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Jonathan Kemper

Jonathan ist freier Technikjournalist, Sachbuchautor und Medientrainer. Er beschäftigt sich vor allem mit frei verfügbaren KI-Modellen, chinesischen KI-Laboren und den technischen Grundlagen dahinter – von neuen Trainingsverfahren über Skalierungsstrategien bis hin zu Benchmark-Design. Außerdem ist er passionierter Vibecoder.
Read full article about: Codex Micro: OpenAI baut Vibecoding-Controller mit Drehregler für die Denktiefe der KI

OpenAI und der Tastaturhersteller Work Louder haben gemeinsam das Codex Micro vorgestellt, ein kompaktes Hardware-Steuergerät für die Arbeit mit KI-Agenten. Statt ständig zwischen Chatfenstern zu wechseln und Befehle einzutippen, sollen Entwickler ihre KI-Agenten per auf einer reduzierten Tastatur mit Joysticks und Drehreglern steuern. Die oberen sechs Tasten leuchten in Echtzeit per RGB-Feedback und zeigen den Status jedes Agenten an, etwa ob er gerade nachdenkt, arbeitet, auf Eingabe wartet oder fertig ist. Per Joystick lassen sich häufige Workflows wie Code-Reviews, Debugging oder Refactoring direkt auslösen. Der Drehregler steuert die Reasoning-Stufe, also wie viel Rechenleistung das Modell für eine Aufgabe aufwenden soll.

Modulares OpenAI WorkLouder Codex Micro mit programmierbaren Tasten, Drehregler und verschiedenfarbenen LEDs.
Jede Farbe bedeutet einen anderen Agenten-Status: Denkend, fertig, auf Eingabe wartend oder Fehler.

Das Gerät ist direkt in ChatGPT Codex integriert, Tasten lassen sich dort neu belegen. Zusätzlich steht die Software Work Louder Input zur Verfügung, über die sich eigene Shortcuts auf jede Taste, jeden Regler und jede Joystick-Bewegung legen lassen, verteilt auf sechs programmierbare Ebenen. Im Lieferumfang sind 32 austauschbare Icon-Tastenkappen enthalten, mit denen sich die Belegung auch physisch anpassen lässt.

Das Codex Micro kostet 230 Dollar, ist derzeit aber nicht vorrätig. Work Louder weist auf eine begrenzte Stückzahl hin. Das Gerät verbindet sich per Bluetooth oder USB-C mit Mac und Windows.

Read full article about: Googles offenes KI-Modell Gemma 4 wird schneller, vollständiger und besser bei Werkzeugaufrufen

Google hat ein Update für sein offenes KI-Modell Gemma 4 veröffentlicht, das unter anderem die Geschwindigkeit auf Nvidia-Hopper-GPUs deutlich erhöht und Probleme bei Antworten und Werkzeugaufrufen behebt. Durch die Aktivierung von Flash Attention 4 soll die Geschwindigkeit, mit der das Modell eingehende Prompts einliest, um 25 bis 70 Prozent steigen, die Wartezeit bis zur ersten Antwort sinkt laut Google um bis zu 31 Prozent. Beim Tool Calling, dem automatischen Aufrufen externer Werkzeuge durch das Modell, wurden Fehler behoben.

Gemma 4 31B: BFCL 74,2 %(+0,4), TB2 25,8 %(+4,5), Tau2 Retail 77,6 %(+3,1), Airline 84 %(+2,0), Telecom 62,7 %(+10,1).
Gemma 4 31B verbessert seine Agentic-Reasoning- und Tool-Calling-Leistung in allen getesteten Szenarien, mit dem höchsten Zuwachs von 10,1 % im Telekom-Use-Case.

