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Matthias Bastian

Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.

Das "Ozempic" der Musikindustrie: KI ist überall, aber niemand spricht darüber

Laut einer umfassenden Recherche des Rolling Stone sind KI-Generatoren längst fester Bestandteil professioneller Musikproduktion. Top-Produzenten und Songwriter nutzen die Technologie im Verborgenen. Während sie für etablierte Kreative neue Möglichkeiten eröffnet, fürchtet eine ganze Berufsschicht um ihre Existenz.

Read full article about: Microsoft rollt Copilot Cowork breiter aus und lässt KI-Modelle sich gegenseitig kontrollieren

Microsoft macht "Copilot Cowork" breiter verfügbar und bringt einen neuen KI-Research-Agenten. Das schon zuvor angekündigte Feature basiert auf Claude Cowork und ermöglicht es dem System, mehrstufige Aufgaben mit Werkzeuggebrauch durchzuführen, dabei auf Dateien zuzugreifen und Dateien auszugeben. Zusätzliche Fähigkeiten umfassen Kalenderplanung und tägliche Briefings. Die Funktion ist im Rahmen des Frontier-Programms verfügbar.

Zusätzlich erhält Microsofts "Researcher"-Tool eine neue "Critique"-Funktion: Ein KI-Modell erstellt einen Entwurf, ein zweites prüft ihn. Dabei kommen Modelle von Anthropic und OpenAI zum Einsatz. Laut Microsoft erreicht der neue Agent im DRACO (Deep Research Accuracy, Completeness, and Objectivity) einen neuen Bestwert. In dem Benchmark fehlt allerdings der Vergleich zu OpenAIs neuem GPT-5-basierten Deep Research.

Eine weitere Neuerung ist "Model Council": Nutzer können Antworten verschiedener KI-Modelle nebeneinander vergleichen und sehen, wo sie übereinstimmen oder sich unterscheiden. Alle Neuerungen sind Teil von Wave 3 von Microsoft 365 Copilot.

Read full article about: OpenAIs Sora-App war ein Flop und bremste die Entwicklung anderer KI-Innovationen

OpenAIs Sora-App wurde immer weniger genutzt, kostete das Unternehmen laut dem Wall Street Journal aber rund eine Million US-Dollar pro Tag. Nach einem gehypten Start wuchs die App zwar zunächst auf rund eine Million Nutzer, fiel anschließend jedoch auf etwa 500.000 zurück und erreichte dieses Niveau nicht wieder.

Hinzu kamen Ärger um Copyright-Fragen sowie das Risiko, dass die billigen Engagement-Slop-Videos der Marke OpenAI schadeten. Sora erwies sich damit als teures Produkt, das OpenAI mehr belastete als nutzte. Auch die Weiterentwicklung war kostspielig; das Training neuer Videomodelle wurde dem Bericht zufolge gestrichen.

Ausschlaggebend für Soras Ende war dann der zunehmende Konkurrenzdruck durch Anthropic. OpenAI wollte seine knappen Rechenressourcen deshalb lieber in Coding-, Enterprise- und agentische KI-Produkte mit höherem langfristigem Geschäftswert stecken. Letztlich fiel Sora damit einem Strategiewechsel zum Opfer: weg von aufwendiger Videogenerierung, hin zu den ökonomisch wertvollsten Bereichen. Das Sora-Team soll sich zukünftig auf Weltmodelle für Robotik fokussieren. Die Sora-App wird im April eingestellt, die API folgt im September.

Read full article about: Mistral AI sichert sich 830-Millionen-Dollar-Kredit für neues Rechenzentrum bei Paris

Mistral AI hat einen Kredit über 830 Millionen Dollar aufgenommen. Das Geld soll den Betrieb eines neuen Rechenzentrums nahe Paris in Bruyères-le-Châtel finanzieren. Mistral muss hierfür keine Firmenanteile abgeben, allerdings geht das Unternehmen damit auch hohe Schulden ein. Ein Risiko für ein Startup, und die investierenden Banken, das bisher nicht profitabel sein dürfte.

