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OpenAI verschiebt Börsengang offenbar auf 2027, SoftBank-Aktie stürzt ab

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Kurz & Knapp

  • OpenAI verschiebt seinen Börsengang einem Bericht zufolge auf das Jahr 2027, weil CEO Sam Altman auf einer Unternehmensbewertung von einer Billion US-Dollar beharrt.
  • Berater empfehlen das Warten wegen volatiler Tech-Märkte und der schwachen Aktienentwicklung nach dem SpaceX-Börsengang. Zudem schreibt OpenAI bei stagnierenden ChatGPT-Nutzerzahlen weiterhin hohe Verluste.
  • Die Nachricht löste bei SoftBank, einem der größten Geldgeber von OpenAI, einen Kurseinbruch von 13 Prozent aus, da der Investor auf eine schnelle Wertsteigerung durch den Börsengang gesetzt hatte.

Berater raten OpenAI, mit dem IPO bis nächstes Jahr zu warten. Auslöser sind volatile Tech-Märkte und die schwache Performance von SpaceX nach dessen Rekord-Börsengang. SoftBank, einer der größten Geldgeber, verliert an einem Tag 13 Prozent.

OpenAI tendiert dazu, seinen Börsengang auf 2027 zu verschieben. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf drei Personen, die in die Beratungen eingebunden sind. Ursprünglich hatte das Unternehmen einen Börsengang für das dritte oder vierte Quartal 2026 angepeilt und dafür bereits Banker und Anwälte engagiert.

CEO Sam Altman drängt laut den Quellen darauf, OpenAI mit einer Billion US-Dollar zu bewerten, gegenüber der letzten privaten Bewertung von 730 Milliarden Dollar. Genau diese Forderung scheint nun zur Verschiebung zu führen: Die Berater hätten Altman zwei Optionen vorgelegt, so die NYT, entweder 2027 mit der Billionen-Bewertung oder ein schnellerer IPO mit niedrigerem Preisschild. Altman habe jede Abweichung von der Billion als "nonstarter" zurückgewiesen.

SpaceX als abschreckendes Beispiel

Gerüchte über eine mögliche Verschiebung gab es bereits früher. Neue Argumente hat nach Angaben der NYT vor allem die Entwicklung bei SpaceX gegeben. Elon Musks Raumfahrtkonzern brachte Anfang des Monats den größten Börsengang aller Zeiten über die Bühne, sammelte mehr als 85 Milliarden Dollar ein und erreichte am ersten Handelstag eine Bewertung von 1,77 Billionen Dollar. Seitdem rutscht die Aktie ab, von einem Hoch bei 202 Dollar auf zuletzt 153 Dollar. Hinzu kommen volatile Tech-Märkte, in denen Investoren zunehmend hinterfragen, ob KI-Unternehmen ihre hohen Versprechen einlösen können. Die Berater warnten OpenAI laut NYT, dass Privatanleger derzeit wenig Begeisterung für die Aktie aufbringen dürften.

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Ende 2025 hatte CFO Sarah Friar, noch erklärt, das Unternehmen verfolge keinen Börsengang und konzentriere sich auf seine Finanzen. OpenAI strich daraufhin Nebenprojekte wie den Video-Generator Sora und baut ein Vertriebsteam auf, um mit dem Coding-Produkt Codex gegen Anthropics Claude Code zu bestehen.

Wie offensiv OpenAI parallel das B2B-Geschäft hochzieht, zeigte zuletzt Arnaud Fournier, CTO der neuen Tochter DeployCo, im Gespräch mit THE DECODER. Demnach zählt das Coding-Werkzeug Codex weltweit über vier Millionen wöchentliche Nutzer, ein Fünffaches binnen drei Monaten. Fournier verwies zudem auf massive Investitionen in eigene Recheninfrastruktur, mit denen OpenAI breiten Zugang sichern wolle, und beschrieb die DeployCo-Ingenieure als Mechanismus, um Modelle tief in Konzernprozesse einzubetten. Genau aus solchen Zahlen und der Aussicht auf eine Enterprise-Transformation speist sich die Erzählung, mit der Altman die Billionen-Bewertung gegenüber Investoren begründen will.

Doch die Finanzlage bleibt weiter angespannt: OpenAI erzielte 2025 rund 13 Milliarden Dollar Umsatz und will ihn in diesem Jahr verdreifachen, schreibt aber nach wie vor keine Gewinne und investiert massiv in Rechenzentren. Parallel stagnieren die ChatGPT-Nutzerzahlen bei rund 900 Millionen, deutlich unter der erwarteten Milliardenmarke.

SoftBanks Wette wackelt

Die Gerüchte um die Verschiebung trafen den japanischen Großinvestor SoftBank besonders hart. Wie Bloomberg berichtet, fiel die SoftBank-Aktie um 13 Prozent, der stärkste Rückgang seit August 2024. Das Investment in OpenAI soll bis Oktober rund 65 Milliarden Dollar erreichen. Die IPO-Fantasie hatte SoftBanks Marktkapitalisierung zuletzt über die von Toyota gehoben.

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Hiroki Takei, Stratege bei Resona Holdings, sagte Bloomberg, ein OpenAI-Börsengang würde einen transparenten Marktpreis für einen großen Teil von SoftBanks Beteiligungen liefern und den üblichen Konglomerats-Discount auf die SoftBank-Aktie reduzieren. "Nachrichten über eine IPO-Verschiebung dämpfen diese Erwartungen naturgemäß", so Takei.

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