Google gibt außerdem an, Fälle deutlich reduziert zu haben, in denen das Modell Antworten abkürzte oder unvollständig ausgab. Für die Bildverarbeitung lässt sich der Parameter "max_soft_tokens" manuell von 280 auf 1120 erhöhen, um schärfere OCR-Ergebnisse und eine Auflösung von bis zu 2,51 Megapixeln zu erzielen. Google stellt dafür einen interaktiven Konfigurator auf Hugging Face bereit. In den veröffentlichten Benchmarks vergleicht Google nur die Varianten 31B und E4B mit ihren Vorgängern, dem Hugging Face Repository zufolge wurden aber alle Parametergrößen dieser Modellgeneration inklusive der neusten 12B-Ausgabe aktualisiert. Die Community kritisiert, dass Google das Update weiterhin unter dem Namen "Gemma 4" ausliefert, statt es als separate Version wie etwa "Gemma 4.1" zu kennzeichnen.

Read full article about: Spotifys neue KI-Funktion lässt Nutzer per Sprache Musik steuern und Fragen beantworten

Spotify baut seine KI-Sprachschnittstelle weiter aus: Premium-Nutzer können nun per Sprache oder Text direkt in der App mit dem Dienst kommunizieren. "Spiel Künstler, die ich noch nicht kenne", "mach es fröhlicher" oder "nur seine neuesten Sachen", sind etwa Beispiele aus der Ankündigung. In der Wiedergabeansicht lassen sich Fragen zu Songs, Künstlern, Podcasts und Hörbüchern stellen. Auch die eigene Hörgeschichte – "Wann habe ich diesen Song zum ersten Mal gehört?" – ist abfragbar. Darüber hinaus soll Spotify auch allgemeine Wissensfragen beantworten können, etwa "Wann wurde die Odyssee verfasst?", was bei einfachen Fragen funktionieren dürfte, bei komplexeren Themen aber Halluzinationen provozieren könnte.

Zuvor hatte Spotify bereits KI-Playlists eingeführt, bei denen Nutzer per Texteingabe personalisierte Playlists generieren lassen. Parallel wird Spotify zunehmend zur Plattform für KI-generierte Inhalte: Über ElevenLabs können Autoren Hörbücher mit KI-Stimmen veröffentlichen. Gleichzeitig kämpft Spotify mit einer Flut von KI-generierten Songs, die teils mit Bots künstlich gepusht werden. Die neue Gesprächsfunktion ist zunächst als Beta für Nutzer ab 18 in den USA, Irland und Schweden verfügbar.

OpenAI Codex verschlüsselt interne Agenten-Kommunikation – Entwickler können Aufträge nicht mehr nachvollziehen

OpenAIs Coding-Tool Codex verschlüsselt seit Anfang Juni die Anweisungen, die ein Hauptagent an seine Unteragenten delegiert. Entwickler können die interne Aufgabenverteilung nicht mehr einsehen. Bei den größeren GPT-5.6-Varianten Sol und Terra ist die Verschlüsselung derzeit verpflichtend.

Read full article about: Claude for Teachers: Anthropic bringt kostenloses KI-Paket an US-Schulen

Anthropic stellt Claude for Teachers vor, ein kostenloses Angebot für verifizierte Lehrkräfte an US-Schulen von der Grundschule bis zur Oberstufe. Es umfasst Zugang zu Claude inklusive Claude Code und der Agenten-Funktion Cowork, eine Bibliothek pädagogischer Fähigkeiten und eine Anbindung an lehrplanbasierte Inhalte, laut Unternehmen abgestimmt auf die Bildungsstandards aller 50 US-Bundesstaaten.

Lehrkräfte können damit Unterricht planen, Materialien differenzieren oder Schülerdaten auswerten. Wiederkehrende Aufgaben wie die tägliche Auswertung von Lernstandserhebungen lassen sich automatisieren und zu festgelegten Zeiten ausführen. Über Integrationen mit Tools wie Canva Education, MagicSchool oder ASSISTments lässt sich Claude in bestehende Arbeitsabläufe einbinden. Verarbeitete Daten werden laut Anthropic nicht für Modelltraining verwendet. Die American Federation of Teachers arbeitet mit Anthropic an Datenschutzstandards.

