Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
"Die Exponentialkurve hält an – bis sie es nicht mehr tut", sagt Anthropic‑Präsidentin Daniela Amodei mit Blick auf die exponentielle Fähigkeitsentwicklung von Sprachmodellen. Bei Anthropic habe man jedes Jahr geglaubt, dieses Tempo könne unmöglich anhalten – und doch sei es weitergegangen. Sicher sei das nicht: Auch Anthropic kenne die Zukunft nicht und könnte mit dieser Annahme falschliegen.
Ökonomisch sei die Lage komplizierter, so Amodei (ab 15:56). Selbst wenn die Modelle immer besser werden, könne die Einführung in Unternehmen aus "menschlichen Gründen" stocken: Change-Management benötige Zeit, Beschaffungsprozesse seien träge, konkrete Anwendungsfälle oft unklar. Entscheidend für die Blasenfrage sei daher, ob die Wirtschaft die Technologie so schnell aufnehmen kann, wie sie sich entwickelt.
Tech-Unternehmen, die Milliarden in Rechenzentren für KI investieren wollen, stoßen zunehmend auf Widerstand in lokalen Gemeinden in den USA, berichtet die Los Angeles Times. Laut Data Center Watch wurden zwischen April und Juni 20 Projekte im Wert von 98 Milliarden Dollar in elf Bundesstaaten blockiert oder verzögert – das entspricht zwei Dritteln der verfolgten Vorhaben. Anwohner sorgen sich um steigende Stromkosten, Wasserverbrauch, Lärm und den Verlust von Farmland.
Immobilien- und Projektentwickler erwägen nun, Grundstücke zu verkaufen, weil sie Genehmigungsverfahren fürchten. Bürgermeister John Higdon aus Matthews, North Carolina, sagte der LA Times, Politiker, die solche Projekte genehmigen, würden abgewählt. In Indiana allein scheiterten laut Aktivist Bryce Gustafson mehr als ein Dutzend Projekte an Baugenehmigungen. Branchenvertreter wie Dan Diorio von der Data Center Coalition fordern bessere Kommunikation mit den Gemeinden.
Google-Ingenieurin: Claude Code erzeugte in einer Stunde, woran Google ein Jahr baute
Eine Google-Ingenieurin lobt öffentlich Anthropics Claude Code: Das Tool generierte in einer Stunde ein System, an dem ihr Team seit einem Jahr arbeitet. Die Qualitäts- und Effizienzgewinne überträfen alles, was man sich hätte vorstellen können. Plus: Der Erfinder von Claude Code teilt seine besten Tipps.
Greg Brockman, Mitgründer und Präsident von OpenAI, hat 25 Millionen Dollar an Trumps Super-PAC MAGA Inc. gespendet. Das geht aus einer Meldung an die US-Wahlkommission hervor, wie Bloomberg berichtet. Die Spende ist Teil einer Gesamtsumme von 102 Millionen Dollar, die das politische Aktionskomitee in der zweiten Jahreshälfte 2025 einsammelte. MAGA Inc. verfügte Ende Dezember 2025 über 294 Millionen Dollar. Drei Großspender machten mehr als die Hälfte dieser Summe aus: Neben Brockman spendeten die Krypto-Börse Crypto.com 20 Millionen und der Private-Equity-Investor Konstantin Sokolov 11 Millionen Dollar.
Seit Tagen wird Grok mit Bildern halbnackter Menschen geflutet, von jungen Frauen bis zu Fußballstars. Schuld daran ist die Bildbearbeitungsfunktion im KI-System Grok, die es erlaubt, Personen auf Bildern zu verändern – also auch, ihnen andere Kleidung anzuziehen, etwa Bikinis oder Reizwäsche. Dafür reicht eine einfache Anweisung in natürlicher Sprache. Einem Nutzer fiel jetzt auf, dass Grok solche Bilder sogar für Kinder generiert hat.
Immerhin, das zwang Grok dann doch mal zu einer Reaktion: Der Betreiber xAI räumte Lücken bei den Sicherheitsvorkehrungen ein und arbeite dringend an einer Lösung. Material, das sexuellen Kindesmissbrauch darstellt, sei illegal und verboten.
Der Fall zeigt die gesellschaftliche Desensibilisierung, die hier bereits stattgefunden hat: Vor Jahren wurden solche schmähenden Deepfakes, insbesondere für Frauen, noch geächtet und politisch diskutiert. Man benötigte spezielle Apps. Auf X ist es jetzt Alltag und mit einem einfachen Textbefehl auf jedes Bild anwendbar, selbst von Personen, die gerade so ein Smartphone bedienen können.
Die US-Armee richtet einen neuen Karriereweg für Offiziere im Bereich Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen ein. Die neue Spezialisierung trägt die Bezeichnung "49B AI/ML Officer" und soll die Armee zu einer datengestützten, KI-fähigen Streitmacht weiterentwickeln.
"Das ist ein bewusster und entscheidender Schritt, um mit gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen Schritt zu halten", sagt Lt. Col. Orlandon Howard, Sprecher der US-Armee. Ausgewählte Offiziere durchlaufen eine Ausbildung auf Hochschulniveau und sammeln praktische Erfahrung mit KI-Systemen.
Eine erste Auswahl erfolgt ab Januar 2026, die Umschulung soll bis Ende des Haushaltsjahres 2026 abgeschlossen sein. Bewerber mit fortgeschrittenen akademischen und technischen Kenntnissen in KI-relevanten Bereichen haben besonders gute Chancen.
Ihre Aufgaben umfassen schnellere Entscheidungsfindung auf dem Schlachtfeld, optimierte Logistik und die Unterstützung von Robotik und autonomen Systemen. Die Armee prüft, das Programm künftig auch für Fachoffiziere zu öffnen.
Baidus KI-Chip-Sparte Kunlunxin hat vertraulich einen Börsengang in Hongkong beantragt. Der am 1. Januar eingereichte Antrag ebnet den Weg für eine Abspaltung, wobei Kunlunxin eine Tochtergesellschaft von Baidu bleiben soll. Nach einer Finanzierungsrunde wird das Unternehmen laut Reuters mit rund drei Milliarden Dollar bewertet. Details zur Größe des Angebots stehen laut Baidu noch nicht fest.