OpenAI baut Codex und API zum DevDay mit Sicherheitsscans, Decisions API und Ultrafast aus
Kurz & Knapp
- OpenAI erweitert seinen Programmierassistenten Codex um wiederverwendbare Cloud-Entwicklungsumgebungen, eine sprachgesteuerte CLI und eine Code-Review-Funktion in der Desktop-App. Zudem scannt das neue Werkzeug Codex Security Cloud Repositorys auf Sicherheitslücken und bereitet automatische Korrekturen vor.
- Für Entwickler ergänzt das Unternehmen die Agents API um die Funktion "Computer Use", mit der Agenten eigenständig Software bedienen können, und führt eine Decisions API auf Basis von GPT-6 Luna für schnelle Einzelentscheidungen und Klassifizierungen ein.
- Mit der neuen Stufe "Ultrafast" bietet OpenAI eine deutlich beschleunigte Token-Generierung an, die in der API das Sechsfache des regulären Preises kostet und für GPT-6 Astra im Enterprise-Tarif sowie im neuen Abonnement Pro 500 für 500 US-Dollar pro Monat verfügbar ist.
Codex bekommt wiederverwendbare Cloud-Umgebungen und scannt Repositories auf Sicherheitslücken. Die Agents API lernt Computer Use, dazu kommen eine Decisions API und die teure Turbo-Stufe Ultrafast.
OpenAI hat die Neuerungen auf seiner Entwicklerkonferenz DevDay 2026 in San Francisco vorgestellt. Für Entwickler gibt es außerdem eine überarbeitete Codex CLI, eine Code-Review-Ansicht in der ChatGPT-Desktop-App und eine neue technische Basis für die gemeinsame Agenten-Plattform mit Amazon.
Wiederverwendbare Umgebungen für Codex in der Cloud
Codex lässt sich laut OpenAI jetzt auf dem eigenen Rechner, vom Smartphone aus oder in der Cloud von jedem Gerät aus nutzen. Die Steuerung über die ChatGPT-App auf dem Smartphone hatte OpenAI bereits im Mai eingeführt. Neu sind wiederverwendbare Entwicklungsumgebungen, mit denen Aufgaben schneller starten sollen. Teams teilen sich darüber eine gemeinsame Konfiguration mit freigegebenen Einstellungen und Berechtigungen. Codex in der Cloud steht in den Tarifen Plus, Pro, Business, Enterprise, Edu und Healthcare bereit.

Die Codex CLI hat OpenAI überarbeitet. Nutzer können Aufgaben jetzt per Sprache starten und steuern. Die neue Ansicht "/agents" soll das Delegieren erleichtern und zeigt mehrere Aufgaben gleichzeitig an. OpenAI hat außerdem das Bearbeiten von Prompts, das Fortsetzen von Sitzungen und die Arbeit mit Git-Worktrees verbessert und die Terminal-Oberfläche aufgeräumt. Die neue CLI gibt es in allen Tarifen.
Code Review in der Desktop-App, Sicherheitsscans in der Cloud
Die ChatGPT-Desktop-App bekommt eine eigene Code-Review-Ansicht für Änderungen über mehrere Projekte hinweg. Entwickler lesen dort Zusammenfassungen, gehen Diffs durch und fragen Codex nach möglichen Problemen, bevor sie Feedback in GitHub-Pull-Requests oder GitLab-Merge-Requests hinterlassen. Mit automatischen Reviews erledigt Codex einen ersten Durchgang in der Cloud, während der Entwickler nicht am Rechner ist. Die Funktion steht allen Tarifen offen.

Die Codex Security Cloud richtet sich an Sicherheitsteams. Das Werkzeug scannt ganze GitHub-Repositorys auf Abruf oder nach Zeitplan und prüft neue Commits fortlaufend. Codex untersucht die Funde, sortiert Dubletten aus und bereitet Fixes in der Cloud vor, auch bei zugeklapptem Laptop. Im Juli hatte OpenAI bereits die Codex Security CLI als Open-Source-Werkzeug veröffentlicht, die Repositorys per Kommandozeile und in CI/CD-Pipelines prüft.
Nutzer der Cloud-Version erhalten zudem Zugriff auf die Modelle aus Daybreak Blue, ohne sich separat für Daybreak bewerben zu müssen. Daybreak Blue ist die defensive Stufe von OpenAIs Cybersecurity-Programm für Aufgaben wie Malware-Analyse und verlangte bisher unter anderem eine Identitätsprüfung. Codex Security Cloud gibt es für Pro, Business, Enterprise und Edu auf dem Desktop und im Web.

