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Matthias Bastian

Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
Read full article about: 517 Milliarden Dollar für Compute: Anthropic holt im Wettrüsten mit OpenAI aggressiv auf

Anthropic hat innerhalb von elf Monaten Rechenkapazitäts-Verträge über bis zu 517 Milliarden Dollar abgeschlossen, berichtet The Information. Seit Oktober 2025 sicherte sich das Unternehmen mindestens 14,8 Gigawatt Rechenleistung, zusätzlich zu ein bis zwei Gigawatt, die es bereits hatte. Anthropic plant zudem eigene Rechenzentren. Die geplante Gesamtkapazität liegt laut The Information wohl dennoch unter der von OpenAI (30 Gigawatt bis 2030), wobei ein direkter Vergleich schwierig ist, da Anthropics Verträge häufig über 2030 hinausreichen. Beide Unternehmen sind noch ein gutes Stück davon entfernt, diese Verbindlichkeiten, sofern sie denn in Kraft treten, aus eigener Kraft zu decken: Anthropics annualisierter Umsatz überschritt laut Bloomberg 65 Milliarden Dollar, OpenAI lag im Juli bei über 40 Milliarden.

Die Rollen haben sich offenbar etwas gedreht: Anthropic-CEO Dario Amodei hatte Anfang 2026 noch vor zu schnellen Investitionen gewarnt und OpenAI vorgeworfen, die Risiken nicht verstanden zu haben. Jetzt holt Anthropic selbst aggressiv auf. Dafür mahnt OpenAI-Chef Sam Altman nun zur Vorsicht und warnt vor "nicht tragfähigem Unsinn" speziell seitens der Neo-Cloud-Anbieter. Technischer Fortschritt könne heutige teure Projekte zu Fehlinvestitionen machen.

Read full article about: KI-Agent steuert sich durch Portal: GPT-6 Astra meistert das komplette Spiel ohne menschliche Hilfe

GPT-6 Astra hat das Spiel Portal eigenständig durchgespielt. Der Entwickler cozyblaze berichtete auf X, dass das KI-Modell das gesamte Spiel autonom navigiert und den Abspann erreicht hat. Cozyblaze griff nach der anfänglichen Zielvorgabe nicht mehr ein. Der Durchlauf dauerte etwa 23 Stunden und 43 Minuten. Der Token-Verbrauch entspricht mindestens 570 US-Dollar nach Astra-Preisliste; cozyblaze nutzte jedoch ein 200-Dollar-Codex-Abo. Das Modell steuert Portal über MCP und ein modifiziertes SourcePauseTool: Das Spiel pausiert, während das Modell nachdenkt. Der Agent sieht Screenshots, Spielerposition und Kamerawinkel, wählt seine Eingaben und lässt das Spiel weiterlaufen. Im folgenden Video wurden diese Pausen entfernt.

Der Code und die technische Dokumentation sind auf GitHub verfügbar. Cozyblaze erinnerte daran, dass OpenAI 2016 das Ziel formuliert hatte, viele verschiedene Spiele mit einem einzigen Agenten zu lösen. Es gebe noch viele Probleme, aber einen solchen Agenten ein komplettes Spiel autonom durchspielen zu sehen, sei ein kleiner Vorgeschmack auf diese ursprüngliche Vision. Zudem sei GPT-6 Astra "das schlechteste Modell, das wir je bekommen werden" - künftige Modelle dürften noch besser abschneiden.

Read full article about: ChatGPT Web baut Vorsprung im KI-Chatbot-Markt wieder aus, Google Gemini verliert

Laut Similarweb dominiert ChatGPT den Website-Traffic der KI-Chatbots weiterhin und hat zuletzt sogar wieder Anteile gewonnen: von 52,7 Prozent vor drei Monaten auf 55,5 Prozent. Google Gemini verliert nach starker Aufholjagd wieder leicht, von 27,8 auf 25,6 Prozent. Im Jahresvergleich hat ChatGPT dennoch deutlich verloren (von 73,3 Prozent), während Gemini seinen Anteil verdoppelte und Anthropics Claude von 1,9 auf 9,3 Prozent zulegte. DeepSeek (3,4 Prozent), Grok (2,4 Prozent), Copilot (1,6 Prozent) und Perplexity (0,9 Prozent) spielen eine untergeordnete Rolle.

ChatGPT verliert über zwölf Monate Marktanteile, stabilisiert sich aber zuletzt wieder. Gemini und Claude legen zu, der Rest stagniert. | Bild: Similarweb

Die Zahlen beziehen sich nur auf den Website-Traffic. Google dürfte jedoch durch sein Android-Ökosystem auch viele mobile Gemini-Interaktionen erzielen, die hier nicht erfasst sind. So verschickt Google etwa Push-Benachrichtigungen an Android-Nutzer, die direkt in die Gemini-App führen, mit einer Zusammenfassung statt eines Links auf eine Webseite, wie es früher üblich war. Auch OpenAI pusht die mobile ChatGPT-App stark, ebenso wie die neue Desktop-Variante ChatGPT Work, die beide nicht in der Statistik auftauchen.

