Anzeige
Skip to content

"Panikmache und Konfrontation": China kontert Aufrufe der US-KI-Chefs zur Verlangsamung

Image description
Nano Banana Pro prompted by THE DECODER

China hat die Warnungen der US-KI-Chefs vor KI-Risiken scharf zurückgewiesen. Die staatliche Global Times wirft Anthropic-CEO Amodei vor, einen "stillen KI-Kalten Krieg" zu führen.

Außenministeriumssprecher Guo Jiakun forderte in Peking eine "offene, inklusive, allgemein nützliche und ethische" KI-Entwicklung (via Bloomberg). "Panikmache, Konfrontation und rücksichtsloser Wettbewerb" schadeten allen, sagte er.

Die staatliche Global Times warf Anthropic-CEO Amodei vor, einen "stillen KI-Kalten Krieg" zu führen, um Chinas technologische Entwicklung zu unterdrücken. Amodei hatte unter anderem gefordert, gegen Destillation vorzugehen, also die Praxis, Ausgaben amerikanischer KI-Modelle zu nutzen, um konkurrierende Systeme zu trainieren, die angeblich speziell von chinesischen KI-Laboren genutzt wird, um mitzuhalten.

Gleichzeitig warnte Chinas Sicherheitsminister Chen Yixin selbst vor KI-Missbrauch durch "feindliche Kräfte", etwa durch Deepfakes oder Cyberangriffe. Er nannte dabei konkret Anthropics Mythos und OpenAIs GPT-5.5-Cyber als Modelle, die Schwachstellen finden und Malware erstellen könnten. Anders als die US-Chefs forderte Chen aber keine Verlangsamung, sondern mehr Forschung an fortgeschrittenen Chips und einen schnelleren Ausbau der KI-Infrastruktur.

Anzeige

Peking fürchtet laut Tsinghua-Forscher Sun Chenghao, dass die USA Sicherheitsbedenken als Vorwand für weitere Technologiebeschränkungen nutzen. Chinesische Offizielle könnten Aufrufe zur Verlangsamung als Versuch sehen, den bestehenden US-Vorsprung zu zementieren.

Trump ist gegen Verlangsamung

US-Präsident Trump hatte zuvor deutlich gemacht, dass er eine freiwillige Verlangsamung von KI gerade im Kontext des Wettrennens mit China ablehnt. Tech-Entscheider würden Negativszenarien beschreiben, die nicht eintreten würden. Die Debatte findet kurz vor dem geplanten Gipfel zwischen Trump und Xi am 24. September statt.

Zuvor hatten unter anderem Anthropic-CEO Dario Amodei, OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk dafür plädiert, die Entwicklung fortgeschrittener KI-Modelle zu verlangsamen. Eine Verlangsamung heiße allerdings nicht "stoppen", so Altman. Die Weiterentwicklung würde immer noch rasant weitergehen, aber nicht am Rande des technisch Machbaren.

Sollte sich China diesen Plänen nicht anschließen, dürften auch die patriotisch geprägten und ohnehin schon militärisch involvierten US-KI-Labore, sofern technisch überhaupt möglich, ihre Strategie noch einmal überdenken – insbesondere wenn sich sogar die US-Regierung selbst gegen eine Verlangsamung stellt. Dann kann nur gelten, möglichst schnell das möglichst mächtigste KI-System zu entwickeln, ähnlich wie im Kalten Krieg.

Anzeige

KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert

Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.

Quelle: FT | Bloomberg