Weniger Chatbot, mehr OS: OpenAI baut ChatGPT zur Arbeitsplattform um
Kurz & Knapp
- OpenAI öffnet seine interne Plugin-Plattform für externe Entwickler und führt Werkzeuge für die Teamarbeit ein, darunter den gemeinsamen Arbeitsbereich "ChatGPT Space", kollaborative Dokumente namens "Pages" sowie ein Tool für Präsentationsfolien.
- Mithilfe der "MCP Events"-Spezifikation und "Team Tasks" kann ChatGPT künftig automatisierte Abläufe bei Ereignissen in verknüpften Programmen auslösen; zudem lässt sich der Assistent direkt per Erwähnung in Slack und Microsoft Teams einbinden.
- Für Firmen- und Intensivnutzer bringt OpenAI den neuen Tarif "Pro 500", die Login-Funktion "Sign in with ChatGPT" zur Kontingentnutzung bei Drittanbietern sowie einen Marketplace mit 32 Partnern an den Start.
ChatGPT bekommt ein offenes Plugin-System, gemeinsame Arbeitsbereiche, automatisierte Workflows und einen Marketplace für Enterprise-Kunden.
OpenAI öffnet auf dem DevDay die interne Plattform, mit der das Unternehmen bisher selbst ChatGPT-Features baut, für externe Entwickler. Gleichzeitig kommen gemeinsame Arbeitsbereiche, automatisierte Workflows und ein Marketplace für Enterprise-Kunden hinzu. Zusammengenommen treiben die Ankündigungen ChatGPT weit über seine Chatbot-Ursprünge hinaus und bringen OpenAI auf Kollisionskurs mit Slack, Notion und Google Workspace, perspektivisch auch mit Microsoft Office oder gar Windows.
Die größte Neuerung für Entwickler sind Plugin Extensions. Sie ermöglichen es, interaktive Panels innerhalb von ChatGPT zu bauen, in denen Nutzer neben dem Chat arbeiten können, sowie Viewer für unterstützte Dateitypen zu erstellen.
Ein neuer "Plugin Creator" soll den Bau erleichtern, ein überarbeiteter Einreichungsprozess klareres Feedback geben und verbessertes Ranking die Auffindbarkeit im Verzeichnis steigern. Nutzer wählen selbst, welche Plugins sie verwenden, und genehmigen deren Zugriff. Alle Plugin-Neuerungen stehen sämtlichen ChatGPT-Plänen offen.
Plugins lassen sich auch in selbst erstellte Sites einbinden, wobei Teammitglieder dieselbe App mit eigenen Daten und Berechtigungen nutzen. Automationen sollen sich leichter verwalten lassen, damit Sites geteilte Informationen aktuell halten. Über teilbare Profile können Nutzer ihre Sites und Plugins zeigen, damit andere sie finden und wiederverwenden.

Speziell der letzte Schritt passt zu OpenAIs Ambitionen, ChatGPT zur Creator-Plattform zu machen: Kürzlich stellte das Unternehmen Patreon-Mitgründer Sam Yam ein, um eine neue Creator-Produktsparte aufzubauen.
Space, Pages und Slides bringen Teamarbeit in ChatGPT
Der neue ChatGPT-Space ist ein gemeinsamer Arbeitsbereich, in dem Teams, ChatGPT und der KI-Assistent "Dot" auf geteiltem Wissen arbeiten. ChatGPT sortiert den Space nach Anweisungen der Nutzer, sodass sich Inhalte schnell finden und dort fortsetzen lassen, wo zuletzt gearbeitet wurde. Space ist für Pro-, Business- und Enterprise-Pläne auf Desktop und Web verfügbar, eine mobile Version soll folgen.
Dazu kommen "Pages", ein Dokumenttyp für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI‑Agent. Nutzer können dort schreiben, recherchieren, Diagramme generieren, Bilder erstellen oder Daten visualisieren und Teammitglieder zur Bearbeitung einladen.
In den kommenden Wochen sollen "Collaborative Slides" folgen. Mehrere Teammitglieder und Agenten können gleichzeitig an Foliensätzen arbeiten, ausgehend von einer Konversation oder eigenen Vorlagen, Kommentare hinterlassen und nach PowerPoint oder Google Slides exportieren.

OpenAI hatte schon einmal mit gemeinsamen Chats zwischen mehreren Usern und KI experimentiert, den Service aber im Juli wieder eingestellt. Als Grund nannte OpenAI damals, dass ChatGPT einfacher werden solle.
MCP Events und Team Tasks automatisieren Workflows
OpenAI integriert die MCP Events Specification: Plugins können Automationen auslösen, wenn in einer verbundenen App etwas passiert. Beispiel laut OpenAI: ChatGPT überwacht ein Projektboard, liest bei neuen Aufgaben die verknüpften Dokumente und erstellt einen Plan, auch in Abwesenheit des Nutzers. Die Funktion steht allen Plänen offen.
Business- und Enterprise-Nutzer können zudem Teams bilden und wiederkehrende Aufgaben wie wöchentliche Projekt-Updates an Team-Tasks delegieren. ChatGPT reagiert dabei auf Ereignisse wie neue E-Mails oder Slack-Nachrichten.
ChatGPT drängt in Slack, Microsoft Teams und Meetings
OpenAI macht ChatGPT direkt in Slack und Microsoft Teams verfügbar. Per @ChatGPT-Mention in Kanälen, Threads oder Direktnachrichten können Teammitglieder auf die KI zugreifen, ohne eine eigene ChatGPT-Lizenz zu benötigen. Die KI nutzt dabei vom Administrator verbundene oder eigene Tools mit den jeweiligen Berechtigungen.
Ein neues Meetings Plugin erstellt automatisch Notizen und Zusammenfassungen mit Action Items in ChatGPT Space. Nutzer können diese privat halten oder teilen und ChatGPT anschließend bitten, einen Projektplan zu aktualisieren oder ein Follow-up zu entwerfen. Audiodaten werden nach Erstellung der Zusammenfassung laut OpenAI gelöscht. Das Plugin startet als Beta auf macOS für Pro- und Business-Nutzer.

Neues Pro 500-Abo, Marketplace und "Sign in with ChatGPT"
Für Intensivnutzer führt OpenAI den Pro-500-Plan ein, der das höchste Nutzungskontingent bietet und Zugang zu "Ultrafast" in ChatGPT und Codex beinhaltet. Auch das 200-Dollar-Abo kehrt zurück, allerdings mit einem geringeren API-Budget als die frühere Version. Langfristig will OpenAI die Flatrate-Abo-Preise und API-Preise angleichen, sodass dasselbe Geld auch dasselbe Kontingent ergibt. Beide Abos sind ab sofort verfügbar.
Mit "Sign in with ChatGPT" können Plus- und Pro-Nutzer ihr Kontingent bei 16 Partnern einsetzen, darunter Cognitions Devin, Notion, Vercel, T3, OpenClaw und Dactyl. Die Nutzung zählt gegen die Plan-Limits. Der ChatGPT-Account dient gleichzeitig als Login für externe Tools.
Für Enterprise-Kunden startet der OpenAI Marketplace: Unternehmen können einen Teil ihrer bestehenden OpenAI-Ausgaben für zugelassene Partnersoftware verwenden. Zum Start sind 32 Partner dabei, darunter Adobe, Figma, Salesforce, ServiceNow, Harvey, Legora, CrowdStrike, Palo Alto Networks und die Infrastrukturplattform Baseten für Open-Source-Modelle.
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