Die Anlage wird mit 13.800 NVIDIA Grace Blackwell GB300 GPUs ausgestattet und eine Leistungskapazität von 44 Megawatt erreichen. Unterstützt wird der Kredit von einem Konsortium globaler Banken, darunter Bpifrance, BNP Paribas, Crédit Agricole CIB, HSBC, La Banque Postale, MUFG und Natixis.

Bis Ende 2027 will das französische KI-Unternehmen 200 Megawatt Rechenkapazität in Europa bereitstellen, um die Nachfrage von Regierungen und Unternehmen zu bedienen, die eigene KI-Systeme aufbauen wollen. Mistral profitiert als einziges europäisches Frontier-KI-Startup von der wachsenden Sorge in Europa vor einer technologischen Abhängigkeit von den USA.

OpenAI-Chefs feiern KI-Impfstoff gegen Hunde-Krebs, Forscher kritisiert Story als unbewiesene PR

In sozialen Medien geht die Geschichte eines australischen KI-Beraters viral, der mit ChatGPT, AlphaFold und Grok einen möglichen Behandlungsansatz für den unheilbaren Krebs seiner Hündin Rosie identifiziert hat. Hochrangige Akteure der KI-Branche teilen die Geschichte als Beweis für die Zukunft von KI in der Medizin, dabei gibt es keine Beweise für die Wirkung des entwickelten Wirkstoffes.

Read full article about: Eli Lilly schließt Milliarden-Deal mit KI-Pharmaunternehmen Insilico Medicine

Eli Lilly hat einen Deal im Wert von 2,75 Milliarden Dollar mit dem in Hongkong börsennotierten KI-Pharmaunternehmen Insilico Medicine geschlossen. Ziel ist es, mithilfe von KI entwickelte Medikamente auf den Weltmarkt zu bringen. Insilico erhält vorab 115 Millionen Dollar, der Rest ist an regulatorische und kommerzielle Meilensteine sowie Lizenzgebühren gekoppelt, wie beide Unternehmen mitteilten.

Insilico hat laut Gründer und CEO Alex Zhavoronkov mindestens 28 Medikamente mit generativer KI entwickelt, fast die Hälfte davon befindet sich bereits in klinischen Studien. Die Zusammenarbeit besteht seit 2023.

Zhavoronkov sagt gegenüber CNBC, Lilly sei in einigen KI-Bereichen sogar besser als Insilico. Andrew Adams von Lilly bezeichnete Insilicos KI-Forschung als "starke Ergänzung" der eigenen klinischen Entwicklung. Insilico entwickelt seine KI in Kanada und im Nahen Osten, frühe Medikamentenentwicklung findet in China statt. Eli Lilly kooperiert bei KI-Medizin auch mit einer Deempind-Tochter.

Read full article about: Googles "Agent Skill" für die Gemini-API hilft KI-Modellen bei aktuellen SDK-Änderungen

Google hat einen sogenannten "Agent Skill" für die Gemini-API entwickelt, der die Wissenslücke von Sprachmodellen bei schnelllebigen SDK-Änderungen schließen soll. Das Problem: KI-Modelle kennen nach dem Training weder ihre eigenen Updates noch aktuelle beste Lösungen. Der neue Skill liefert Coding-Agenten Informationen zu aktuellen Modellen, SDKs und Beispielcode. In Tests mit 117 Aufgaben stieg die Erfolgsrate des besten Modells (Gemini 3.1 Pro Preview) von 28,2 auf 96,6 Prozent.

Erfolgsrate von Gemini-Modellen mit und ohne Agent-Skill bei 117 Coding-Aufgaben: Neuere Modelle der 3er-Reihe profitieren dank stärkerem Reasoning mehr vom Skill als ältere Modelle mit schwächerem Reasoning. | Bild: Google

Ältere 2.5-Modelle profitierten deutlich weniger, was laut Google an schwächer ausgeprägtem Reasoning liegt. Eine Vercel-Studie zeigt allerdings, dass direkte Anweisungen via AGENTS.md noch wirksamer sein könnten. Google prüft daher auch andere Wege, darunter MCP-Dienste. Der Skill ist auf GitHub verfügbar.

