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Bytedance sichert sich Zugang zu Nvidia-Blackwell-Cluster in Malaysia um US-Exportverbot für China zu umgehen

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Kurz & Knapp

  • Bytedance plant laut Wall Street Journal rund 500 Nvidia-Blackwell-Systeme mit etwa 36.000 B200-Chips in Malaysia. Die Kosten liegen bei über 2,5 Milliarden US-Dollar. Die Chips bleiben vor Ort, da US-Exportkontrollen den direkten Zugang in China verhindern.
  • Malaysia steht im Zentrum des Chip-Konflikts zwischen den USA und China. Nach bekannt gewordenen Schmuggelfällen hat das Land 2025 eine Genehmigungspflicht für US-Hochleistungschips eingeführt.
  • Bytedance betreibt bereits über ein Dutzend KI-Apps und führt parallel Gespräche über weitere Chip-Kapazitäten in Indonesien, um Google und OpenAI global herauszufordern.

Bytedance sichert sich Zugang zu Nvidias stärksten KI-Chips – nicht in China, sondern in Malaysia. US-Exportkontrollen zwingen den TikTok-Mutterkonzern zu einem Umweg über Südostasien.

Bytedance baut laut einem Bericht des Wall Street Journal Rechenkapazitäten mit Nvidias leistungsstärksten KI-Chips außerhalb Chinas auf. Konkret arbeitet der TikTok-Mutterkonzern demnach mit der südostasiatischen Firma Aolani Cloud an Plänen für rund 500 Nvidia-Blackwell-Systeme in Malaysia, die insgesamt etwa 36.000 B200-Chips umfassen sollen. Die Kosten für die Hardware dürften bei über 2,5 Milliarden US-Dollar liegen.

Bytedance will die Rechenleistung laut dem WSJ für KI-Forschung und -Entwicklung außerhalb Chinas nutzen sowie die steigende KI-Nachfrage seiner globalen Kunden bedienen. Das Unternehmen erzielt bereits etwa ein Viertel seines Umsatzes außerhalb Chinas und unterhält große KI-Teams in Singapur, San Jose und Seattle.

Aolani Cloud wurde Ende 2023 von Investoren gegründet, darunter die Singapurer Risikokapitalfirma K3 Ventures, mit einer Holdinggesellschaft auf den Cayman Islands. Das Unternehmen ist ein zertifizierter Tier-1-Cloud-Partner von Nvidia und vermietet Bytedance bereits seit Februar 2025 Server mit Nvidias H100-Chips in Malaysia. Ein Nvidia-Sprecher erklärte dem WSJ, die Exportregeln erlaubten selbstverständlich den Aufbau von Cloud-Infrastruktur außerhalb von kontrollierten Ländern wie China, die US-Exportbeschränkungen unterliegen.

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Malaysia: Vom Schmuggel-Drehkreuz zum legalen Trainingsstandort

Malaysia steht schon seit Monaten im Zentrum des Chip-Konflikts zwischen den USA und China. Bis Anfang 2025 hatte Malaysia laut Financial Times Rechenzentrum-Investitionen von über 25 Milliarden Dollar angezogen. Bereits im März 2025 forderten die USA eine genaue Überwachung jeder Chip-Lieferung nach Malaysia, weil Washington vermutete, dass Nvidia-Chips über das Land nach China gelangen. In Singapur wurden in diesem Zusammenhang neun Personen verhaftet. Im Juli 2025 führte Malaysia schließlich eine Genehmigungspflicht für US-Hochleistungschips ein, die den physischen Weitertransport unterbinden soll.

Dass die Sorgen berechtigt waren, bestätigte sich Ende 2025, als The Information berichtete, dass Deepseek tausende geschmuggelte Nvidia-Blackwell-Chips für sein KI-Training nutzte. Die Chips waren über südostasiatische Rechenzentren physisch nach China geschleust worden.

Bytedance wählt nun offenbar einen anderen Weg als Deepseek: Die Chips verlassen Malaysia nicht, stattdessen wird die Rechenleistung vor Ort genutzt. Dass genau dieses Szenario Washington beunruhigt, zeigte sich bereits 2024 beim emiratischen KI-Unternehmen G42. Dieses musste sich auf Druck der US-Regierung von seinen Beteiligungen an chinesischen Firmen trennen, darunter auch Bytedance, um weiterhin Nvidia-Chips und eine 1,5-Milliarden-Dollar-Investition von Microsoft zu erhalten. Die Befürchtung: Chinesische Unternehmen könnten über Dritte Zugang zu sanktionierter Hardware erhalten, selbst wenn diese nie chinesischen Boden berührt.

Blackwell-Chips bleiben für China tabu

Die Blackwell-Chips, um die es nun geht, sind selbst von jüngsten Lockerungen ausgenommen. Zwar hat China im Januar 2026 den Import von über 400.000 Nvidia-H200-Chips für Bytedance, Alibaba und Tencent genehmigt. Die deutlich leistungsstärkeren Blackwell-Prozessoren bleiben für den Export nach China jedoch ausdrücklich verboten. Im November 2025 hatte Washington sogar Nvidias Versuch blockiert, mit dem abgespeckten B30A-Chip wenigstens eine gedrosselte Blackwell-Variante nach China zu liefern.

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Bytedance will Google und OpenAI weltweit herausfordern

Bytedance betreibt bereits mehr als ein Dutzend KI-Apps, darunter den Chatbot Dola, den Videogenerator Dreamina und das Videogenerierungsmodell Seedance. Fünf der 50 weltweit beliebtesten KI-Consumer-Apps stammen laut einer Erhebung von Andreessen Horowitz von Bytedance.

Das WSJ hatte zuvor bereits berichtet, dass Bytedance auch Gespräche über die Nutzung von über 7.000 B200-Chips in einem Rechenzentrum in Indonesien führt. Im Januar hatte Bytedance die Kontrolle über TikToks US-Geschäft an US-freundliche Investoren abgegeben, um den geopolitischen Spannungen zu begegnen.

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