OpenAI experimentiert offenbar mit Bezahlung nur bei erfolgreicher KI-Arbeit
Kurz & Knapp
- OpenAI und andere Softwareanbieter testen ergebnisbasierte Preismodelle. Großkunden zahlen dabei erst, wenn die KI eine Aufgabe erfolgreich abschließt.
- Hohe Betriebskosten zwingen die Branche zum Umdenken. Anbieter wie Salesforce koppeln ihre Preise nun direkt an die beim Kunden erzielten Umsatzsteigerungen oder Kostensenkungen.
- Die Schwierigkeit des Modells ist die Erfolgszuordnung. Ohne klare Regeln lässt sich schwer nachweisen, ob positive Ergebnisse tatsächlich der KI zu verdanken sind.
Softwareanbieter rücken von festen Abogebühren ab und rechnen nach Nutzung oder erzielten Ergebnissen ab. Laut einem Bericht gehört auch OpenAI dazu, bislang unbemerkt.
OpenAI hat in den vergangenen Monaten begonnen, einigen Großkunden die Option zu geben, erst dann zu zahlen, wenn die KI eine Aufgabe tatsächlich abschließt, etwa die Bearbeitung von Kundensupport-Anfragen. Das berichtet The Information unter Berufung auf eine Person mit direkter Kenntnis der Vorgänge. Der Fall war bisher nicht öffentlich bekannt. Ein OpenAI-Sprecher wollte sich nicht äußern.
OpenAI übernimmt damit ein Modell, das vor allem Start-ups vorangetrieben haben: ergebnisbasierte Preise, bei denen Kunden nur zahlen, wenn die KI funktioniert. Sierra und Fin, letzteres wird derzeit von Salesforce für 3,6 Milliarden US-Dollar übernommen, berechnen nur Aufgaben, die die KI ohne menschliches Eingreifen erledigt. Der Programmierassistent Cognition verspricht Firmenkunden Guthaben von bis zu 10 Millionen US-Dollar, falls die Software keine Ergebnisse liefert, die mindestens so viel wert sind wie der gezahlte Preis. Auch ältere Anbieter wie Adobe, HubSpot und Zendesk gehen in diese Richtung.
Warum die Abogebühr unter Druck steht
Der Hintergrund ist wenig glamourös: KI-Produkte sind teuer im Betrieb, haben das Umsatzwachstum der Softwarekonzerne laut The Information bislang aber nicht beschleunigt. Zugleich sind die IT-Budgets der Kunden durch konkurrierende Werkzeuge wie Anthropics Claude belastet, das zuletzt stärker in eine Abrechnung nach Nutzung drängte.
Salesforce lässt Unternehmen inzwischen wählen, wie sie für die eigene KI Agentforce zahlen, inklusive individuell verhandelter Verträge, die sich daran orientieren, wie stark die KI den Umsatz steigert oder Kosten senkt. "Kunden wollen auf unterschiedliche Weise kaufen und Preise gestalten", sagte CEO Marc Benioff in einer Investorenkonferenz. Es gehe nicht nur darum, zu sagen, man habe so viele Anrufe abgeschlossen, also zwei Dollar zu verlangen: Man wolle sagen, man habe den Umsatz um so viel gesteigert, "also gib uns zwei Dollar, weil wir dir 20 oder 40 eingebracht haben".
Der offene Punkt ist die Zuordnung
Je verbreiteter das Modell, desto heikler die Frage, ob eine Kosteneinsparung oder ein Verkaufsabschluss der Software oder dem Kunden selbst zu verdanken ist. Der Zahlungsdienstleister Stripe hat dazu bereits Leitlinien veröffentlicht: Ein Ergebnis könne "aus Produktanpassungen, Marketingkampagnen oder Saisonalität" stammen. Ohne explizite Zuordnungsregeln könnten Kunden bestreiten, dass der Anbieter den Erfolg herbeigeführt hat.
Auch Adobe hat angekündigt, seine neu gebündelte KI-Suite CX Enterprise teilweise nach dem erzeugten Wert abzurechnen, etwa nach der Zahl abgeschlossener Werbekampagnen. Konkrete Preise nannte Adobe nicht, Abo- und Nutzungsmodelle bleiben für andere Werkzeuge bestehen, bestehende KI-Funktionen für Foto- und Videobearbeitung sind ausgenommen.
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