OpenAI verzeichnet weiter rasantes Umsatzwachstum und plant neue 30-Milliarden-Runde
Kurz & Knapp
- OpenAIs annualisierte Umsatzrate lag Ende September bei rund 50 Milliarden US-Dollar.
- Eine zuvor genannte Zahl von knapp 70 Milliarden Dollar beruhte auf einer Hochrechnung zum Vergleich mit Anthropic, da beide Unternehmen Umsätze aus Partnerverkäufen in ihren Bilanzen unterschiedlich ausweisen.
- Bis Ende 2026 rechnet OpenAI vor allem durch Zuwächse im Geschäftskundenbereich tatsächlich mit einer annualisierten Umsatzrate von mindestens 70 Milliarden Dollar. Parallel verhandelt das Unternehmen über eine neue Finanzierungsrunde von mindestens 30 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 1,4 Billionen Dollar.
Update vom 9. Oktober 2026:
OpenAIs annualisierte Umsatzrate lag Ende September bei rund 50 Milliarden US-Dollar, berichtet die Financial Times. Die zuvor berichteten knapp 70 Milliarden Dollar (siehe unten) beruhten laut Axios auf einer Hochrechnung, die OpenAIs Umsatz mit dem von Anthropic vergleichbarer machen sollte.
Die Differenz erklärt sich durch die unterschiedliche Erfassung von Partnerverkäufen, es handelt sich also um eine Bilanzierungsfrage: Anthropic verbucht bei Verkäufen über Cloud-Partner den gesamten Kundenumsatz und erfasst den Anteil des Cloud-Anbieters anschließend als Aufwand. OpenAI zählt bei bestimmten Partnerverkäufen dagegen nur den eigenen Anteil als Umsatz.
Beide Verfahren entsprechen laut Axios den US-Rechnungslegungsstandards GAAP, abhängig davon, welche Rolle das jeweilige Unternehmen bei der Transaktion übernimmt: Wer die Kundenbeziehung kontrolliert und für die Bereitstellung des Produkts verantwortlich ist.
Nach dem Bericht der Financial Times gerieten Tech-Aktien unter Druck, insbesondere Chip-Aktien verloren mehrere Prozent. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie nervös der Markt bereits ist und wie stark er am Schicksal der beiden großen US-KI-Unternehmen zu hängen scheint; womöglich auch ein Grund, warum Anthropic bei seinem Börsengang zögerlich agiert und OpenAI den eigenen bereits aufs nächste Jahr verschoben hat.
OpenAI-CEO Sam Altman begründete die Verschiebung zwar zuletzt mit Sicherheitsrisiken, aber sie stand schon lange vor den Cybersecurity-Vorfällen der letzten Monate fest. Im April hieß es, dass OpenAI die internen Wachstumsziele nicht erreicht habe.
OpenAI wächst weiter schnell und sucht frisches Kapital
Davon unabhängig erwartet OpenAI laut einem Bloomberg-Bericht, bis Ende 2026 tatsächlich eine annualisierte Umsatzrate von mindestens 70 Milliarden Dollar zu erreichen. OpenAI teilte die Zahlen laut Bloomberg im Rahmen von Gesprächen über eine neue Finanzierungsrunde mit. Treiber sei vor allem das wachsende Geschäft mit Unternehmenskunden. Die annualisierte Umsatzrate sei im dritten Quartal insgesamt um 77 Prozent gestiegen, im Geschäftskundenbereich um 107 Prozent, berichtet CNBC.
Das KI-Unternehmen verhandelt laut Bloomberg über mindestens 30 Milliarden Dollar bei einer angestrebten Bewertung von 1,4 Billionen Dollar vor Zufluss des neuen Kapitals. Im März hatte OpenAI zuletzt bis zu 122 Milliarden Dollar eingesammelt, bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar einschließlich des frischen Kapitals.
Die entscheidende Frage rund um eine vermutete KI-Blase bleibt, ob das Umsatzwachstum der KI-Unternehmen ausreicht, um die hohen Verpflichtungen für den Ausbau der Rechenkapazität langfristig zu finanzieren. Das wiederum dürfte eng gekoppelt sein an messbare Produktivitätsgewinne.
Ursprünglicher Artikel vom 29. September 2026:
1,2 Milliarden Nutzer pro Woche: OpenAI wächst mit ChatGPT und Codex rasant weiter
OpenAI nähert sich einer jährlichen Umsatzrate von 70 Milliarden Dollar – ein Anstieg von rund 70 Prozent seit Beginn des dritten Quartals, wie Axios zuerst berichtete. Die Umsatzrate rechnet den aktuellen Monatsumsatz auf ein Jahr hoch (ARR). Anthropics Umsatzrate soll im Juli 65 Milliarden Dollar überschritten haben, neuere Schätzungen liegen bei 70 Milliarden oder mehr. Anthropic bereitet einen Börsengang vor, der im November stattfinden könnte.
OpenAIs Wachstum geht primär auf den verstärkten Verkauf an Geschäftskunden zurück, auch erkauft durch einen aggressiven Preiskampf mit den Claude- und China-Modellen, den das Unternehmen mit dem gerade vorgestellten GPT-6.1-Sol noch verstärkt hat. Auch der Codex-Programmierassistent, bedingt durch die Beliebtheit der GPT-6-Reihe, konnte zuletzt stark wachsen.
ChatGPT wird laut OpenAI inzwischen von mehr als 1,2 Milliarden Menschen pro Woche genutzt, mehr als 35 Millionen arbeiten wöchentlich mit ChatGPT Work und Codex, und 2,5 Millionen Unternehmen setzen OpenAI-Produkte ein. Die große Frage ist, ob das Umsatzwachstum weiter schnell genug ist, um die hohen Verbindlichkeiten für den Rechenzentrumsausbau gegenzufinanzieren.
KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert
Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.
Jetzt abonnieren