Microsoft startet mit Copilot Health einen eigenen KI-Gesundheitsbereich
Microsoft startet mit Copilot Health einen eigenen Gesundheitsbereich innerhalb seines KI-Assistenten Copilot.
Der Dienst bündelt Gesundheitsdaten aus mehr als 50 tragbaren Geräten wie Apple Health, Oura und Fitbit, Krankenakten von mehr als 50.000 US-Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen sowie Laborergebnisse an einem Ort. Die KI analysiert diese Daten und liefert personalisierte Gesundheitshinweise. Microsoft betont, Copilot Health ersetze keinen Arzt, sondern bereite Patienten besser auf Arztgespräche vor.
Die Antworten basieren auf geprüften Quellen aus 50 Ländern, ergänzt durch Inhalte von Harvard Health. Nutzer können zudem nach Ärzten suchen, die ihre Versicherung akzeptieren, gefiltert nach Fachgebiet, Standort und Sprache. Gesundheitsdaten werden verschlüsselt gespeichert und nicht für das Training von KI-Modellen verwendet. Nutzer können die Verbindung zu Datenquellen wie Krankenakten oder Wearables jederzeit trennen und ihre Daten löschen.
Ein internes klinisches Team sowie über 230 Ärzte aus mehr als 24 Ländern begleiten laut Microsoft die Entwicklung. Der Dienst hat zudem die ISO/IEC 42001-Zertifizierung erhalten, einen internationalen Standard für KI-Managementsysteme.
Copilot Health startet zunächst per Warteliste in den USA auf Englisch für Erwachsene. Langfristig strebt Microsoft nach eigener Aussage eine "medizinische Superintelligenz" an: also Gesundheits-KI, die das breite Wissen eines Allgemeinmediziners mit der Tiefe eines Facharztes verbindet. Ein Forschungsprojekt namens MAI-DxO zeige bereits vielversprechende Ergebnisse in Forschungstests, so Microsoft.
Chatbots als private Diagnosehilfe
Auch OpenAI und Anthropic starteten zuletzt Chat-Angebote rund um medizinische Themen. Bei OpenAI hieß es damals, dass 260 Ärzte aus 60 Ländern bei der Entwicklung beteiligt waren. Das klingt sehr nah an Microsofts Darstellung; womöglich sind die beiden Produkte verwandt. Welches Modell Microsoft verwendet, geht aus der Ankündigung nicht hervor, sehr wahrscheinlich sind es OpenAI-Modelle.
OpenAI veröffentlichte im Mai 2025 eine Studie, laut der bereits die damals aktuellen KI-Modelle o3 und GPT-4.1 in simulierten Arzt-Patienten-Gesprächen teilweise besser abschnitten als Ärztinnen und Ärzte. Auch Nutzer berichten anekdotisch davon, dass ihnen KI bei Diagnosen geholfen hat, speziell bei seltenen Fällen.
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