OpenAI wirft Musks xAI systematische Beweisvernichtung im Kartellverfahren vor
Kurz & Knapp
- OpenAI wirft Elon Musks xAI vor, in einem laufenden Kartellverfahren systematisch Beweise vernichtet zu haben, indem Mitarbeiter selbstlöschende Nachrichtendienste nutzten.
- xAI hatte OpenAI und Apple verklagt, weil die ChatGPT-Integration in iOS angeblich den Wettbewerb für andere Chatbots wie Grok behindere.
- OpenAI fordert das Gericht auf, einen forensischen Prüfer einzusetzen, da xAI kein einziges nicht-öffentliches Dokument zu seinen Vorwürfen vorgelegt habe.
OpenAI wirft Elon Musks KI-Unternehmen xAI vor, in einem laufenden Gerichtsverfahren systematisch und absichtlich Beweise vernichtet zu haben.
In einem Gerichtsantrag vom Montag behauptet OpenAI, xAI habe seine Mitarbeiter angewiesen, sogenannte "ephemeral messaging tools" zu nutzen – also Nachrichtendienste, die Kommunikation nach einer bestimmten Zeit automatisch löschen. Laut OpenAI seien Gespräche über jeden Aspekt von xAIs Geschäft über diese Tools geführt worden, obwohl das Unternehmen wusste, dass es klagen würde und rechtlich verpflichtet war, Dokumente aufzubewahren.
"Die Vernichtung von Beweisen war der ganze Sinn", heißt es in OpenAIs Gerichtsantrag laut Bloomberg. Dies bringe OpenAI und andere Ziele von Musks Rechtsstreitigkeiten in einen "ungerechten Nachteil".
Klage gegen OpenAI und Apple
Der Hintergrund des Streits: xAI und Musks Social-Media-Plattform X hatten im August 2025 eine Kartellklage gegen OpenAI und Apple eingereicht. Die Klage behauptet, Apples Entscheidung, ChatGPT in sein mobiles Betriebssystem iOS zu integrieren, behindere den Wettbewerb für andere Chatbots – darunter Musks eigener KI-Assistent Grok. Die Kläger fordern Milliarden Dollar Schadenersatz. OpenAI und Apple haben die Vorwürfe in ihren Stellungnahmen zurückgewiesen, doch ein Richter in Fort Worth, Texas, entschied im November 2025, dass das Verfahren fortgesetzt werden kann.
OpenAI bezeichnet Musks Vorgehen als "Kampagne der Rechtsstreitigkeiten" gegen das Unternehmen. Diese sei teilweise auf den langjährigen Streit zwischen Musk und OpenAI-Chef Sam Altman zurückzuführen. Beide hatten OpenAI im Jahr 2015 gemeinsam gegründet. Musk verließ den Vorstand des Startups im Jahr 2018.
Im aktuellen Gerichtsantrag erklären die Anwälte von OpenAI, sie hätten Dokumente von xAI angefordert, die sich auf die Behauptungen des Unternehmens beziehen. xAI hatte argumentiert, es sei durch eine Vereinbarung zwischen OpenAI und Apple am Markteintritt in den Bereich der generativen KI gehindert worden. Doch xAI habe "nicht ein einziges nicht-öffentliches Dokument" zu seinen Vorwürfen übergeben, so OpenAI. Es seien keine E-Mails, keine Textnachrichten, keine Signal-Nachrichten und keine XChat-Nachrichten jeglicher Art vorgelegt worden.
OpenAI fordert das Gericht nun auf, Mitarbeitern von X und xAI die Nutzung selbstlöschender Nachrichtendienste zu untersagen. Außerdem soll das Gericht einen "neutralen forensischen Prüfer" bestellen, um die Angelegenheit zu untersuchen und angemessene Maßnahmen festzulegen.
Mittlerweile hat Musks SpaceX die Übernahme von xAI bekannt gegeben.
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