Suno-Investorin räumt ein: KI-Musik steht in direkter Konkurrenz zu menschlichen Künstlern
Suno-Investorin C.C. Gong freut sich bei X über den Erfolg des KI-Musik-Tools; und räumt dabei ungewollt ein, dass KI-Musik in direkter Konkurrenz zu menschengemachter Musik steht.
Laut Suno-Mitgründer Mikey Shulman hat Suno einen annualisierten Jahresumsatz von 300 Millionen Dollar mit zwei Millionen zahlenden Abonnenten erreicht – in weniger als zwei Jahren. "Suno ermöglicht es jedem, aktiv an der Musikkultur teilzunehmen und die Musik zum Leben zu erwecken, die in Millionen von Menschen steckt", schreibt Shulman.
Doch sein Unternehmen steht im Rechtsstreit mit Teilen der Musikindustrie, da es den eigenen Generator auf urheberrechtlich geschützter Musik trainiert hat, ohne dafür eine Erlaubnis einzuholen. Shulman verteidigt sein Produkt damit, dass das Lernen aus Daten keine Copyright-Verletzung sei. Das ist Teil des Fair-Use-Arguments, auf das sich KI-Unternehmen berufen: Die Datenverwendung sei transformativ. Aus den Daten entstehe etwas Neues, das nicht mit dem Original konkurriere.
Investorin untergräbt Sunos Rechtsargumentation
Genau diesen letzten Punkt hat Suno-Investorin C.C. Gong von Menlo Ventures nun unbedarft untergraben. Sie schrieb bei X, sie habe ihren Musikkonsum größtenteils von Spotify zu Suno verlagert, weil sie die immer gleichen Empfehlungen satt gehabt habe. Wenn jeder Musik erstellen könne, werde der Katalog unendlich und Musik persönlicher. Statt um Mainstream-Hits zu konkurrieren, erschließe KI einen stetig wachsenden Long Tail.

Damit räumt sie indirekt ein, dass KI-generierte Musik den Konsum menschengemachter Musik ersetzt. Ein zentrales Kriterium für Fair Use ist aber, ob das neue Produkt den Markt für das Originalwerk beeinträchtigt. Gongs Aussage legt genau das nahe – und könnte Sunos Position in den laufenden Verfahren schwächen. Gong hat ihren Post mittlerweile gelöscht, nachdem der KI-Copyright-Experte Ed Newton-Rex auf ihren Fauxpas hingewiesen hatte.
Freilich wird sich ein Gericht von dieser anekdotischen Äußerung allein nicht sonderlich beeinflussen lassen. Letztlich bräuchte es belastbare Nachweise, dass diese Substitution tatsächlich stattfindet – und eine solche Messbarkeit dürfte schwierig sein. Dennoch zeigt Gongs Aussage, wie die Investoren hinter KI-Musik-Firmen und sicher auch ähnlichen Produkten ihre Investitionsrechnung aufmachen.
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