Vom Vim-Puristen zum KI-Nutzer: OpenAI-Chef-Forscher beschreibt seinen Wandel beim Programmieren
OpenAI-Chefwissenschaftler Jakub Pachocki beschreibt, wie sich seine eigenen Arbeitsgewohnheiten mit KI verändert haben.
Noch vor einem Jahr nutzte er nicht einmal Autocomplete beim Programmieren. Er bevorzugte es, Code manuell im Code-Texteditor Vim zu schreiben. "Ich bin sehr pedantisch mit meinem Code", sagt er gegenüber MIT Technology Review.
Doch die Fähigkeiten der neuesten Modelle hätten ihn überzeugt: Experimente, für die er früher eine Woche Programmierarbeit gebraucht hätte, lasse er die KI nun an einem Wochenende erledigen. Komplexe Designaufgaben würde er der KI aber weiter nicht überlassen. "Ich glaube nicht, dass sie auf dem Niveau ist, auf dem ich ihr einfach die Zügel überlassen und das Ganze designen lassen würde", so Pachocki.
Pachocki räumt ein, dass die Technologie womöglich noch nicht für jeden nützlich sei, das hänge von der Arbeitsweise und den Aufgaben ab. Sein Ziel sei es, die Problemlösungsfähigkeiten von Tools wie Codex weiterzuentwickeln und auf verschiedene Wissenschaftsbereiche anzuwenden.
Auf dem Weg zur autonomen KI-Forschung
Pachockis Fokus ist derzeit der im letzten Herbst angekündigte autonome KI-Forschungspraktikant, "ein System, an das man Aufgaben delegieren kann, für die ein Mensch ein paar Tage benötigen würde." Er soll im September erscheinen.
Bis März 2028 soll es dann einen "AI Researcher" geben: ein Multi-Agenten-System, das komplexe Probleme in Mathematik, Physik, Biologie, Chemie oder auch Wirtschaft und Politik eigenständig angehen kann.
"Ich glaube, wir kommen an einen Punkt, an dem wir ein ganzes Forschungslabor in einem Rechenzentrum haben", sagt Pachocki. Über Forschung hinaus könnten solche Rechenzentren künftig die gesamte Arbeit von Großkonzernen wie OpenAI oder Google übernehmen. Dinge, die früher große menschliche Organisationen erforderten, würden nun von ein paar Leuten erledigt". Dies bedeute eine "extrem konzentrierte Macht", die in gewisser Weise beispiellos sei, so Pachocki.
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