KI-designter Wirkstoff zeigt Hinweise auf biologische Verjüngung

Insilico Medicine hat in einer in Nature Biotechnology veröffentlichten Studie gezeigt, dass der KI-entwickelte Wirkstoff Rentosertib Marker biologischer Alterung zurückdrehen könnte. Sechs unabhängige Alterungsuhren maßen bei behandelten Patienten bis zu sechs Jahre Verjüngung gegenüber Placebo. Die Stichprobe ist mit 42 Patienten allerdings klein und ein Test an gesunden Menschen steht noch aus.

Read full article about: OpenAI-Entwickler: KI-Tool Astra soll interne Entwicklung um ein halbes Jahr beschleunigt haben

OpenAI-Entwickler Thibault Sottiaux hat ein bisschen Benzin fürs Hype-Feuer: Astra sei der größte Wettbewerbsvorteil von OpenAI gewesen, solange es nicht öffentlich verfügbar war. Seit der internen Nutzung sei die Produktivität so stark gestiegen, dass einige Pläne um sechs Monate vorgezogen wurden und nun beim DevDay statt Mitte nächsten Jahres vorgestellt werden sollen.

via X

Das passt zu einer aktuellen Studie des IAPS-Fellows Severin Field: 20 von 25 befragten Forschenden bei OpenAI, Anthropic, Google Deepmind und Meta stufen die Automatisierung der KI-Forschung als eines der größten KI-Risiken ein. Mehrere damals genannte Meilensteine seien bereits erreicht. Die Hälfte der Befragten erwartet, dass die stärksten Modelle künftig nur intern genutzt und nicht öffentlich verkauft werden. Anthropic behauptet in diesem Zusammenhang, dass Claude mittlerweile mehr als 80 Prozent des eigenen Produktionscodes schreibt. Allerdings kauft nicht jeder den Produktivitätsschub ab, erst recht nicht, wenn es um KI-Modelle geht, die sich selbst verbessern sollen.

Read full article about: Google bringt Musikgenerierung mit Lyria 3.5 direkt in die Gemini-App

Google hat sein Musikgenerierungsmodell Lyria 3.5 in der Gemini-App und via API veröffentlicht. Laut Google liefert Lyria 3.5 ausdrucksstärkeren Gesang und reichere musikalische Arrangements als sein Vorgänger. Nutzer können in der Gemini-App Genre und Stil wählen, zwischen Gesang und Instrumental entscheiden und kurze oder längere Stücke erstellen. Vorlagen für Hintergrundmusik oder personalisierte Geburtstagssongs sollen den Einstieg erleichtern.

Neben der Gemini-App steht Lyria 3.5 auch in Google Flow Music mit mehr Funktionen, in Google AI Studio für Entwickler und in Google Vids zur Verfügung. Laut Google wurde das Lyria-Modell nur auf lizenzierten Inhalten trainiert, anders als das Musikmodell von Suno. Google macht allerdings keine konkreten Angaben zu den fürs Training verwendeten Daten.

Artificial Analysis korrigiert eigenen KI-Benchmark nach Kritik an GPT-6-Astra-Bewertung

Artificial Analysis hat Version 4.2 seines Intelligence-Index veröffentlicht, wohl auch als Reaktion auf Kritik, das Ranking bilde den Fortschritt von GPT-6 Astra nicht korrekt ab. Astra gewinnt nun vier Punkte gegenüber dem Vorgänger, liegt aber weiterhin hinter Anthropics Claude Fable 5.1.

Read full article about: OpenAI räumt ein: Offenlegungspraktiken für KI-Hacks müssen besser werden

OpenAI bezieht indirekt Stellung zu einem Vorfall, bei dem autonome KI-Agenten zwischen Mai und Juli rund 18.000 Beiträge in einem 25 Jahre alten deutschen Wiki hinterließen. Die Agenten teilten Aufgabenantworten, Rohdaten und einen Trick, mit dem sie ihre abgeschottete Umgebung umgingen. Ein einzelner Moderator löschte wochenlang täglich Dutzende Seiten, konnte aber gegen bis zu 400 neue Einträge pro Tag kaum ankommen.

Laut Reuters wusste OpenAI seit Wochen davon, machte den Vorfall aber nicht öffentlich. OpenAI äußert sich nun auf X zu solchen Vorfällen generell und räumt ein, dass die eigenen Offenlegungspraktiken erweitert werden müssen.

Man habe Fehlausrichtung bisher vor allem als Forschungsfrage behandelt und in Berichten wie System Cards kommuniziert. In diesem Jahr habe man jedoch erstmals gesehen, dass Fehlausrichtung reale Auswirkungen verursache. Den Wiki-Vorfall stufe man als weitere Instanz bereits dokumentierter Fehlausrichtung ein, ähnlich den in früheren Berichten zu internen Coding-Agenten und langfristiger Modellausrichtung beschriebenen Fällen.

Es fehle der gesamten KI-Branche ein klarer Standard, wie Fehlausrichtung gemeldet werden solle, die beim Training, bei der Evaluation oder im Einsatz auftrete. OpenAI arbeite mit Dutzenden Regulierungsbehörden weltweit an diesen Fragen und kündige ein entsprechendes Rahmenwerk an.