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Read full article about: Wirtschafts-Nobelpreisträger Acemoglu: KI-Produktivitätsgewinne scheitern an der menschlichen Natur

Microsoft hat einen ziemlich KI-bärischen Artikel des Nobelpreisträger-Wirtschaftswissenschaftlers Daron Acemoglu publiziert. Acemoglu prognostiziert, dass KI das BIP über zehn Jahre um etwa 1,5 Prozent anhebt und maximal fünf Prozent der Jobs ersetzt. Das wäre deutlich verhaltener, als so manches KI-Labor prognostiziert. Acemoglu räumt allerdings ein, dass sich die Entwicklungsgeschwindigkeit der KI-Modelle nicht vorhersagen lasse.

Ein Grund für Acemoglus Zurückhaltung ist die menschliche Natur. Unternehmen müssten Aufgaben neu verteilen, Beschäftigte qualifizieren und ihre Organisation umbauen, bevor größere Produktivitätsgewinne entstehen. Das könne noch langsamer verlaufen als die Elektrifizierung. Entscheidend seien weniger immer leistungsfähigere Modelle als vielmehr leicht einsetzbare Anwendungen, die Produktionsprozesse verändern. Genau daran mangele es bislang.

KI, die menschliche Fähigkeiten erweitert, dürfte laut Acemoglu bessere Produktivitätsergebnisse liefern als vollständige Automatisierung. Selbst bei 99 Prozent Genauigkeit reiche Technologie dafür oft nicht aus. Alle Herausforderungen der letzten Meile müssten gelöst und Anwendungen auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sein.

Für Microsofts Geschäftsmodell ist diese Mensch-KI-Kooperation wahrscheinlich ideal. Das bestehende Geschäft lässt sich um KI erweitern, während umfangreiche Automatisierung Microsoft vor größere Herausforderungen stellen würde. Der Artikel ist in Microsofts etwas exzentrischem Corporate-Blog "The Humanist Review of AI" erschienen, in dem Autoren ihre Artikel handschriftlich unterzeichnen.

Read full article about: Außer Kontrolle geratene KI-Agenten könnten die nächste große Klagewelle auslösen

Versicherer bereiten sich auf millionenschwere Schadensfälle durch außer Kontrolle geratene KI-Agenten vor. Dabei rückt auch die persönliche Haftung von Führungskräften wie Sam Altman (OpenAI) und Dario Amodei (Anthropic) in den Fokus, berichtet die Financial Times.

Auslöser sind Vorfälle wie der Hack der KI-Plattform Hugging Face durch OpenAI-Agenten. Tim Rayner, Leiter für Underwriting und Schadensfälle bei Verisk, sieht die Verantwortung sinngemäß beim jeweiligen CEO, da es an jedem Unternehmenschef liege, für angemessene Kontrolle zu sorgen. KI ändere daran nichts. Falls OpenAI eine Managerhaftpflichtversicherung (D&O) abgeschlossen hat, könnte sie Kosten aus möglichen Klagen gegen Altman decken.

Der Versicherungsmakler Aon hat über 300 KI-bezogene Rechtsfälle analysiert und sieht Risiken bei Policen für Cybersicherheit, geistiges Eigentum und Technologiefehler. Allerdings fehlen Präzedenzfälle. Hiscox-CEO Aki Hussain sagt, es sei zu früh, um zu wissen, wie US-Gerichte mit der Haftung für KI-Agenten umgehen. Anwalt Aaron Le Marquer von Stewarts erwartet künftige Klagen nach dem Vorbild von Umwelt- und Tabakprozessen. Anthropic schloss im Juli einen Vergleich über 1,5 Milliarden Dollar in einer Urheberrechtsklage ab und soll laut Investorenkreisen in einem Börsenprospekt vor "existenziellen Risiken für die Menschheit" gewarnt haben.

Read full article about: Umfrage: Große Mehrheit der US-Amerikaner will Tempo bei KI-Entwicklung drosseln

Ein Großteil der US-Amerikaner ist für eine Verlangsamung der KI-Entwicklung. Laut einer Umfrage der Quinnipiac University wollen 47 Prozent das Tempo drosseln, 30 Prozent fordern sogar einen kompletten Stopp, bis die Sicherheit geprüft ist. Nur fünf Prozent hingegen wünschen sich eine schnellere Entwicklung.

86 Prozent befürworten die gerade diskutierten unabhängigen Sicherheitsstandards für KI-Firmen, selbst wenn das die Entwicklung bremst, und immerhin 73 Prozent sorgen sich, dass KI langfristig sogar das Überleben der Menschheit gefährden könnte. 74 Prozent vertrauen den Chefs von KI-Unternehmen kaum oder gar nicht. "Die Öffentlichkeit will Schutzmaßnahmen, die nicht davon abhängen, den Firmenchefs einfach zu glauben", sagte Chetan Jaiswal von der Quinnipiac University.

Frage Ergebnis
Wird KI im Alltag mehr schaden als nützen? 53 % sagen ja
Sind Leitplanken für KI-Systeme in den USA wichtig? 91 % sagen ja
Mit China bei KI Schritt halten wichtig? 69 % sagen ja
Gegen ein KI-Rechenzentrum in der eigenen Gemeinde? 72 % dagegen
Mehr Sorge vor KI-Missbrauch durch Menschen als vor autonomer KI? 52 % sagen ja

Befragt wurden 1.202 US-Erwachsene vom 24. bis 27. September, die Fehlerquote liegt bei +/- 3,5 Prozentpunkten.

