AMD präsentiert neue KI-Chips auf der CES
Kurz & Knapp
- AMD hat auf der CES 2026 das komplette Instinct MI400-Portfolio für Rechenzentren vorgestellt. OpenAI erhält noch in diesem Jahr erste MI400-Chips basierend auf einem Deal, der AMD Milliarden an zusätzlichem Jahresumsatz bringen soll.
- Die für 2027 angekündigte MI500-Serie soll auf 2nm-Prozess basieren und laut AMD bis zu 1000-fache KI-Leistung gegenüber der 2023 eingeführten MI300X erreichen.
- Für Laptops kündigte AMD die Ryzen-AI-400-Serie für das erste Quartal 2026 an. Zwei neue Varianten der Ryzen-AI-Max-Serie sollen Gaming-Handhelds im Preisbereich von 1.000 bis 1.500 US-Dollar ermöglichen.
Der Chiphersteller AMD hat auf der CES 2026 eine Reihe neuer Prozessoren vorgestellt, darunter KI-Beschleuniger für Rechenzentren und aufgefrischte Laptop-Chips.
AMD-CEO Lisa Su hat auf der CES 2026 in Las Vegas eine umfangreiche Palette neuer KI-Produkte vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die "Helios" Rack-Scale-Plattform, die AMD als Blaupause für die nächste Ära des KI-Rechnens positioniert.
OpenAI-Präsident Greg Brockman erschien auf der Bühne und betonte, dass Fortschritte bei Chips für OpenAIs massive Rechenanforderungen entscheidend seien. AMD hatte im Oktober einen Deal mit OpenAI abgeschlossen, der dem Unternehmen Milliarden an zusätzlichem Jahresumsatz bringen soll. Die erste Bereitstellung von Chips der MI400-Serie erfolgt laut AMD in diesem Jahr.
Vollständiges MI400-Portfolio und Ausblick auf MI500
Erstmals enthüllte AMD das komplette Portfolio der Instinct MI400 Serie. Das Flaggschiff MI455X treibt die Helios-Plattform an. Neu vorgestellt wurde der MI440X, der für On-Premise-Enterprise-Deployments konzipiert ist. Der Chip unterstützt Training, Finetuning und Inferenz in einem kompakten Acht-GPU-Formfaktor, der sich in bestehende Infrastruktur integrieren lässt.
Der bereits angekündigte MI430X soll Supercomputer wie Discovery am Oak Ridge National Laboratory und Alice Recoque, Frankreichs ersten Exascale-Supercomputer, antreiben.
Mit Blick auf 2027 gab Su einen Ausblick auf die MI500-Serie. Die neue Generation basiert auf der CDNA 6 Architektur, wird in einem 2nm-Prozess gefertigt und nutzt HBM4E-Speicher. Laut AMD soll die MI500-Serie bis zu 1000-fache KI-Leistung gegenüber der 2023 eingeführten MI300X erreichen.
AMD gilt als stärkster Konkurrent von Nvidia, hat aber bisher nicht denselben Erfolg erzielt. Nvidia generiert zweistellige Milliardenumsätze pro Quartal mit KI-Chips und stellte am selben Tag seine Vera Rubin-Plattform vor.
Gorgon Point: Aufgefrischte Laptop-Chips mit mehr Takt
Neben den Rechenzentrumsprozessoren kündigte AMD die Ryzen-AI-400-Serie für Laptops an, intern als "Gorgon Point" bezeichnet. Die sieben Chips sollen im ersten Quartal 2026 erscheinen.
Die Gorgon Point-Chips basieren weiterhin auf TSMCs N4X-Prozess und nutzen eine Mischung aus Zen-5 und den kleineren Zen-5c-Kernen. Die Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger beschränken sich hauptsächlich auf höhere Taktraten und schnelleren Speicher.
AMD kündigte zudem den ersten Copilot+ zertifizierten Desktop-Prozessor an. Konkrete Spezifikationen oder Erscheinungsdaten nannte das Unternehmen nicht. Der Chip soll zur Gorgon-Point-Reihe gehören und entsprechend Zen-5 CPU-Kerne, RDNA-3.5 GPU‑Kerne und eine XDNA-2-NPU enthalten.
AMD stellte zudem die Ryzen-AI-Embedded-Prozessoren vor, ein neues Portfolio für KI-Anwendungen am Edge. Die P100 und X100-Serie zielt auf Automotive-Digital-Cockpits, Smart Healthcare und autonome Systeme einschließlich humanoider Robotik.
Neue Gaming-Chips für Handhelds sollen günstiger werden
Für die Ryzen AI Max Serie, auch bekannt als Strix Halo, fügte AMD zwei neue Varianten hinzu: den Ryzen AI Max+ 392 mit zwölf Kernen und den Max+ 388 mit acht Kernen. Beide behalten die vollen 40 RDNA-3.5-Grafikeinheiten für 60 Teraflops.
Die Chips entstanden aufgrund spezifischer Kundenanfragen nach Gaming-SKUs. Bisherige Geräte mit diesen Prozessoren, etwa der GPD Win 5 Handheld oder das Framework Desktop, kosten rund 2.000 US-Dollar. AMD-Manager Rahul Tikoo deutete an, dass Systeme mit den neuen Chips bei 1.000 bis 1.500 US-Dollar liegen könnten, allerdings könnten die aktuellen globalen RAM-Engpässe die Preise beeinflussen.
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