Metas neuer KI-Agent Muse zieht in einer Woche 500.000 Nutzer und Plagiatsvorwürfe an
Kurz & Knapp
- Metas neuer KI-Agent Muse erreichte in seiner ersten US-Woche über 500.000 Nutzer. Die Anwendung soll Alltagsaufgaben wie Recherchen oder Terminbuchungen automatisieren.
- Meta räumte ein, dass Muse stark vom Open-Source-Projekt OpenClaw inspiriert ist, nachdem Nutzer nahezu identische Dateien und Verhaltensregeln bemerkt hatten.
- Der dauerhafte Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob Nutzer bereit sind, solchen KI-Agenten Zugriff auf private Konten und sensible Daten zu gewähren.
Metas neuer KI-Agent startet stark, doch das Produkt ist laut Meta selbst "stark inspiriert" vom Open-Source-Projekt OpenClaw. Dateinamen und Inhalte sind teils nahezu identisch.
Metas persönlicher KI-Agent Muse hat in der ersten Woche nach dem Start am 8. September mehr als 500.000 Nutzer angezogen, darunter über 250.000 täglich aktive Nutzer. Die Nutzer haben insgesamt mehr als zwei Millionen Prompts eingegeben, wie The Information unter Berufung auf interne Daten berichtet.
Die App ist in den USA als eigenständige App und über WhatsApp verfügbar und hat Platz eins im Apple App Store erreicht, mit mehr als 31.000 Bewertungen. Muse soll Nutzern Routinearbeit abnehmen, etwa Reisen recherchieren und buchen, Angebote finden, Ausgaben verfolgen oder Terminprobleme lösen.
"Stark inspiriert" von OpenClaw
Gleichzeitig hat Meta eingeräumt, dass Muse stark am Open-Source-Projekt OpenClaw angelehnt ist. Nat Friedman, Produktchef von Metas Superintelligence Labs und ehemaliger GitHub-CEO, schrieb auf X, Muse sei "definitiv stark inspiriert" von OpenClaw, aber "von Grund auf neu gebaut" worden. Friedman erklärte, sein Team habe sich in OpenClaw verliebt und das Ziel gehabt, etwas Ähnliches zu bauen, das sich auf Milliarden Menschen skalieren lasse. Er nannte OpenClaw-Erfinder Peter Steinberger ein "Genie".
Nutzer hatten zuvor auf X festgestellt, dass Muse teils identische Dateinamen und nahezu identische Inhalte wie OpenClaw verwendet, darunter eine sogenannte SOUL.md-Datei. Diese Textdatei legt die Persönlichkeit, den Kommunikationsstil und die Verhaltensregeln eines KI-Agenten fest.
Ansh Nanda, Mitgründer einer KI-App, hatte in einem viral gegangenen Post behauptet, "Muse ist buchstäblich OpenClaw für Normalnutzer." Auf die Frage, warum die Dateinamen und Inhalte nahezu identisch seien, antwortete Friedman lediglich, man habe gedacht, dass Steinberger "diese Dinge genau richtig gemacht" habe.
Das Vorgehen passe zu Metas bekannter Strategie, vielversprechende Produkte aufzugreifen und deren beste Funktionen zu kopieren, schreibt TechCrunch. Bekanntestes Beispiel sei die Übernahme des von Snapchat erfundenen Stories-Formats.
Konkurrenz und offene Fragen
Ob das anfängliche Interesse an Muse in dauerhafte Nutzung mündet, bleibt offen. Laut TechCrunch übertrifft Muse beim direkten Vergleich von Plattformen und Marktverfügbarkeit sogar den frühen Mobilstart von ChatGPT.
OpenAI hat laut The Information ebenfalls die Entwicklung eines persönlichen KI-Assistenten als Antwort auf Muse diskutiert. Entscheidend wird sein, ob Nutzer bereit sind, KI-Agenten Zugang zu ihren persönlichen Daten, Konten und sensiblen Informationen zu geben.
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