, was Meta Investoren und der Öffentlichkeit erzählt. Im Juli 2025 kündigte Zuckerberg an, "hunderte Milliarden Dollar in Rechenleistung zu investieren, um Superintelligenz zu bauen", gestützt auf mehrere Multi-Gigawatt-Cluster. Der erste, Prometheus, ist teilweise bereits in Betrieb, ein zweiter, Hyperion, soll auf 5 GW skalieren.
Schon im Januar 2025 sagte Zuckerberg, diese Rechenzentren würden "unsere Kernprodukte und unser Geschäft antreiben". Bis Juni 2026 legte Meta seine massive Recheninfrastruktur offen, einschließlich Partnerschaften mit Nvidia, AMD, AWS, Arm und Broadcom sowie eigener MTIA-Chips. Nichts davon klingt nach Experiment.

Möglich macht das ein Gesetz von 1981. James Shannon, der die Steuergutschrift damals im Kongress einbrachte, sagte der Times, sie sei für "Wissen, Information und Arbeitskraft" gedacht gewesen. Metas Nutzung gehe "weit über das hinaus, was sich jemand vorgestellt hatte".
Metas eigene Buchhalter sehen die Strategie laut der Times als rechtlich riskant. In SEC-Berichten warnt das Unternehmen, dass die Ersparnisse angefochten werden könnten. Die Rückstellungen für unsichere Steuerpositionen stiegen um 45 Prozent auf 18,74 Milliarden Dollar. Meta verteidigt sich mit 200 Milliarden Dollar an Investitionen in Forschung und Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren.
Metas Wirtschaftsprüfer EY genehmigte die Strategie, half bei deren Aufbau und bietet den gleichen Ansatz laut der Times inzwischen auch anderen Unternehmen an. Selbst bei Rückforderungen durch den IRS hätte Meta wohl profitiert: Das Kapital konnte in der Zwischenzeit arbeiten und den Börsenkurs stärken.
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