Microsoft gründet "Frontier Company" mit 6.000 Ingenieuren für KI-Integration bei Unternehmenskunden
Mit der "Frontier Company" will Microsoft 6.000 Ingenieure und Branchenexperten direkt bei Unternehmenskunden einsetzen, um KI-Systeme in deren Kernprozesse zu integrieren.
Microsoft hat eine neue operative Geschäftseinheit namens "Frontier Company" angekündigt. Sie ist mit 2,5 Milliarden US-Dollar ausgestattet und soll KI-Transformationen bei Unternehmenskunden vorantreiben.
Laut Judson Althoff, CEO von Microsoft Commercial Business, werden 6000 Industrie- und Engineering-Experten direkt bei Kunden integriert, um KI-Systeme gemeinsam zu entwerfen, bereitzustellen und kontinuierlich zu verbessern.
Die Einheit gehe über das in der Branche bekannte "Forward Deployed Engineering" hinaus und solle die "größte, ergebnisorientierte Engineering-Organisation der Branche" werden, schreibt Althoff. Kunden müssten nach der ersten KI-Experimentierphase nun messbare Geschäftsergebnisse liefern und einen Return on Investment nachweisen. Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der die Kosten von KI-Modellen kritischer diskutiert werden und viele Unternehmen den tatsächlichen Produktivitätsgewinn bisher nicht klar beziffern können.
Zur Skalierung setzt Microsoft auf sein bestehendes Partnernetzwerk. Dazu zählen Systemintegratoren wie Accenture, Capgemini, EY, KPMG und PwC. Sie sollen den Ansatz weltweit in allen Märkten und Segmenten verfügbar machen. Die Leitung der neuen Einheit übernimmt Rodrigo Kede Lima.
Microsoft positioniert sich bewusst als plattformneutrale Alternative zu Anbietern wie OpenAI und Anthropic, die mit ihren eigenen Deployment-Firmen (siehe unten) ausschließlich die eigenen Modelle bei Unternehmenskunden platzieren. Die Tage einer sehr engen Partnerschaft mit OpenAI scheinen daher endgültig gezählt. Dass ausgerechnet Microsoft gegen einen Vendor-Lock-In argumentiert, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Schließlich gehört genau das seit jeher zum Spezialgebiet der Redmonder.
Dritter im Bunde einer branchenweiten Bewegung
Auch OpenAI und Anthropic setzen neuerdings auf spezialisierte Deployment-Firmen. Das ist wohl ein Zugeständnis, dass die Einführung generativer KI weit mehr erfordert als ein Chat-Tool. Alle drei Initiativen eint die Erkenntnis, dass KI erst durch die Einbettung in bestehende Geschäftsprozesse, Datenpipelines und Compliance-Strukturen konkreten Nutzen entfaltet.
OpenAI hat mit der "Deployment Company" (DeployCo) eine Tochterfirma mit über vier Milliarden US-Dollar Kapital gegründet, die rund 150 Forward Deployed Engineers direkt bei Kunden einsetzt. Laut DeployCo-CTO Arnaud Fournier dient die Arbeit beim Kunden zugleich als Rückkanal, um Modellschwächen zu erkennen und die Forschung gezielt zu verbessern.
Anthropic wiederum hat gemeinsam mit Blackstone, Goldman Sachs und weiteren Investoren ein eigenes Unternehmen angekündigt. Es richtet sich gezielt an mittelständische Unternehmen, denen eigene Ressourcen für KI-Projekte fehlen.
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