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OpenAI erhält bis zu 110 Milliarden US-Dollar von Amazon, Nvidia und SoftBank

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Kurz & Knapp

  • OpenAI hat eine Finanzierungsrunde über 110 Milliarden US-Dollar angekündigt, die größte private Finanzierungsrunde der Geschichte.
  • Amazon beteiligt sich mit bis zu 50 Milliarden, Nvidia und SoftBank steuern jeweils 30 Milliarden bei. Die Pre-Money-Bewertung steigt auf 730 Milliarden US-Dollar.
  • Allerdings sind von Amazons Zusage zunächst nur 15 Milliarden gesichert, die restlichen 35 Milliarden sind an noch ungenannte Bedingungen geknüpft.

Update 27. Februar 2026, abends:

Laut The Information erwartet OpenAI, bis Ende März weitere 10 Milliarden US-Dollar von Finanzinvestoren einzusammeln. Damit würde die Post-Investment-Bewertung auf 850 Milliarden US-Dollar steigen. Zudem soll Amazons 35-Milliarden-Tranche an die Bedingung geknüpft sein, dass OpenAI entweder an die Börse geht oder "Artificial General Intelligence" erreicht. Der Börsengang ist wahrscheinlicher.

Die gemeinnützige OpenAI-Stiftung könnte im Rahmen der Runde mehrere Milliarden US-Dollar ihrer Anteile an Finanzinvestoren verkaufen, um die Verwässerung für bestehende Anteilseigner zu begrenzen. OpenAI-CEO Sam Altman halte derzeit keine Anteile am Unternehmen und erhalte auch im Rahmen der aktuellen Transaktion keine.

Ursprünglicher Artikel vom 27. Februar 2026

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OpenAI schließt die größte private Finanzierungsrunde der Geschichte ab. Amazon steigt mit bis zu 50 Milliarden ein und wird strategischer Partner. Microsoft betont unterdessen, dass sich an der eigenen Partnerschaft nichts ändere.

OpenAI hat eine Finanzierungsrunde über 110 Milliarden US-Dollar angekündigt. Damit würde das Unternehmen seine eigene Rekordmarke von 40 Milliarden US-Dollar aus dem vergangenen Jahr um mehr als das Doppelte übertreffen. Die Pre-Money-Bewertung steigt auf 730 Milliarden US-Dollar, ein deutlicher Sprung gegenüber den 500 Milliarden, die bei einem Sekundärverkauf im Oktober angesetzt worden waren.

Die drei Hauptinvestoren teilen sich die Summe wie folgt auf: Amazon beteiligt sich mit bis zu 50 Milliarden US-Dollar, Nvidia und SoftBank steuern jeweils 30 Milliarden bei. Weitere Investoren sollen im Laufe der Runde hinzukommen, teilte OpenAI mit.

Allerdings ist ein erheblicher Teil der Summe noch nicht gesichert: Amazons Investment beginnt laut OpenAI mit einer initialen Zusage von 15 Milliarden US-Dollar. Die restlichen 35 Milliarden sollen "in den kommenden Monaten" fließen, sobald "bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind". Welche Bedingungen das sind, wurde nicht genannt. Sollten sie nicht eintreten, würde die Runde deutlich kleiner ausfallen als angekündigt.

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Amazon wird strategischer Partner, doch die Details sind komplex

Parallel zur Finanzierung haben OpenAI und Amazon eine mehrjährige strategische Partnerschaft angekündigt. Im Rahmen der Vereinbarung sollen maßgeschneiderte Modelle entwickelt werden, die Amazons kundenorientierte Anwendungen antreiben.

Die bestehende Zusammenarbeit mit Amazon Web Services im Umfang von 38 Milliarden US-Dollar wird um weitere 100 Milliarden über acht Jahre erweitert. AWS wird zudem exklusiver Drittanbieter-Cloud-Vertriebspartner für OpenAIs Enterprise-Plattform Frontier.

Im Zuge der Finanzierungsrunde baut OpenAI auch die Zusammenarbeit mit Nvidia aus. Das Unternehmen will drei Gigawatt dedizierte Inferenzkapazität und zwei Gigawatt Trainingskapazität auf Nvidias Vera-Rubin-Systemen nutzen. Diese bauen auf bereits laufenden Hopper- und Blackwell-Systemen auf, die bei Microsoft, OCI und CoreWeave im Einsatz sind.

Microsoft betont: An der eigenen Partnerschaft ändert sich nichts

Die Annäherung an Amazon dürfte in Redmond aufmerksam registriert worden sein: AWS ist Microsofts größter Konkurrent im Wachstumsmarkt Cloud-Computing. In einer gemeinsamen Erklärung betonten OpenAI und Microsoft, dass sich an den Bedingungen ihrer seit 2019 bestehenden Partnerschaft "in keiner Weise" etwas ändere. Die Zusammenarbeit bleibe "stark und zentral".

Im Detail heißt das: Microsofts exklusive Lizenz und der Zugang zu OpenAIs geistigem Eigentum bleiben bestehen. Die Revenue-Share-Vereinbarung gilt weiterhin und schließt laut der Erklärung auch Einnahmen aus Partnerschaften zwischen OpenAI und anderen Cloud-Anbietern ein.

Entscheidend ist die Abgrenzung bei der Infrastruktur: Azure bleibt exklusiver Cloud-Anbieter für zustandslose OpenAI-APIs. Auch zustandslose API-Aufrufe, die aus der Zusammenarbeit mit Dritten wie Amazon entstehen, werden auf Azure gehostet. Bei zusätzlicher Rechenkapazität und großflächiger Infrastruktur – etwa im Rahmen des Stargate-Projekts – hat OpenAI hingegen ausdrücklich die Flexibilität, zusätzliche Compute-Kapazitäten auch anderswo zu beziehen.

OpenAIs eigene Produkte einschließlich Frontier werden weiterhin auf Azure gehostet. Auch die vertragliche AGI-Definition und die damit verbundenen Prozesse blieben unverändert. Dass beide Unternehmen es für nötig hielten, all dies in einem ausführlichen Joint Statement klarzustellen, spricht für sich.

Laut OpenAI sollen im Laufe der Runde weitere Finanzinvestoren hinzukommen. Die bisherige Investorenstruktur hat allerdings eine bemerkenswerte Eigenschaft: Sowohl Amazon als auch Nvidia profitieren unmittelbar davon, dass OpenAI das eingesammelte Kapital wieder bei ihnen ausgibt, sei es für Cloud-Infrastruktur bei AWS oder für GPUs von Nvidia. Ein zirkuläres Geschäft, bei dem die Investoren zugleich die größten Profiteure der Investition sind.

OpenAIs Finanzierungsrunde deckt fast exakt den gestiegenen Mittelbedarf

Vor kurzem hatte OpenAI seine Cashburn-Prognose erneut nach oben korrigiert. Demnach rechnet das Unternehmen bis 2030 mit einem kumulierten Mittelabfluss von 665 Milliarden US-Dollar, rund 111 Milliarden mehr als zuvor geschätzt. Die nun angekündigten bis zu 110 Milliarden entsprechen damit fast exakt dem zusätzlichen Finanzbedarf.

Cash-Flow-positiv will OpenAI erst 2030 werden. Die Inferenzkosten hatten sich 2025 vervierfacht, die bereinigte Bruttomarge fiel auf 33 Prozent statt der angepeilten 46 Prozent. Allein die Trainingskosten sollen sich bis 2030 auf fast 440 Milliarden US-Dollar summieren.

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