Agents API bedient jetzt Software
Die Agents API ist seit dem 11. September als öffentliche Beta verfügbar und nutzt dieselbe Infrastruktur wie Codex und ChatGPT. Neu ist Computer Use, mit dem Agenten Software selbst bedienen und so Aufgaben erledigen. In Codex und ChatGPT bietet OpenAI die Funktion seit April auf macOS und seit Mai auch unter Windows 11 an.
Laut OpenAI stehen in der API außerdem die Multi-Agenten-Funktionen, Tool Search und Context Compaction aus Codex bereit, also das automatische Verdichten langer Kontexte.

AWS und OpenAI hatten Bedrock Managed Agents bereits im April als begrenzte Vorschau angekündigt. Die Plattform übernimmt jetzt die Kernfunktionen der Agents API, lässt sich an AWS anpassen und direkt mit AWS-Ressourcen verbinden. Entwickler können damit OpenAI-Agenten bauen, die vollständig in AWS laufen.
Decisions API zielt auf schnelle Einzelentscheidungen
OpenAI steigt mit der Decisions API in das Feld der sogenannten System-One-Modelle ein. Das Start-up TypeSafe AI des ehemaligen OpenAI-Forschers Diogo Almeida hatte Mitte September mit Jev ein solches Modell vorgestellt und einen regelrechten Hype in der Entwicklercommunity ausgelöst. Die Kombination aus stärkerem Modell als Orchestrator und einem schnellen Entscheidungsmodell ist vielversprechend. Ein Minecraft-Agent lässt GPT-6 Astra etwa Ziele und Wegpunkte planen, Jev wählt die einzelnen Aktionen wie Abbauen, Craften oder Kämpfen.
OpenAI setzt für die Decisions API auf eine Variante von GPT-6 Luna, sein günstiges Modell. Entwickler legen Fragen mit einer begrenzten Zahl vordefinierter Antworten fest, übergeben Kontext als Text oder Bild und erhalten eine Antwort. Damit können sie Inhalte klassifizieren, Anfragen weiterleiten oder den nächsten Schritt eines Agenten bestimmen. Die API startet als begrenzte Vorschau, eine breite Freigabe soll in den kommenden Tagen folgen.

Ultrafast kostet das Sechsfache
Die neue Premium-Stufe Ultrafast beschleunigt die Token-Generierung in Codex laut OpenAI um bis zu das Achtfache auf 300 Token pro Sekunde, in der API um bis zu das Sechsfache. In der API kostet Ultrafast das Sechsfache des Standardpreises. Für GPT-6 Astra wären das demnach 60 US-Dollar pro Million Input-Token und 300 US-Dollar pro Million Output-Token.
Den Fast-Modus von Astra bietet OpenAI zum doppelten Preis bei 2,5-facher Geschwindigkeit an. Deutlich schneller war GPT-5.3-Codex-Spark mit über 1.000 Token pro Sekunde auf Cerebras-Hardware, allerdings als kleineres Modell mit schwächeren Benchmark-Werten.
GPT-6 Astra Ultrafast ist ab sofort in der API sowie in ChatGPT Work und Codex für Enterprise-Kunden und den neuen Tarif Pro 500 verfügbar. Dieser kostet 500 US-Dollar und soll das höchste Nutzungskontingent aller Abos bieten. Wie hoch es genau ist, gibt OpenAI nicht an. Das bestehende Pro-Abo für 200 US-Dollar enthält in ChatGPT Work und Codex künftig nur noch das Zehnfache statt des Zwanzigfachen der Plus-Nutzung, und die GPT-6-Pro-Nachrichten im Chat halbieren sich von 200 auf 100 pro Woche. Bestandskunden behalten ihre Limits für eine Übergangszeit und erhalten eine einmalige Gutschrift.
Das ebenfalls neue GPT-6.1 Sol kostet in der API wie sein Vorgänger 2 US-Dollar pro Million Input-Token und 10 US-Dollar pro Million Output-Token. Eine Ultrafast-Variante soll in den kommenden Tagen folgen.
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