Vom Katzenbild zum Körperscan: Midjourney steigt überraschend in die Medizintechnik ein
Kurz & Knapp
- Midjourney entwickelt mit Butterfly Networks einen Ganzkörper-Ultraschallscanner, der Ende 2027 in einem eigenen Spa in San Francisco starten soll.
- Sensoren in einem Wasserbecken senden Ultraschallwellen aus, woraus ein Rechencluster in 60 Sekunden ein strahlungsfreies 3D-Bild des Körpers erstellt.
- Zunächst liefert das System nur Karten der Körperzusammensetzung ohne medizinische Zulassung. Bis 2031 sollen 50.000 Scanner im Einsatz sein.
Seit Jahren gibt es Gerüchte über Hardware des KI-Bild-Startups Midjourney, doch das tatsächliche Produkt hat so niemand kommen sehen: einen Ganzkörper-Ultraschallscanner samt eigenem Spa in San Francisco.
"Es beginnt damit, dass man in einen flachen Pool aus goldenem Licht steigt", beschreibt Midjourney das Verfahren. Der Körper sinke durch einen Ring aus Unterwassersensoren, die Ultraschallwellen aussenden und "wie ein Delfin seine Echolokation" nutzen. Eine halbe Million winziger Elemente, je so groß wie ein feines Sandkorn, fungieren dabei zugleich als Lautsprecher und Mikrofon: Sie senden Schallwellen aus und messen, wie diese sich beim Durchgang durch Haut, Fett, Muskel und Knochen verändern, woraus ein Rechencluster ein 3D-Bild errechnet.
Ein Scan soll rund 60 Sekunden dauern und irgendwann einmal besser als ein MRT sein, jedoch ohne Strahlung oder Magnete. Das Gerät wurde in Partnerschaft mit dem Ultraschall-Tech-Unternehmen Butterfly Networks entwickelt.
Bisher wurden laut CEO David Holz erst rund ein Dutzend Personen gescannt. Die Ambitionen sind enorm: Bis 2031 will Midjourney eine Flotte von über 50.000 Scannern mit einer Kapazität von einer Milliarde Scans pro Monat aufbauen. Ab 2028 soll eine dritte Scanner-Generation kommen, bei der es laut Midjourney "ernst" werde. Das Silizium dafür sei "völlig maßgeschneidert", Bildqualität und Scanzeiten würden ein "Tag-und-Nacht-Unterschied". Holz behauptet, mit genügend früher Bildgebung könne die Welt "30 Prozent aller Todesfälle und 50 Prozent aller Gesundheitskosten" vermeiden.
Zunächst beschränkt sich Midjourney allerdings auf "Körperzusammensetzungs-Karten", die keine FDA-Zulassung erfordern. Für diagnostische Bildgebung will das Unternehmen nach eigenen Angaben laufend Testergebnisse bei der Behörde einreichen.
Midjourney will sich damit offensichtlich im wachsenden Markt für KI-gestützte Gesundheitsanwendungen einklinken. Ob das Ganze techno-dystopische Vaporware ist, dürfte sich nächstes Jahr zeigen: Ende 2027 soll das erste Spa eröffnen.
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