US-Politiker von links bis rechts wollen KI ausbremsen, OpenAI stützt Sicherheitsgesetz
Kurz & Knapp
- In Washington fordert eine ungewöhnliche Versammlung politischer Gegner um Bernie Sanders und Steve Bannon strengere staatliche Grenzen und Bremsen für künstliche Intelligenz.
- Die Forderungen reichen von Baustopps für Rechenzentren bis zu präsidialen Erlassen, während Präsident Trump Bedenken als Schwindel abtut und Betreibern mit Strafen droht.
- Gleichzeitig unterstützt OpenAI mit dem FRONTIER Act erstmals ein US-Bundesgesetz, das große KI-Entwickler zu Sicherheitsprüfungen durch unabhängige Dritte verpflichten soll.
In den USA wächst der parteiübergreifende Druck, künstliche Intelligenz zu bremsen. Auf einer Konferenz in Washington fanden politische Gegner zueinander, während OpenAI erstmals ein konkretes Sicherheitsgesetz unterstützt.
Bei aufeinanderfolgenden Reden auf der Pro-Human Assembly in Washington forderten der demokratische Sozialist Bernie Sanders und der MAGA-Architekt Steve Bannon strengere Beschränkungen für künstliche Intelligenz, berichtet die New York Times. "Wenn man auf einen Abgrund zurast, tritt man auf die Bremse", sagte Sanders. Man befinde sich in einem "gefährlichen und beispiellosen Moment der Weltgeschichte".
Die von der gemeinnützigen Future of Life Institute veranstaltete Konferenz zog mehrere hundert Teilnehmer an und vereinte ein ungewöhnliches Bündnis aus Republikanern und Demokraten, evangelikalen, mormonischen und katholischen Vertretern sowie Künstlern. Auf ausgeteilten Hüten stand der Slogan "Keep the future human".
Uneinigkeit herrscht über das Wie
Über den Weg herrscht jedoch kein Konsens. Der Abgeordnete Greg Casar (Demokrat, Texas) forderte: "Wir verbieten KI-Systeme, die zu mächtig sind, als dass Menschen sie kontrollieren könnten." Lori Trahan (Demokratin, Massachusetts) sagte: "Ich kann nicht glauben, dass ich das sagen muss. Die Zukunft, die wir alle wollen, ist menschlich."
Der Erzbischof von San Francisco, Salvatore Cordileone, mahnte: "Wir müssen die Herren der KI sein." Ashley Judd sprach für die Gewerkschaft SAG-AFTRA über KI-Missbrauchsbilder und Desinformation, während Eltern von Teenagern auftraten, die nach Chatbot-Beziehungen durch Suizid starben.
Sanders hat einen Gesetzentwurf zum Baustopp von Rechenzentren eingebracht und ein Abkommen zwischen Trump und Xi Jinping gegen superintelligente KI gefordert. Bannon glaubt nicht an die Gesetzgebung und verlangt eine präsidiale Verfügung. "Die amerikanischen Bürger werden keine Bittsteller der Oligarchen mehr sein", sagte er. Dies sei "ein Angelpunkt der Geschichte".
Gegen diese Stimmung steht das Weiße Haus: Präsident Trump bezeichnete Ängste vor der Technologie als "Schwindel" und drohte KI-Chefs mit Strafverfahren für Schäden ihrer Systeme.
OpenAI stützt erstmals ein konkretes Bundesgesetz
Wie Politico berichtet, unterstützt OpenAI derweil eine zentrale Bestimmung des FRONTIER Act, eingebracht von Jay Obernolte (Republikaner, Kalifornien) und ebenjener Lori Trahan. Das Gesetz soll das erste föderale Rahmenwerk für KI-Sicherheit schaffen und führende Labore zwingen, unabhängige Prüforganisationen (IVOs) einzubinden. Die Pflicht gilt nur für Firmen oberhalb hoher Umsatz- und Rechenschwellen.
Chris Lehane, Chef für globale Angelegenheiten bei OpenAI, sagte, man habe einem der Sponsoren klargemacht, "dass wir das unterstützen können". Es ist das erste Mal, dass OpenAI ein konkretes Bundesmandat für externe Sicherheitsprüfer befürwortet. Zuvor hatte das Unternehmen ein kalifornisches Gesetz unterstützt und CEO Sam Altman sagte zu, freiwillig externe Prüfer einzubinden, als Reaktion auf Anthropic-Chef Dario Amodei.
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