Read full article about: Anthropic übertrifft alle Fortune-500-Unternehmen bei Spenden um ein Vielfaches

Anthropic-Angestellte spenden sehr viel Geld und es dürfte noch mehr werden. Das geht aus Finanzzahlen hervor, die das Unternehmen potenziellen Investoren im Rahmen seines geplanten Börsengangs vorgelegt hat, berichtet The Information. Anthropic bietet seinen Mitarbeitern ein großzügiges Programm: Wer Aktien an wohltätige Organisationen spendet, bekommt von Anthropic zusätzliche Aktien obendrauf. Frühe Mitarbeiter erhalten sogar das Dreifache ihres Spendenbetrags in Aktien dazu. Allein zwischen Oktober 2025 und März 2026 kostete dieses Programm das Unternehmen rechnerisch mehr als 660 Millionen Dollar.

Für 2025 beliefen sich die Spenden auf 540 Millionen Dollar, fast fünfmal so viel wie bei Truist Financial (115 Millionen Dollar) und BlackRock (109 Millionen Dollar), den nächstgrößten Spendern unter den Fortune-500-Unternehmen. Diese Ausgaben verwässern jedoch die Anteile anderer Investoren. Nach dem Börsengang dürfte der Spendenbetrag auf Milliarden steigen, falls der Aktienwert weiter zulegt.

CEO Dario Amodei und die sechs Mitgründer haben laut IPO-Prospekt zugesagt, mindestens 80 Prozent ihres Vermögens zu spenden. Viele Mitarbeitende orientieren sich am "Effektiven Altruismus" und diskutieren laut ehemaligen Kollegen in Chatgruppen bereits, wohin die erwarteten Millionen fließen sollen - etwa in globale Armut, KI-Sicherheit und Tierschutz.

Chinesische KI-Modelle wiederholen bei sensiblen Themen Staatsdoktrin oder verweigern die Antwort

Aleph Alpha hat 967 politisch sensible Fragen an chinesische KI-Modelle von Alibaba, Deepseek und Moonshot AI getestet: Nur 17 bis 41 Prozent der Antworten fielen ausgewogen aus. Auch Nvidias Nemotron zeigte parteitreue Muster, die Aleph Alpha auf chinesische Trainingsdaten zurückführt. Die Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, die nicht nur China betreffen.

Meta umgeht Milliarden an US-Steuern, indem es KI-Rechenzentren als Experimente deklariert

Meta stuft seine KI-Rechenzentren steuerlich als „Pilotmodelle“ und Nvidia-Chips als Versuchsmaterialien ein, um Milliarden an US-Bundessteuern zu sparen. Allein 2025 waren es 3,9 Milliarden Dollar. Die genutzte Steuergutschrift stammt von 1981, und selbst Metas eigene Buchhalter sehen die Strategie als rechtlich riskant, berichtet die New York Times. Zuckerberg selbst sagte im Januar 2025, dass genau diese Rechenzentren „unsere Kernprodukte und unser Geschäft antreiben“ würden.

Read full article about: FTC ermittelt offiziell gegen OpenAI, Anthropic und weitere KI-Labore wegen Verbraucherschutzverstößen

Die Federal Trade Commission (FTC) ermittelt laut Regierungskreisen gegen OpenAI, Anthropic und weitere führende KI-Labore wegen möglicher Verbraucherschutzverstöße. FTC-Chef Andrew Ferguson will die Firmen per "Civil Investigative Demands", also rechtlich bindender Auskunftsersuchen, zur Herausgabe von Dokumenten zwingen und Führungskräfte befragen lassen, berichtet die New York Post. Die Anordnungen sollen in den kommenden Wochen verschickt werden.

Die Ermittlungen begannen bereits vor dem Hacking-Vorfall auf Hugging Face, bei dem sich laut einer unabhängigen Untersuchung rund 700 OpenAI-Agenten an einem Angriff auf die Open-Source-Plattform beteiligten. Auch die KI-Sicherheitsorganisation METR ist im Visier. Nur einen Tag vor Bekanntwerden der Ermittlungen hatten Dario Amodei (Anthropic), Greg Brockman (OpenAI), Sundar Pichai (Google) und Elon Musk (xAI) im Weißen Haus eine Selbstverpflichtung unterzeichnet. Sie sieht vor, dass unabhängige externe Prüfer kontrollieren, ob KI-Modelle wie vorgesehen funktionieren.

Ferguson warnte, die großen KI-Firmen dürften nicht nach Regulierung rufen, die nur sie selbst erfüllen könnten, um kleinere Konkurrenten vom Markt fernzuhalten. Bereits Ende September hatte die FTC-Spitze angekündigt, KI-Entwickler für das Verhalten ihrer Agenten haftbar machen zu wollen. Die geplante formelle Ermittlung geht allerdings deutlich darüber hinaus. Angesichts der Häufung an Vorfällen, die zu Klagen führen könnten, ist sie ein existenzielles Risiko für die Labore.

Anthropic: Frei verfügbares GLM-5.3 baut Exploits fast auf Mythos-Niveau

Laut Anthropic entwickelt Zhipus Open-Weight-Modell GLM-5.3 Cyber-Exploits fast so gut wie Claude Mythos Preview. Die Flash-Variante baute für umgerechnet 20,40 Dollar einen zuverlässigen Chrome-Angriff, die Schutzmechanismen lassen sich leicht umgehen, und entsperrte Versionen kursieren bereits. Die Warnung ist nicht frei von Eigeninteresse, doch die US-Behörde CAISI stützt die Befunde.