Apples Weg zur Google Partnerschaft war von internen Machtkämpfen geprägt
Kurz & Knapp
- Bloomberg enthüllt die Hintergründe von Apples Wende zu Google Gemini: Notfall-Meetings, gescheiterte Verhandlungen und ein Machtkampf in der Führungsebene.
- Apple-Chef Tim Cook verlor das Vertrauen in KI-Chef John Giannandrea. Software-Chef Craig Federighi übernahm und setzte auf externe Partner statt interner Entwicklung.
- Verhandlungen mit Anthropic und OpenAI scheiterten. Google setzte sich durch und Apple nennt die Google-Modelle intern "Apple Foundation Models".
Interne Notfall-Meetings, ein Chef der "Bullshit" rief und niemanden überzeugte, gescheiterte Milliarden-Verhandlungen: Bloomberg enthüllt die Hintergründe von Apples Wende zu Google Gemini.
Als Bloomberg im Sommer 2025 berichtete, dass Apple erwäge, seine internen KI-Modelle durch externe Anbieter zu ersetzen, reagierte die Führungsebene innerhalb von Stunden. Siri-Chef Mike Rockwell und KI-Leiter John Giannandrea beriefen laut Bloomberg ein Notfall-Meeting mit dem Foundation-Models-Team ein. Rockwells Botschaft: Der Artikel sei "Bullshit".
Überzeugt war offenbar niemand. Apple Intelligence hinkte der Konkurrenz hinterher, die neue Siri war verspätet. In den folgenden Monaten verließen Talente das Unternehmen, darunter Teamleiter Ruoming Pang. Viele wurden von Meta abgeworben.
Milliarden-Forderungen und strategische Konflikte
Apple verhandelte parallel mit Anthropic und OpenAI. Beide Optionen scheiterten. Anthropic forderte dem Bericht zufolge mehrere Milliarden Dollar jährlich über mehrere Jahre. OpenAI stellte ein anderes Problem dar: Das Unternehmen warb aktiv Apple-Ingenieure ab und verfolgte mit Ex-Apple-Designer Jony Ive eigene Hardware-Ambitionen.
Google galt zunächst nicht als Favorit, setzte sich am Ende aber durch. Das Unternehmen wurde nicht als technologisch führend betrachtet, zudem drohte eine Antitrust-Klage den Safari-Suchdeal zu gefährden. Im September 2025 entschied jedoch ein Richter, dass der Deal bestehen bleiben darf. Google bot zudem Konditionen, die Apple akzeptabel fand.
Ein Jahr Machtkampf endete mit Giannandreas Abgang
Hinter den Kulissen hatte sich bereits Anfang 2025 ein Machtwechsel vollzogen. CEO Tim Cook verlor laut Bloomberg das Vertrauen in KI-Chef Giannandrea. Software-Chef Craig Federighi übernahm faktisch die Kontrolle über Apples KI-Richtung und entschied, auf externe Partner zu setzen.
Giannandrea wurde fast ein Jahr lang intern marginalisiert, bevor Apple seinen Abgang im Dezember 2025 öffentlich machte. Er darf sein Gehalt und seine Aktien bis April 2027 behalten.
Sein Abgang hat Folgen für mehrere seiner Projekte: Ein KI-gestützter Safari-Browser liegt teilweise auf Eis, ein ChatGPT-ähnliches Projekt namens "World Knowledge Answers" wurde stark zurückgefahren. Stattdessen ersetzt Gemini nun die intern entwickelten Technologien. Apple bezeichnet die Google-Modelle intern schlicht als "Apple Foundation Models".
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