Anthropic hat innerhalb von elf Monaten Rechenkapazitäts-Verträge über bis zu 517 Milliarden Dollar abgeschlossen, berichtet The Information. Seit Oktober 2025 sicherte sich das Unternehmen mindestens 14,8 Gigawatt Rechenleistung, zusätzlich zu ein bis zwei Gigawatt, die es bereits hatte. Anthropic plant zudem eigene Rechenzentren. Die geplante Gesamtkapazität liegt laut The Information wohl dennoch unter der von OpenAI (30 Gigawatt bis 2030), wobei ein direkter Vergleich schwierig ist, da Anthropics Verträge häufig über 2030 hinausreichen. Beide Unternehmen sind noch ein gutes Stück davon entfernt, diese Verbindlichkeiten, sofern sie denn in Kraft treten, aus eigener Kraft zu decken: Anthropics annualisierter Umsatz überschritt laut Bloomberg 65 Milliarden Dollar, OpenAI lag im Juli bei über 40 Milliarden.
Die Rollen haben sich offenbar etwas gedreht: Anthropic-CEO Dario Amodei hatte Anfang 2026 noch vor zu schnellen Investitionen gewarnt und OpenAI vorgeworfen, die Risiken nicht verstanden zu haben. Jetzt holt Anthropic selbst aggressiv auf. Dafür mahnt OpenAI-Chef Sam Altman nun zur Vorsicht und warnt vor "nicht tragfähigem Unsinn" speziell seitens der Neo-Cloud-Anbieter. Technischer Fortschritt könne heutige teure Projekte zu Fehlinvestitionen machen.

