Wie KI eine ganze Branche in Nairobi auslöschte
In Kenia hat ChatGPT ein ganzes Geschäftsmodell zerstört: das Schreiben von Studienarbeiten für ausländische Studierende. Tausende Kenianer verfassten Essays und Seminararbeiten für Studenten an Unis in den USA und Großbritannien, in Fächern wie Medizin, Informatik und Ingenieurwesen, teils mit den Uni-Logins ihrer Kunden, berichtet die New York Times.
Auf dem Höhepunkt Anfang des Jahrzehnts arbeiteten laut Forschenden allein in Nairobi mindestens 40.000 Menschen in der Branche. Teresios Bundi, 34, schrieb in zwölf Jahren über 2.500 Arbeiten und verlangte später 40 bis 70 Dollar pro Text. Nach dem Start von ChatGPT 2022 brachen Preise und Aufträge ein. Auch andere Aufträge im Land wie Transkription, Datenannotation und Content-Moderation für Meta gingen zurück.
Kenias Regierung hatte Online-Gig-Arbeit ab 2016 gezielt gefördert, Unternehmen wie Samasource halfen, KI‑Daten zu labeln. Im Land sind rund 80 Prozent der Jobs informell. Übrig bleiben laut der NYT "Humanizer", die KI-Texte an Plagiatsprüfungen vorbei überarbeiten. Oxford-Professor Mark Graham erwartet ähnliche Umbrüche weltweit. Bundi warnt: "KI kommt für Banker, Buchhalter, Ingenieure, Architekten, für alle".
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