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Teure Intelligenz: KI treibt die Kosten bei NSA, Kliniken und Versicherern nach oben

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Die NSA gibt offenbar Milliarden für das Testen von KI-Modellen aus, vor allem für Rechenleistung. Im US-Gesundheitswesen wirkt KI anders: Sie verteuert die Versorgung selbst, weil Kliniken und Versicherer mit ihr um Abrechnungen streiten.

Die National Security Agency habe dem US-Kongress mitgeteilt, in diesem Jahr Milliarden Dollar für das Testen fortgeschrittener KI-Modelle auszugeben. Das berichtet The Washington Sun und beruft sich auf zwei Quellen, die die geheimen Schätzungen kennen. Den größten Kostenblock bilde laut einer Quelle die Rechenleistung. Hinzu kämen Personalkosten, weil die NSA mit den Gehaltspaketen der KI-Labore konkurrieren müsse.

Abgeordnete rechnen laut den Quellen deshalb damit, dass eine umfassende KI-Aufsicht Dutzende Milliarden Dollar pro Jahr kosten könnte. Frühere Schätzungen lagen weit darunter: Das Congressional Budget Office bezifferte einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf für ein Zentrum zu KI-Risiken auf rund 20 Millionen Dollar jährlich.

Wer nach Tokens zahlt, zahlt den vollen Preis

Warum Rechenleistung für Großkunden so teuer ist, zeigen die Preismodelle der Anbieter. Pauschalabos für Privatkunden sind stark subventioniert: Laut SemiAnalysis entspricht ein voll ausgereiztes ChatGPT-Pro-Abo für 200 Dollar bis zu 14.000 Dollar zu API-Listenpreisen, das gleich teure Claude Max bis rund 8.000 Dollar.

Unternehmen zahlen dagegen zunehmend nach Verbrauch. OpenAI rechnet bei neuen Enterprise-Verträgen in Tokens ab, bei Anthropic stammen laut SemiAnalysis 75 bis 85 Prozent des Umsatzes aus nutzungsbasierten Verträgen. Agenten-Workflows können dabei bis zu tausendmal mehr Tokens verbrauchen als ein gewöhnlicher Chat.

Die Anbieter reagieren darauf: OpenAI lässt laut The Information einige Großkunden nur noch für erledigte Aufgaben zahlen und hat mit GPT-6 Sol und Luna Modelle zum halben API-Preis vorgestellt. Für die stärksten Systeme gilt das nicht: Frontier-Modelle bleiben teuer, ihre Fähigkeiten verkaufen die Anbieter zunehmend über geschlossene Cybersecurity-Programme.

An Geschäftskunden verdienen die Anbieter offenbar gut: SemiAnalysis schätzt die Bruttomarge von Anthropics API-Geschäft auf über 80 Prozent. Das Geld wird allerdings gebraucht. OpenAI plant laut Financial Times bis 2030 rund 856 Milliarden Dollar für Rechenleistung ein, Anthropic plant seinen Börsengang spätestens im November.

Im Gesundheitswesen verteuert KI die Versorgung selbst

Im US-Gesundheitswesen liegt das Problem woanders: Hier treibt nicht der Preis der KI die Kosten, sondern ihr Einsatz bei der Abrechnung. Der Verband Blue Cross Blue Shield Association wirft Krankenhäusern in einem Bericht vor, mit KI-gestützter Kodierung binnen zwei Jahren knapp eine Milliarde Dollar Mehrkosten verursacht zu haben. Darüber berichtet die New York Times. Durch schwerere Einstufungen und Nebendiagnosen hätten die Kliniken im Schnitt fast 12.000 Dollar mehr pro Fall erhalten, ohne erkennbar anders zu behandeln.

Für die Kliniken lohnt sich das. Der Klinikverbund McLaren Health Care nehme mit der Software von SmarterDx eine Million Dollar mehr pro Monat ein, sagt Finanzchef Dave Mazurkiewicz. Der Anbieter ist an den Mehreinnahmen beteiligt. Die Versicherer wiederum durchsuchten die Akten mit KI nach Ansprüchen, die sie ablehnen könnten, so Mazurkiewicz.

Laut Caroline Pearson vom Peterson Health Technology Institute gingen beide Seiten inzwischen mehrere Runden pro Streitfall, "weil es billig ist". Der frühere US-Gesundheitsbeamte David Brailer erwartet in Health Affairs, dass KI die Gesundheitsausgaben insgesamt erhöhen werde, so wie zuvor die elektronische Patientenakte.

Für die NSA wird bereits diskutiert, wer die Rechnung übernehmen soll. Nat Purser vom AI Verification and Evaluation Research Institute schlägt vor, die Entwickler über eine Abgabe an unabhängigen Prüfungen zu beteiligen. Anthropic und OpenAI haben laut The Washington Sun signalisiert, für mehr staatliche Aufsicht womöglich auch zahlen zu wollen.

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