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Vier Jahre Krieg, Millionen Stunden Drohnenmaterial: Ukraine teilt Daten für KI-Training

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Kurz & Knapp

  • Die Ukraine will ihre im Krieg gesammelten Kampfdaten für das Training von KI-Modellen zur Verfügung stellen. Der neue Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov kündigte ein entsprechendes System für Verbündete an.
  • Seit Februar 2022 hat die Ukraine Millionen Stunden Drohnenaufnahmen und Kampfstatistiken gesammelt – reale Kriegsdaten, die für KI-Training selten und wertvoll sind.
  • Fedorov will den Datenschatz als Verhandlungshebel nutzen, um internationale Unterstützung zu sichern.

Der neue ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov kündigt ein System an, mit dem Verbündete ihre KI-Modelle auf ukrainischen Kriegsdaten trainieren können. Die Daten sollen als Verhandlungshebel dienen.

Die Ukraine will ihre im Krieg gegen Russland gesammelten Kampfdaten systematisch für das Training von KI-Modellen zur Verfügung stellen. Das kündigte der neue Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov laut Reuters an. "Wir werden ein System aufbauen, auf dem sie ihre Softwareprodukte mit unseren Daten trainieren können", sagte Fedorov.

Fedorov übernahm erst vergangene Woche das Amt des Verteidigungsministers. Zuvor war er Digitalisierungsminister und bringt entsprechende technische Expertise mit. In seiner neuen Rolle will er Reformen im ukrainischen Verteidigungsministerium und den Streitkräften vorantreiben.

Millionen Stunden Drohnenmaterial als Trainingsgrundlage

Seit der russischen Invasion im Februar 2022 hat die Ukraine umfangreiche Schlachtfeldinformationen gesammelt. Dazu gehören systematisch erfasste Kampfstatistiken und vor allem Millionen Stunden Drohnenaufnahmen, die aus der Luft aufgenommen wurden. Fast vier Jahre Kriegserfahrung sind damit dokumentiert.

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Solche Daten sind für das Training von KI-Modellen von erheblichem Wert. Die Systeme benötigen große Mengen realer Informationen, um Muster zu erkennen und Vorhersagen über das Verhalten von Menschen oder Objekten in verschiedenen Situationen zu treffen. Reale Kriegsdaten in diesem Umfang sind selten - die meisten Nationen verfügen nicht über vergleichbares Material aus einem modernen Konflikt dieser Intensität und Dauer.

"Frontline-Daten haben heute einen außerordentlichen Wert", sagte Fedorov. Es bestehe bereits Nachfrage von Verbündeten nach diesem Material.

Daten als Verhandlungskarte

Fedorov bezeichnet den ukrainischen Datenschatz als eine der "Karten" in Verhandlungen mit anderen Nationen. Die Formulierung deutet darauf hin, dass die Ukraine ihre einzigartigen Kriegserfahrungen gezielt als Verhandlungshebel einsetzen will. Während das Land personell und materiell unterlegen ist, verfügt es über etwas, das westliche Verbündete nicht selbst beschaffen können: echte Kampfdaten aus einem hochintensiven Konflikt mit moderner Technologie.

Der Minister erklärte, er wolle Verbündete "aktiver" in ukrainische Projekte einbinden. Die Datenfreigabe könnte damit Teil einer breiteren Strategie sein, die internationale Unterstützung für die Ukraine zu festigen und auszubauen.

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Sein Team erhalte bereits Beratung von US-amerikanischen Denkfabriken wie dem Center for Strategic and International Studies und RAND sowie vom britischen Royal United Services Institute. Fedorov erklärte zudem, die Ukraine nutze bereits KI-Technologie der US-Datenanalysefirma Palantir für militärische und zivile Anwendungen.

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Quelle: Reuters