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SpaceX schluckt Cursor-Entwickler Anysphere für 60 Milliarden Dollar

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Kurz & Knapp

  • SpaceX hat kurz nach seinem Börsengang das KI-Coding-Start-up Anysphere, das den Programmierassistenten Cursor entwickelt, für 60 Milliarden US-Dollar übernommen. Die Investoren von Anysphere werden im Gegenzug in SpaceX-Aktien ausbezahlt.
  • Mit dem Kauf will SpaceX die eigene KI-Tochter xAI stärken, die im Bereich des KI-gestützten Programmierens hinter Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic zurückliegt.
  • Während Cursor Zugriff auf die Rechenkapazitäten von SpaceX erhält, profitiert xAI von neuen Talenten, nachdem das Unternehmen zuvor viele Abgänge in der Entwicklung verzeichnen musste.

Nur zwei Handelstage nach dem Börsengang von SpaceX übernimmt Elon Musks Konzern den KI-Coding-Anbieter Anysphere. Der Deal soll die schwächelnde KI-Sparte xAI im Wettbewerb mit Anthropic und OpenAI aufholen lassen.

SpaceX hat den Kauf des KI-Coding-Start-ups Anysphere, Betreiber des Programmierassistenten Cursor, für 60 Milliarden US-Dollar formell besiegelt. Das berichten Reuters und Bloomberg. Die Anysphere-Investoren erhalten im Gegenzug SpaceX-Aktien. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

SpaceX hätte nach seinem Börsendebüt 30 Tage Zeit gehabt, über die Übernahme zu entscheiden. Der Schritt folgt nun aber direkt auf den Nasdaq-Auftritt vergangene Woche, bei dem SpaceX mit einer Bewertung von über zwei Billionen US-Dollar zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt aufstieg. Die Aktie legte am Dienstag weitere acht Prozent zu und nähert sich laut Bloomberg einer Marktkapitalisierung von 2,7 Billionen Dollar.

xAI kauft sich Anschluss im Coding-Markt

Für das im Februar mit SpaceX fusionierte xAI ist der Deal vor allem ein Eingeständnis: Beim KI-gestützten Programmieren, einem der bisher wenigen kommerziell tragfähigen Felder generativer KI, hängt Musks Unternehmen hinter Anthropic und OpenAI hinterher. Laut Bloomberg arbeiteten Cursor-Mitarbeiter bereits seit Wochen in den xAI-Büros an einem gemeinsamen Modell. SpaceX bestätigte auf X, man trainiere mit Cursor an einem neuen KI-Modell.

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Cursor selbst ist eines der am schnellsten wachsenden Software-Start-ups überhaupt. Laut Bloomberg zahlen über 3.000 Kunden jeweils mindestens 100.000 Dollar pro Jahr für die Software, der annualisierte Umsatz erreichte Ende April drei Milliarden Dollar, nach zwei Milliarden im Februar. Cursor stützt sich bislang primär auf Modelle von OpenAI und Anthropic, arbeitet aber an eigenen Modellen. Die wachsende Konkurrenz durch genau jene Modellanbieter dürfte den Verkauf an einen finanzstarken Eigner attraktiv gemacht haben.

Rechenkapazität gegen Talentprobleme

Für Cursor bringt die Übernahme Zugriff auf den umfangreichen Chip-Bestand von SpaceX. Umgekehrt soll der Deal xAI im KI-Talentkampf helfen: Die KI-Sparte von xAI hatte Dutzende Abgänge in Engineering und Datentraining verkraften müssen, Musk versetzte Personal aus Starlink und Tesla. Anysphere besitzt zudem eine Firma, die laut Bloomberg führende KI-Unternehmen wie OpenAI bei der Rekrutierung unterstützt.

Musks KI-Wetten sind teuer: SpaceX verbuchte 2025 einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar, nachdem die Schulden der xAI-Investitionen rückwirkend übernommen wurden. Die Investitionsausgaben verdoppelten sich auf 20,7 Milliarden Dollar, der größte Block fließt in KI.

Vor kurzem hatte OpenAI seinerseits die Übernahme der Cloud-Plattform Ona angekündigt, um seine KI-Agenten besser zu unterstützen. Auch Anthropic baut sein Coding-Geschäft rund um Claude konsequent aus. Der Markt für KI-Programmierwerkzeuge entwickelt sich damit zu einem der am härtesten umkämpften Felder der Branche, in dem nun erstmals ein börsennotierter Hyperscaler mit eigener Chip-Infrastruktur antritt.

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Quelle: Reuters | Bloomberg