Ergänzend veröffentlicht Anthropic einen kostenlosen, modellunabhängigen KI-Kurs für Lehrkräfte sowie ein GitHub-Repository mit Agenten-Skills. Anthropic will die Wirkung von Claude for Teachers zudem in einer Pilotstudie an öffentlichen Schulen in Detroit untersuchen. Das Angebot ergänzt das bereits bestehende Claude for Education für Hochschulen. Dessen Lernmodus entstand laut Anthropics Bildungsverantwortlichem Drew Bent, weil Studierende in Interviews angaben, KI-Tools würden ihnen das eigenständige Denken abgewöhnen. Die Anmeldung für Claude for Teachers ist bis Juni 2027 möglich.

Read full article about: ChatGPT auf WhatsApp nutzen: OpenAI bietet wieder Texte, Bilder und Spracheingabe ohne eigenes Konto

OpenAI hat ChatGPT wieder auf WhatsApp freigeschaltet, allerdings nur im Europäischen Wirtschaftsraum, also den 27 EU-Staaten plus Liechtenstein, Island und Norwegen. Nutzer erreichen den Chatbot seit dem 13. Juli 2026 über den verifizierten Kontakt 1-800-CHATGPT (+1-800-242-8478), auch ohne eigenes Konto. Möglich sind Textprompts, Bild-Uploads, Sprachnachrichten und Bilderzeugung in vielen Sprachen.

Auf Nachfrage gibt der Bot an, auf GPT-5.5 zu laufen; angesichts der Prompt-Präzision bei der Bildgenerierung werden derartige Anfragen offenbar an gpt-image-2 geleitet. Zusätzlich lässt sich der WhatsApp-Account mit dem eigenen ChatGPT-Account verknüpfen, damit sich der Chat auf den Kontext von OpenAI berufen kann und der Nachrichtenverlauf synchronisiert wird.

WhatsApp-Screenshot: ChatGPT nutzt GPT-5.5, um ein Bild von einem Pferd zu erzeugen, das auf einem Astronauten auf dem Mond reitet.
Welche Limits ohne Kontoverknüpfung bei der Nutzung bestehen, ist bislang nicht ganz klar. Auch könnte OpenAI unbemerkt Anfragen an ältere und günstigere Modelle auslagern.

Meta hatte ChatGPT zum 15. Januar 2026 von WhatsApp verbannt, nachdem der Konzern seine Business-Regeln geändert hatte. Betroffen waren auch Microsoft Copilot und Perplexity, nur Metas eigener Dienst Meta AI blieb. Im Juni 2026 ordnete die Kommission einstweilige Maßnahmen an, damit Meta Konkurrenten wieder kostenlos zulässt. Parallel startet OpenAI ChatGPT auf dem Messenger Kakao in Südkorea und auf Viber in weiteren Märkten.

Read full article about: PixVerse: Erfahrung mit TikTok-Algorithmus stützt Erfolg von KI-Video-Startup – Bewertung von 2 Milliarden Dollar

Das in Singapur ansässige KI-Video-Startup PixVerse wird nach einer erweiterten Series-C-Runde mit über zwei Milliarden Dollar bewertet. Insgesamt flossen 439 Millionen Dollar von Investoren wie Alibaba, Lollapalooza Capital und Mirae Asset. Das 2023 von Wang Changhu (zuvor ByteDance) und Jaden Xie gegründete Unternehmen bietet Modelle für Videogenerierung, Filmproduktion und Weltmodelle für Spieleentwicklung an.

PixVerse zählt laut eigenen Angaben über 150 Millionen registrierte und 15 Millionen monatlich aktive Nutzer. Mitgründer Xie sagte TechCrunch, nur wenige Firmen könnten die nötige Qualität liefern – OpenAI habe Sora 2 eingestellt, Meta und Tencent schafften es nicht, hochwertige Videomodelle zu bauen.

Der entscheidende Vorteil liege nicht in den Daten selbst, sondern in deren Kennzeichnung: Changhu habe bei ByteDance die visuelle KI-Technologie hinter TikTok aufgebaut, die Daten präzise labeln und so den Empfehlungsalgorithmus stärken konnte. Diese Erfahrung fließe direkt in die Videoplattform ein. Der Wettbewerb bleibt hart: ByteDance, Midjourney, Google, Runway, Luma und Co. entwickeln weiterhin Video- und Weltmodelle auf aktuellem Niveau.