Nach OpenAI: Auch Anthropic will KI ins Gesundheitswesen bringen
Kurz & Knapp
- Anthropic stellt Claude for Healthcare vor, eine HIPAA-konforme KI-Lösung mit Zugriff auf US-Gesundheitsdatenbanken wie Medicare-Daten, ICD-10-Kodierung und PubMed.
- US-Nutzer mit Pro- oder Max-Abo können Claude Zugriff auf persönliche Gesundheitsdaten über HealthEx und Function Health geben.
- Die Ankündigung folgt eine Woche nach OpenAIs vergleichbarem Produkt und zeigt den Wettbewerb der KI-Unternehmen um den lukrativen Gesundheitsmarkt.
Eine Woche nach OpenAI kündigt auch Anthropic KI-Werkzeuge für das Gesundheitswesen an.
Anthropic hat am Sonntag Claude for Healthcare vorgestellt. Das Produkt soll Gesundheitsdienstleistern, Versicherern und Patienten ermöglichen, den KI-Assistenten für medizinische Zwecke zu nutzen. Die Infrastruktur sei HIPAA-konform, teilt das Unternehmen mit.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst letzte Woche hatte OpenAI ein vergleichbares Produkt angekündigt, um im lukrativen Gesundheitsmarkt Fuß zu fassen. Unternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, wie Abridge und Sword Health, haben bereits Milliardenbewertungen erreicht. Nun müssen sie auch mit den führenden KI-Unternehmen um den Gesundheitsmarkt konkurrieren.
Zugriff auf Medicare-Datenbanken und Kodierungssysteme
Claude for Healthcare kann auf mehrere US-Gesundheitsdatenbanken zugreifen: die Centers for Medicare & Medicaid Services Coverage Database mit Deckungsbestimmungen, das ICD-10-Kodierungssystem für Diagnosen sowie das National Provider Identifier Registry. Für Recherchen steht PubMed mit über 35 Millionen biomedizinischen Publikationen zur Verfügung.
Anthropic führt zudem sogenannte Agent-Skills ein. Eine Vorlage soll etwa bei der Prüfung von "Prior Authorization Requests" helfen, das sind Vorabgenehmigungsanträge, die in den USA regelmäßig zu tagelangen Verzögerungen bei der Patientenversorgung führen.
Verbraucher können Gesundheitsdaten verbinden
US-Abonnenten mit Pro- oder Max-Abo können Claude ebenfalls Zugriff auf persönliche Gesundheitsdaten gewähren. Integrationen mit HealthEx und Function Health sind in einer Beta-Version verfügbar, Apple HealthKit und Android Health Connect sollen folgen.
Anthropic betont, diese Daten würden nicht für das Training von Modellen verwendet.
Erweiterung für klinische Studien
Parallel erweitert Anthropic die im Oktober vorgestellten Life-Sciences-Funktionen. Neue Verbindungen gibt es zu Medidata für klinische Studien, ClinicalTrials.gov sowie den Preprint-Servern bioRxiv und medRxiv. Eine Vorlage soll bei der Erstellung von Studienprotokollen nach FDA- und NIH-Vorgaben helfen.
Die technische Basis bildet Claude Opus 4.5. Anthropic behauptet, das Modell schneide bei medizinischen Aufgaben besser ab und produziere weniger Fehler.
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