Anthropic erwirkt einstweilige Verfügung gegen KI-Bann der Trump-Regierung
Anthropic hat vor einem Bundesgericht in San Francisco eine einstweilige Verfügung gegen die Trump-Regierung erwirkt. Richterin Rita Lin untersagte damit vorläufig die Umsetzung von Präsident Trumps Anweisung, Bundesbehörden die Nutzung von Anthropics KI-Modellen zu verbieten, sowie die Einstufung des Unternehmens als Sicherheitsrisiko durch das Pentagon.
Anthropic dafür zu bestrafen, dass es die Vertragsposition der Regierung in die öffentliche Kritik gerückt hat, ist ein klassischer Fall unzulässiger Vergeltung im Widerspruch zum First Amendment. […] Nichts in dem maßgeblichen Gesetz stützt die orwellsche Vorstellung, dass ein amerikanisches Unternehmen allein deshalb als potenzieller Gegner und Saboteur der USA gebrandmarkt werden darf, weil es seine Meinungsverschiedenheit mit der Regierung zum Ausdruck bringt.
Rita F. Lin, United States District Judge
Hintergrund ist ein gescheiterter 200-Millionen-Dollar-Vertrag: Das Pentagon wollte uneingeschränkten Zugang zu Anthropics Claude-Modellen, Anthropic forderte Garantien gegen den Einsatz für autonome Waffen oder Massenüberwachung. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte Anthropic daraufhin als "Supply Chain Risk" eingestuft. Anthropic ist das erste US-Unternehmen mit dieser Kennzeichnung. Ein endgültiges Urteil steht noch aus.
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