ChatGPT vs. Claude: Anthropic sieht sich angeblich als gesunde Alternative zur "Tabakindustrie" OpenAI

Anthropic entstand nicht nur aus Sorge um KI-Sicherheit, sondern auch aus einem erbitterten Macht- und Beziehungskonflikt bei OpenAI. Ein Bericht von Sam-Altman-Biografin Keach Hagey zeigt, wie persönliche Verletzungen, Rivalitäten und strategische Differenzen die wohl folgenreichste Abspaltung der KI-Branche hervorgebracht haben.

Read full article about: OpenAIs Fahrplan für das Sora-Aus: Web-Version endet im April, API folgt im September

OpenAI schaltet Sora im April und September ab. Das KI-Videotool wird in zwei Stufen eingestellt: Die Web- und App-Version endet am 26. April 2026, die Sora-API am 24. September 2026. OpenAI empfiehlt Nutzern, ihre Inhalte vor der Abschaltung herunterzuladen. Videos und Bilder lassen sich direkt aus der Sora-Bibliothek exportieren.

Ob es danach noch ein letztes Zeitfenster für den Datenexport geben wird, ist laut OpenAI noch nicht entschieden. Falls ja, werden Nutzer per E-Mail informiert. Nach Ablauf aller Fristen werden sämtliche Nutzerdaten dauerhaft gelöscht. Die Einstellung betrifft auch die Plattform sora.chatgpt.com, die zur Bild- und Videogenerierung genutzt werden konnte. Details finden sich auf der OpenAI-Hilfeseite unter "What to know about the Sora discontinuation".

Die Einstellung von Sora fügt sich in einen größeren Strategiewechsel bei OpenAI ein. Das Unternehmen will seine Rechenressourcen künftig auf zwei Kernbereiche konzentrieren: Coding-Werkzeuge und Geschäftskunden – ähnlich dem Rivalen Anthropic – sowie eine Super-App, die ChatGPT und weitere Tools vereint. Sora soll als Forschungsprojekt zum Thema Weltmodelle weiterleben, mit dem Ziel, "die physische Arbeit zu automatisieren".

Read full article about: Neues Gemini-Update lässt Nutzer Erinnerungen aus ChatGPT und Claude importieren

Google kopiert Anthropics Memory-Import-Funktion, um Erinnerungen aus ChatGPT in Gemini zu holen. Gemini-Nutzer können ab sofort ihre gespeicherten Erinnerungen, Vorlieben und den kompletten Chatverlauf aus anderen KI-Apps wie ChatGPT und Claude importieren.

Dazu kopiert man einen vorgeschlagenen Prompt in die bisherige KI-App, lässt dort eine Zusammenfassung erstellen und fügt diese in Gemini ein. Gemini speichert die Informationen dann im eigenen Kontext. Zusätzlich lassen sich Chatverläufe als ZIP-Datei (bis zu 5 GB) hochladen und frühere Gespräche in Gemini fortsetzen. Google benennt zudem die bisherige Funktion "Past Chats" in "Memory" um. Die Funktion wird schrittweise ausgerollt.

Googles neue Memory-Import-Funktion in Gemini: Nutzer kopieren einen Prompt in ihre bisherige KI-App und fügen die generierte Zusammenfassung in Gemini ein. | Bild: Google

Anthropic hatte die Funktion zuerst vorgestellt, nachdem OpenAI wegen eines Militär-Deals in die Kritik geraten war, den Anthropic aus ethischen Gründen abgelehnt hatte. Die daraufhin gestiegene Zahl an Wechslern wollte Anthropic mit einem zusätzlichen Anreiz bedienen. Interessant ist, dass die Datenextraktion sowohl bei Google als auch bei Anthropic rein auf einem Prompt basiert, der die bisherige KI-App dazu bringt, alle gespeicherten Informationen über den Nutzer auszugeben.