Apple verdient über eine Milliarde Dollar an KI, ohne selbst eine zu haben
Kurz & Knapp
- Apple dürfte 2026 erstmals über eine Milliarde Dollar mit generativer KI umsetzen. Allerdings nicht durch eigene Technologie, sondern durch App-Store-Gebühren, die Anbieter wie ChatGPT, Grok oder Gemini an den Konzern abführen.
- Das iPhone wirkt als "Mautstraße" für KI-Chatbots: Apple kassiert bis zu 30 Prozent der Abo-Gebühren. 2025 zahlten KI-Apps laut der Analysefirma AppMagic knapp 900 Millionen Dollar an Apple, drei Viertel davon allein durch ChatGPT.
- Apples eigene KI-Entwicklung hinkt der Konkurrenz hinterher. Siri soll vorerst auf Googles Gemini basieren. Der Konzern profitiert dennoch von den KI-Investitionen der Wettbewerber, ohne selbst vergleichbare Summen in Infrastruktur stecken zu müssen.
Apples eigene KI-Strategie hinkt der Konkurrenz hinterher. Trotzdem dürfte der Konzern 2026 erstmals über eine Milliarde Dollar mit generativer KI umsetzen, denn das iPhone bleibt einer der wichtigsten Zugangskanäle für Chatbots.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal ist Apple auf dem Weg, 2026 die Marke von einer Milliarde Dollar KI-Umsatz zu überschreiten. Das Geld stammt aber nicht aus eigener KI-Technologie, sondern aus den App-Store-Gebühren, die ChatGPT, Grok, Claude und Gemini an Apple abführen.
Nach Daten der Analysefirma AppMagic zahlten generative KI-Apps 2025 knapp 900 Millionen Dollar an Apple. Drei Viertel davon entfielen auf ChatGPT, rund fünf Prozent auf xAIs Grok. Die monatlichen Einnahmen stiegen von etwa 35 Millionen Dollar im Januar 2025 auf einen Höchststand von 101 Millionen im August, gingen danach aber wieder zurück, unter anderem weil die ChatGPT-Downloads nachließen.
Das iPhone als Mautstraße für KI-Anbieter
Apples Hebel ist simpel: Egal wie fortschrittlich OpenAI, Google oder Anthropic ihre Chatbots gestalten, das iPhone bleibt ein zentraler Vertriebsweg. Darauf fällt die sogenannte App-Store-Steuer an, rund 30 Prozent der Abo-Gebühren im ersten Jahr, danach 15 Prozent. Apps können Nutzer zwar auf eigene Websites zum Abschluss leiten, doch ChatGPT bietet dafür beispielsweise keinen Rabattanreiz.
Investor Charles Rinehart von Johnson Asset Management sieht darin einen strategischen Vorteil: Wenn Apple als "Mautstraße" für KI-Anbieter fungiere, stehe der Konzern langfristig gut da, ohne die enormen Investitionsausgaben der Konkurrenz stemmen zu müssen. Tatsächlich gibt Apple nur einen Bruchteil dessen aus, was Amazon, Microsoft, Alphabet oder Meta in Chips und Rechenzentren investieren.
Das äußert sich allerdings auch in Apples eigenen KI-Bemühungen. Siri basiert auf veralteter Technologie, die neue Version wird vorerst nach vielen internen Rückschlägen und Verzögerungen auf Googles Gemini basieren. Der Abgang von KI-Chef John Giannandrea wurde im vergangenen Jahr bekannt. OpenAI versucht sich derweil mit der Übernahme eines Hardware-Startups um Ex-Apple-Chefdesigner Jony Ive von Apples Ökosystem zu emanzipieren.
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