Das KI-Copyright-Dilemma geht weiter: Zwei Gerichte, zwei völlig gegensätzliche Urteile
KI und Copyright, es bleibt kompliziert. Nur wenige Tage nach einem britischen Urteil zieht das Landgericht München den entgegengesetzten Schluss: Während der High Court in London KI-Modelle wie Stable Diffusion von Urheberrechtsverletzungen freispricht, stuft München die Modellparameter von OpenAI als Vervielfältigung geschützter Werke ein.
Es ist vollbracht: Yann LeCun verlässt Meta. Der Schritt kommt nicht überraschend – er hatte sich seit Monaten angedeutet. Der zunehmend Trump‑nahe Zuckerberg‑Konzern, der dem LLM‑Hype hinterherläuft, und der wissenschaftsorientierte, demokratisch gesinnte LeCun passten zuletzt kaum noch zusammen. Verstärkt wurde die Entfremdung durch die wissenschaftsfeindliche Politik der USA.
Gamma, ein KI-Startup für automatisierte Präsentationen, hat 68 Millionen Dollar eingesammelt und wird nun mit 2,1 Milliarden Dollar bewertet. Die Runde führt der Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz an. Gamma wandelt Texte automatisch in Präsentationen und Webseiten um.
Das 2020 gegründete Unternehmen zählt laut eigenen Angaben 70 Millionen Nutzer, davon 600 000 zahlend, und erwirtschaftet 100 Millionen Dollar Jahresumsatz. Seit 2023 ist Gamma profitabel. Das neue Kapital soll in Angebote für Firmenkunden, internationale Expansion und die Einstellung teurer KI-Fachkräfte fließen. Ursprünglich als Tool zur Verbesserung klassischer Präsentationen gestartet, setzt Gamma seit März 2023 auf generative KI.
Die Wikipedia positioniert sich im KI-Zeitalter als unverzichtbare Grundlage für verlässliches Wissen im Netz. Die Wikimedia Foundation warnt im eigenen Blog: Ohne menschlich gepflegte Inhalte wie auf Wikipedia drohen KI-Systeme an Qualität zu verlieren. Generative KI könne Wissen nur zusammenfassen, nicht jedoch recherchieren, prüfen oder diskutieren.
Die Stiftung ruft KI-Entwickler daher auf, Inhalte korrekt zu kennzeichnen und über Wikimedia Enterprise via API fair zu lizenzieren. Fehlende Anerkennung und finanzielle Beiträge gefährdeten sonst das offene Wissensmodell.
Metas neues KI-System versteht und transkribiert gesprochene Sprache in mehr als 1.600 Sprachen
Laut Metas Forschungsabteilung Fundamental AI Research (FAIR) soll Omnilingual ASR gesprochene Sprache in über 1.600 Sprachen transkribieren können, darunter 500 seltene Sprachen. Es kann sich neue Sprachen sogar per Few-Shot-Prompting aneignen.
Selbst führende Anbieter sind laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nicht zuverlässig gegen sogenannte Evasion-Angriffe auf KI-Sprachmodelle geschützt. Dabei schleusen Angreifer versteckte Anweisungen in scheinbar harmlose Inhalte ein, etwa über Webseiten, E‑Mails oder Code‑Dateien. Das kann dazu führen, dass Modelle Sicherheitsregeln umgehen, Daten preisgeben oder unerwünschte Aktionen ausführen.
Das BSI hat nun einen Leitfaden mit konkreten Gegenmaßnahmen veröffentlicht, darunter technische Filter, sicheres Prompt-Design und organisatorische Schutzmaßnahmen. "Es muss jedoch beachtet werden, dass es derzeit keine einzelne, absolut sichere Lösung zur Abwehr von Evasion‑Angriffen gibt", schreibt das BSI.
OpenAI-CEO Sam Altman sagt, dass KI eines Tages Gedichte auf dem höchsten menschlichen Niveau schreiben kann – 10 von 10. Dennoch werde das die Menschen kaum bewegen. Sie schätzten an Kunst vor allem, dass sie von Menschen stammt. Ein KI-Gedicht könne technisch perfekt sein, aber ohne emotionale Tiefe bleiben.
Altman vergleicht das mit Schach: Obwohl KI besser spielt, wollen Spieler lieber gegen Menschen antreten. Der Reiz liege im menschlichen Vergleich, nicht in der Maschine. Auch das Zuschauen zweier KIs sei schnell langweilig. Altman sagte bereits früher, dass er an eine neue Wertschätzung menschlicher Inhalte glaubt, weil Menschen authentischen Quellen mehr vertrauen, je mehr KI-generierte Texte und Bilder auftauchen.
Das KI-Start-up Inception hat 50 Millionen US-Dollar frisches Kapital erhalten. Die Finanzierung wurde von Menlo Ventures angeführt, mit dabei sind Microsofts M12, Nvidia, Databricks und Snowflake.
Inception konzentriert sich auf sogenannte Diffusionsmodelle (dLLMs), die nicht wie klassische Sprach-KIs Wort für Wort Text generieren, sondern Inhalte stufenweise verfeinern. Die Technik kennt man bisher primär aus der Bildgenerierung. Inception will sie jetzt auf Text und Code übertragen.
Mercury ist über Partner wie OpenRouter und Poe verfügbar und kostet 0,25 Dollar pro Million Eingabetokens sowie 1 Dollar für Ausgabetokens – also mit einem klaren Geschwindigkeits- und Preisvorteil gegenüber klassischen LLMs.
Korrektur: Eine frühere Version dieses Artikels hat Inception mit dem "Inflection.ai" verwechselt, dem Ex-KI-Start-up von Mustafa Suleyman.
OpenAI-Konkurrent Anthropic plant Umsatzwachstum von 4,7 auf 70 Milliarden Dollar bis 2028
Anthropic plant ein beispielloses Umsatzwachstum: Von 4,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025 soll der Umsatz bis 2028 auf 70 Milliarden steigen. Möglich machen sollen das eine stark verbesserte Bruttomarge, der Fokus auf API-Verkäufe an Unternehmen und das Entwickler-Tool Claude Code. Die Prognosen sind extrem ehrgeizig und könnten das Narrativ einer KI-Blase weiter befeuern.