US-Behörde behauptet wachsenden KI-Vorsprung vor China
Die US-Behörde Center for AI Standards and Innovation (CAISI) behauptet, dass China im KI-Wettrennen zurückfällt.
Die Behörde hat zuletzt das neue chinesische Open-Weight-Modell Deepseek V4 Pro getestet. Das Ergebnis: Es liegt angeblich rund acht Monate hinter den führenden US-Modellen. Bewertet wurden Cybersicherheit, Softwareentwicklung, Mathematik, Naturwissenschaften und abstraktes Denken.
Deepseek V4 ist laut CAISI das bisher leistungsfähigste chinesische KI-Modell. Bei nicht-öffentlichen Tests schneidet es allerdings angeblich schlechter ab als in Deepseeks eigenem technischen Bericht dargestellt. Dort erscheine es auf Augenhöhe mit aktuellen US-Modellen wie Opus 4.6 und GPT-5.4. Laut CAISI entspricht es in Wirklichkeit eher dem älteren GPT-5 – vorwiegend bei abstraktem Denken, Cybersicherheit und Softwareentwicklung. In Mathematik ist Deepseek V4 dagegen fast gleichauf mit den besten US-Modellen.

Das auch politisch motivierte Center gehört zum NIST (National Institute of Standards and Technology). Es zeichnet ein Bild, wonach sich der Abstand zwischen US-Modellen und chinesischen Modellen vergrößert. Unabhängige Messungen stützen das allerdings nicht, der Abstand bleibt in etwa gleich.

Preis-Leistungs-Verhältnis wird wichtiger
Beim Preis ist Deepseek V4 allerdings deutlich im Vorteil. In fünf von sieben Tests kostete es weniger als das vergleichbare GPT-5.4 mini. Und der Preis wird zunehmend wichtiger, denn KI-Modelle sollen immer länger am Stück arbeiten und mehr Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig werden die ohnehin teuren US-Modelle noch teurer.
Das fällt besonders ins Gewicht, solange unklar ist, wie stark die Modelle die Produktivität wirklich steigern. Der Wirtschaft fehlen robuste Messinstrumente, um dem Mitteleinsatz einen konkreten Ertrag gegenüberzustellen. Das gilt besonders, wenn nachgelagerte Effekte wie Lernen, Qualifikation oder Fehlerprüfung einbezogen werden sollen.
Ab einem gewissen Niveau könnte eine adäquate Leistung zu niedrigen Preisen daher attraktiver sein als eine hervorragende Leistung zu extrem hohen Preisen. OpenAI-Chef Sam Altman ist offenbar ambivalent: Er denke immer wieder, dass er sich günstigere und schnellere Modelle wünsche. Am Ende scheine es aber doch am wichtigsten zu sein, dass die Modelle zunächst schlauer werden.
Hinter Altmans Aussage steckt womöglich auch die Annahme, dass smartere KI-Modelle helfen könnten, sich selbst zu verbessern und so den Fortschritt insgesamt zu beschleunigen. Zuletzt berichteten OpenAI und Anthropic, aber auch chinesische Hersteller, dass die eigenen KI-Modelle ihre Entwicklung bereits beschleunigt hätten.
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