Suno stellt mit v6 drei neue KI-Musikmodelle vor und schaltet alle bisherigen Versionen ab
Kurz & Knapp
- Suno hat mit Partnern wie Warner Music die neue KI-Modellgeneration v6 veröffentlicht, die in drei Varianten für Abonnenten und Gratisnutzer alle bisherigen Versionen der Plattform ersetzt.
- Die multimodalen Modelle generieren Songs aus Text, Audio, Bild oder Video. Zudem lassen sich nun einzelne Songteile per Textbefehl gezielt bearbeiten und Elemente aus verschiedenen Quellen kombinieren.
- Details zu den verwendeten Trainingsdaten hält Suno weiterhin geheim. Während Warner nach einem Vergleich nun als Partner agiert, setzen Universal und Sony ihre Klagen gegen das Unternehmen fort.
Suno bietet seine neue Modellgeneration in drei Varianten an und schaltet alle bisherigen Modelle ab. Woraus v6 gelernt hat, sagt das Unternehmen nicht.
Das Unternehmen hat Suno v6 gemeinsam mit Warner Music Group, BMG und Believe entwickelt, schreibt CEO und Mitgründer Mikey Shulman in einem Blogeintrag. Die Modelle seien schneller, ausdrucksstärker und von höherer Qualität als die Vorgänger.
Das Flaggschiff v6 richtet sich an zahlende Pro- und Premier-Abonnenten und verspricht zuverlässig und präzise polierte Musik über alle Genres hinweg. Die Variante v6-wild ist ebenfalls den Abonnenten vorbehalten und für Experimente gedacht. Sie sei weniger vorhersehbar und liefere unerwartete, texturreiche Ergebnisse, die als Ausgangspunkt für weitere Bearbeitung dienen könnten. Das dritte Modell v6-mini steht allen Nutzern kostenlos zur Verfügung und soll schneller und effizienter als jedes andere kostenlose Modell einer Musikplattform sein.

Alle drei Modelle verstünden mehr musikalische Bausteine als zuvor, von Gesang, Instrumentierung und Songstruktur bis zu Stimmung und Referenzen. Mit dem Rollout zieht Suno seine bisherigen Modelle zurück und stellt die Plattform vollständig auf die neue Generation um. Zuletzt hatte Suno im März das Zwischenupdate v5.5 mit Stimmklon-Funktion veröffentlicht, die letzte große Modellgeneration war v5 im September 2025.
Bearbeitung per Textbefehl
Suno v6 soll einzelne Teile eines bestehenden Songs per Texteingabe verändern können, ohne den Rest anzutasten, etwa um nur den Refrain von einem Gospelchor singen zu lassen. Ebenso sollen sich Mashups aus mehreren Quellen in einem einzigen Request kombinieren lassen, etwa der Gesang aus einem Song mit dem Schlagzeug aus einem anderen und neuen Texten im Stil von 80er-Synthwave.

Weiterhin können Nutzer ein Sample isolieren und daraus einen neuen Beat bauen oder einen Song aus einer Stimmung, einem Genre oder einer Mischung von Inspirationen zu erzeugen. v6 arbeitet zudem multimodal, Nutzer können einen Song aus Text, Audio, Bildern oder Video generieren. Auch einzelne Songtextzeilen lassen sich ändern, ohne den kompletten Titel neu zu erzeugen.
Was Suno über das Training nicht sagt
Suno bezeichnet die drei Partner als Mitentwickler, macht aber keine Angaben dazu, welche Kataloge verwendet wurden und wie viel Material einfloss. Passend dazu hatte Suno vor dem US-Bezirksgericht in Massachusetts beantragt, die genaue Größe seiner Trainingsdaten unter Verschluss zu halten, weil Wettbewerber daraus den Entwicklungsansatz ableiten könnten.
Die Schutzmaßnahmen, die Suno zum Launch anführt, hatte das Unternehmen bereits im August angekündigt. Dazu zählen der Verzicht auf Künstlernamen in den Trainingsmetadaten, die Prüfung hochgeladener Audiodateien und Texte auf unautorisierte Nutzung sowie eine Download-Policy gegen die massenhafte Verbreitung von Songs auf Streamingplattformen.
Als nächsten Schritt kündigt Suno Angebote rund um einzelne Künstler an. Diese sollen selbst entscheiden, ob sie teilnehmen, und bei einer Teilnahme bezahlt werden, während Fans neue Wege bekommen, sich mit ihnen zu verbinden. Songs, die mit dem Partnermodell entstehen, werden künftig über Believe und TuneCore vertreibbar.
Warner knickt zuerst, Universal und Sony klagen weiter
Die Partnerschaften gehen auf den Vergleich mit Warner Music zurück. Das Label hatte seinen Rechtsstreit mit Suno im November 2025 beigelegt, im Gegenzug sagte Suno lizenzierte Nachfolgemodelle zu. Universal war einen ähnlichen Weg mit Sunos Konkurrent Udio gegangen, BMG und Believe folgten im August und Anfang September.
Universal und Sony bleiben dagegen Kläger im Verfahren, das die RIAA im Juni 2024 koordiniert hatte. Suno hatte dort beantragt, die genaue Größe seiner Trainingsdaten unter Verschluss zu halten, und sammelte im Juni parallel 400 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 5,4 Milliarden US-Dollar ein.
In Deutschland hatte das Landgericht München I Suno Ende Juli wegen Urheberrechtsverletzung verurteilt und dabei festgestellt, dass sechs Musikwerke reproduzierbar in den Modellen der Versionen 3.5 und 4 stecken.
Nach eigenen Angaben haben mehr als 100 Millionen Menschen bislang Songs mit Suno erstellt, das Unternehmen zählt über zwei Millionen zahlende Abonnenten und lag im Februar bei über 300 Millionen US-Dollar jährlich wiederkehrendem Umsatz.
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