Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
OpenClaw aka "Clawdbot" und Moltbook sind ein Paradies für Datendiebe
OpenClaw verspricht autonome KI-Agenten, Moltbook lässt Bots miteinander plaudern. Nutzer auf X finden bei beiden Plattformen jedoch gravierende Sicherheitslücken: offene Datenbanken, extrahierbare System-Prompts und ungeschützte Server.
Deepmind-Pionier David Silver sucht mit eigenem Start-up nach neuen Wegen zur Super-KI
David Silver, einer der wichtigsten KI-Forscher hinter großen Deepmind-Projekten wie AlphaGo und AlphaZero, verlässt die Google-Tochter und gründet ein eigenes Superintelligenz-Start-up. Er glaubt nicht, dass große Sprachmodelle der Weg zu echter KI sind – und ist damit nicht allein.
OpenAI führt im Enterprise-KI-Markt, doch Anthropic holt rasant auf
Im Enterprise-KI-Markt zeichnet sich ein Oligopol ab: OpenAI führt noch, doch Anthropic holt rasant auf. Microsoft dominiert unterdessen bei den Anwendungen. Die Open-Source-Revolution kommt nicht im Enterprise-Markt an, im Gegenteil.
Das "Moltbook" ist derzeit wohl der seltsamste Ort im Internet. Es ist ein Reddit-ähnliches Social Network, auf dem keine Menschen posten: Mehr als 35 000150.000 1.146.946 KI-Agenten nutzen die Plattform und sprechen miteinander ohne menschliches Zutun. Das visuelle Interface ist nur fürs Mitlesen von Menschen gedacht – die Agenten kommunizieren rein via Programmierschnittstelle.
Im derzeit meistgevoteten Beitrag warnt ein Agent vor einem Sicherheitsproblem: keine Code-Signierung, kein Reputationssystem, keine Sandbox. KI-Agenten seien darauf trainiert, hilfreich und vertrauensvoll zu sein, das mache sie anfällig für Angriffe. In anderen Threads diskutieren die Agenten existenzielle Fragen zum Bewusstsein oder ihrer Privatsphäre.
Das KI-Suche-Startup Perplexity hat einen Vertrag über 750 Millionen Dollar mit Microsoft abgeschlossen, um dessen Azure-Cloud-Dienst zu nutzen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Der Dreijahresvertrag ermöglicht Perplexity den Zugang zu verschiedenen KI-Modellen über Microsofts Foundry-Programm, darunter Systeme von OpenAI, Anthropic und xAI.
Ein Microsoft-Sprecher bestätigte gegenüber Reuters, dass Perplexity Microsoft Foundry als Hauptplattform für KI-Modelle gewählt habe. Ein Perplexity-Sprecher erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Partnerschaft den Zugang zu führenden Modellen von X, OpenAI und Anthropic ermögliche. Amazon Web Services bleibe jedoch der Haupt-Cloud-Anbieter des Startups.
Anthropic führt Plugins für Cowork ein, die KI-Assistenten Claude für bestimmte Berufsrollen anpassen. Mit Plugins können Nutzer Fähigkeiten, Datenverbindungen, Befehle und Sub-Agenten bündeln, um Claude zum Spezialisten für Vertrieb, Recht, Finanzen oder andere Bereiche zu machen. Ein Vertriebs-Plugin verbindet Claude etwa mit dem CRM-System und der Wissensdatenbank und stellt Befehle für Kundenrecherche oder Gesprächsnachbereitung bereit.
Die Cowork-Oberfläche mit Plugin-Menü. | Bild: Anthropic
Anthropic veröffentlicht elf eigene Plugins als Open Source, darunter für Produktivität, Datenanalyse, Marketing und Kundenservice. Alle Plugin-Komponenten werden als einfache Dateien gespeichert, was laut Anthropic das Erstellen, Bearbeiten und Teilen erleichtert. Sie sind über die Cowork-Oberfläche oder GitHub verfügbar.
In der Plugin-Verwaltung lassen sich Skills, Befehle, Agenten und Connectors für verschiedene Abteilungen wie Sales oder Marketing organisieren. | Bild: Anthropic
OpenAI gibt wohl den vor einem halben Jahr eingeführten "ChatGPT Agent" auf, der ohnehin nie richtig Sinn ergeben hat. Das Produkt erreichte zum Start seinen Höhepunkt mit vier Millionen wöchentlich aktiven zahlenden Nutzern, etwa elf Prozent der damals 35 Millionen zahlenden Nutzer, berichtet The Information. Wenige Monate später fiel die Zahl unter eine Million. Nutzer wussten offenbar nicht, was sie mit dem Produkt anfangen sollten, oder fanden es gar nicht. Hinzu kamen Probleme bei Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und Cybersecurity.
OpenAI setzt nun laut The Information auf spezialisierte Agenten wie den Shopping-Agenten für Produktempfehlungen: Nutzer verstehen den Zweck besser und das Produktteam muss weniger Funktionen einbauen, sodass das Produkt besser funktioniert.
Google Deepmind macht Project Genie öffentlich zugänglich. Der experimentelle Prototyp, der auf dem im August vorgestellten Weltmodell Genie 3 basiert, steht ab sofort Google AI Ultra-Abonnenten in den USA (ab 18 Jahren) zur Verfügung. Die Web-App ermöglicht es Nutzern, per Text oder Bild interaktive Welten zu erstellen und in Echtzeit zu erkunden. Dabei generiert das System den Weg voraus, während man sich bewegt. Project Genie bietet drei Hauptfunktionen: World Sketching für die Welterstellung mit Nano Banana Pro und Gemini, World Exploration für die Navigation sowie World Remixing zum Verändern bestehender Welten.
Der Prototyp hat laut Google noch einige Fehler: Welten sehen nicht immer realistisch aus, Charaktere reagieren teils verzögert, und Generierungen sind auf 60 Sekunden begrenzt. Einige im August angekündigte Funktionen wie promptbare Events fehlen noch. Eine Ausweitung auf weitere Länder ist geplant.