Microsoft baut Copilot erneut um, jetzt mit Autopilot-Agent und nutzungsbasierter Abrechnung
Microsoft bringt einen auf OpenClaw basierenden Copilot-Agenten auf den Markt, den das Unternehmen "Autopilot" nennt. Das Update teilt die Copilot-App in drei Bereiche auf: Home, Code und Autopilot.
Der vormals als "Scout" bekannte Agent ist wie OpenClaw ein proaktiver, dauerhaft laufender Agent für Unternehmen. Er bekommt einen eigenen Cloud-Computer, Arbeitsbereich, Speicher und eine eigene Identität, um Aufgaben selbstständig zu erledigen. Er kann etwa Teams-Kanäle überwachen, Lieferantenbewertungen koordinieren oder wiederkehrende Aufgaben abarbeiten.
Autopilot lässt sich per @-Erwähnung in Teams, Outlook oder Dokumenten ansprechen und läuft in der Cloud weiter, auch wenn man selbst offline ist. Laut Microsofts KI-Marketingchef Jared Spataro versteht Autopilot über Microsoft IQ, wie eine Organisation tatsächlich arbeitet, und bringt Berechtigungen, Audit und Governance mit.
Daneben führt Microsoft "Code" ein. Damit sollen auch Nicht-Entwickler Apps, Dashboards und Automatisierungen in natürlicher Sprache erstellen können. Code basiert auf der gleichen Technik wie GitHub Copilot und läuft in einer abgesicherten Umgebung über die Copilot Managed Runtime.
"Home" vereint Chat und Zusammenarbeit, inklusive der kommenden Funktion "Today". Das Dashboard für E-Mails, Kalender, Teams-Nachrichten und Aufgaben geht ab Oktober in die private Vorschau. Word, Excel und PowerPoint sind nun direkt in Copilot eingebettet.
Interessant ist die Änderung der Abrechnung. Für Autopilot, Code und Cowork setzt Microsoft auf nutzungsbasierte Abrechnung statt einer Flatrate, ähnlich wie ChatGPT Enterprise über ein bestimmtes Kontingent hinaus. Die reguläre Copilot-Lizenz deckt nur noch Chat und die Integrationen in die Office-Apps ab. Damit zieht sich Microsoft wie angekündigt ein Stück aus dem KI-Subventionsgeschäft bei Flatrates zurück.
Bei Office-Integrationen wählt ein Auto-Router bei jeder Anfrage automatisch das passende Modell aus, basierend auf Genauigkeit, Geschwindigkeit und Kosten. Microsoft dürfte hier seine eigenen, auf Effizienz optimierten Modelle bevorzugen, die qualitativ allerdings nicht mit Frontier-Modellen mithalten können.
IT-Admins können darüber hinaus festlegen, welche Modellfamilien bestimmten Nutzergruppen zur Verfügung stehen. Für die nutzungsbasiert abgerechneten Funktionen kommen laut Microsoft auch Frontier-Modelle wie OpenAIs Astra und Anthropics Fable zum Einsatz. Neue FinOps-for-AI-Tools sollen Unternehmen helfen, ihre KI-Ausgaben zu kontrollieren.
Start zunächst nur limitiert
Nadella will Autopilot perspektivisch auch für Verbraucher bringen und verweist auf mehr als 100 Millionen Consumer-Abonnenten im Microsoft-Kosmos. Im Unternehmensbereich sieht er den Agenten-Markt als deutlich größer als den Cloud-Markt. Bei Verbrauchern könnten Agenten bestehende Zwischenhändler verdrängen.
Home und Code werden in den kommenden Wochen über Microsofts Frontier-Programm ausgerollt. Autopilot startet Ende September als private Vorschau. Code soll später im Jahr für Microsoft-365-Premium- und Pro-Abonnenten verfügbar sein.
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