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Matthias Bastian

Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
Read full article about: Zu wenig Nutzen, zu viele Probleme: OpenAIs "ChatGPT Agent" könnte ein schnelles Ende haben

OpenAI gibt wohl den vor einem halben Jahr eingeführten "ChatGPT Agent" auf, der ohnehin nie richtig Sinn ergeben hat. Das Produkt erreichte zum Start seinen Höhepunkt mit vier Millionen wöchentlich aktiven zahlenden Nutzern, etwa elf Prozent der damals 35 Millionen zahlenden Nutzer, berichtet The Information. Wenige Monate später fiel die Zahl unter eine Million. Nutzer wussten offenbar nicht, was sie mit dem Produkt anfangen sollten, oder fanden es gar nicht. Hinzu kamen Probleme bei Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und Cybersecurity.

OpenAI setzt nun laut The Information auf spezialisierte Agenten wie den Shopping-Agenten für Produktempfehlungen: Nutzer verstehen den Zweck besser und das Produktteam muss weniger Funktionen einbauen, sodass das Produkt besser funktioniert.

Die generische Bezeichnung "ChatGPT Agent" ist ohnehin verwirrend. Alle Reasoning-Modelle von OpenAI agieren längst agentisch: Sie schreiben Code, suchen autonom im Internet oder werten Bilder aus. Der "ChatGPT Agent" hatte lediglich die zusätzliche Option, einen virtuellen Browser zu nutzen. Der Name suggerierte jedoch, nur dieser ChatGPT-Modus sei agentisch, obwohl OpenAI selbst zuvor etwa "Deep Research" als KI-Agenten bezeichnete.

Read full article about: Weltmodell "Genie 3": Google macht experimentellen Prototyp öffentlich zugänglich

Google Deepmind macht Project Genie öffentlich zugänglich. Der experimentelle Prototyp, der auf dem im August vorgestellten Weltmodell Genie 3 basiert, steht ab sofort Google AI Ultra-Abonnenten in den USA (ab 18 Jahren) zur Verfügung. Die Web-App ermöglicht es Nutzern, per Text oder Bild interaktive Welten zu erstellen und in Echtzeit zu erkunden. Dabei generiert das System den Weg voraus, während man sich bewegt. Project Genie bietet drei Hauptfunktionen: World Sketching für die Welterstellung mit Nano Banana Pro und Gemini, World Exploration für die Navigation sowie World Remixing zum Verändern bestehender Welten.

Der Prototyp hat laut Google noch einige Fehler: Welten sehen nicht immer realistisch aus, Charaktere reagieren teils verzögert, und Generierungen sind auf 60 Sekunden begrenzt. Einige im August angekündigte Funktionen wie promptbare Events fehlen noch. Eine Ausweitung auf weitere Länder ist geplant.

Die Idee hinter solchen Weltmodellen ist, dass sie, wenn sie ausgereift genug sind, als flexible Trainingsumgebungen für KI-Agenten dienen könnten. Diese würden dann aus simulierten Erfahrungen lernen statt nur aus Datentraining.

Read full article about: OpenAI-Forscher stellt klar: Keine Beteiligung an individuellen Nutzer-Entdeckungen geplant

OpenAI-Forscher Kevin Weil widerspricht Berichten, wonach das Unternehmen an den Entdeckungen einzelner Nutzer, Unternehmer oder Wissenschaftler beteiligt sein wolle. Zuvor hatte OpenAIs Finanzchefin Sarah Friar in einem Blog-Post geschrieben, dass OpenAI Lizenzvereinbarungen auf Basis von geistigem Eigentum sowie ergebnisbasierte Preismodelle plane, die an der geschaffenen Wertschöpfung beteiligt seien.

Weil stellt auf X klar: Friar habe damit nicht gemeint, dass OpenAI Anteile an individuellen Entdeckungen beanspruchen wolle. Stattdessen sei es Friar um das Interesse großer Organisationen an Lizenz- oder IP-basierten Partnerschaften gegangen. OpenAI sei offen für kreative Kooperationen mit Unternehmen. Solche Vereinbarungen würden aber individuell ausgehandelt und beträfen keine einzelnen Nutzer.

Zum Thema Prism, OpenAIs neuer Umgebung für wissenschaftliches Schreiben, erklärt Weil: Nutzer können in den ChatGPT-Einstellungen selbst festlegen, ob ihre anonymisierten Daten zur Modellverbesserung verwendet werden. Diese Einstellung gelte auch für Prism.

45 Prozent von Microsofts Cloud-Auftragsbestand stammen von OpenAI

Microsoft übertrifft die Erwartungen mit Rekord-Cloud-Umsätzen, doch die Aktie stürzt ab. Investoren zweifeln, ob sich die Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur auszahlen. Verbrennt Microsoft mit seiner KI-Offensive mehr Geld, als es verdient?

Read full article about: Nvidia, Amazon und Microsoft könnten bis zu 60 Milliarden Dollar in OpenAI pumpen

OpenAI bekommt offenbar die 100 Milliarden voll. Laut The Information verhandelt das KI-Unternehmen mit Nvidia, Microsoft und Amazon über Investitionen von bis zu 60 Milliarden Dollar. Nvidia könnte bis zu 30 Milliarden Dollar investieren, Amazon mehr als 10, möglicherweise sogar mehr als 20 Milliarden Dollar, und Microsoft weniger als 10 Milliarden Dollar. Dazu kommt der bestehende Investor SoftBank mit bis zu 30 Milliarden Dollar. Die Finanzierungsrunde könnte also in den zuvor gerüchteten rund 100 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von rund 730 Milliarden Dollar enden.

Kritiker dürften hier auf die Zirkularität dieser Deals hinweisen: Einige der potenziellen Investoren wie Microsoft und Amazon sind gleichzeitig Geschäftspartner, die Server und Cloud-Dienste an OpenAI verkaufen. Das investierte Geld fließt also teilweise wieder an die Investoren zurück. Die Deals halten den KI-Hype am Laufen, ohne dass der tatsächliche finanzielle Nutzen von generativer KI beim Endnutzer eingepreist wird.

Read full article about: Offene Coding-Agenten von Allen AI lassen sich günstig auf eigene Codebasen trainieren

Das KI-Forschungsinstitut Allen AI hat SERA veröffentlicht, eine Familie von Open-Source-Coding-Agenten, die sich günstig an private Codebasen anpassen lassen sollen. Das beste Modell, SERA-32B, löst bis zu 54,2 Prozent der Probleme im Coding-Benchmark "SWE-Bench-Test Verified" (64K context) und übertrifft damit vergleichbare Open-Source-Modelle.

Allen AI
32K context, Allen AI

SERA nutzt ein vereinfachtes Trainingsverfahren namens "Soft-verified Generation", das keine vollständig korrekten Code-Beispiele benötigt. Das Training benötigt laut Ai2 nur 40 GPU-Tage und kostet zwischen 400 Dollar, um frühere Open-Source-Ergebnisse zu erreichen, und 12.000 Dollar für Leistung auf dem Niveau führender Industriemodelle. Damit sei ein Training auf eigenen Code-Daten auch für kleine Teams möglich. Technische Details stehen im Blog.

Die Modelle sind mit Claude Code kompatibel und können laut Allen AI mit zwei Zeilen Code gestartet werden. Alle Modelle, Code und Anleitungen sind auf Hugging Face unter der Apache 2.0-Lizenz verfügbar.

KI-Entwickler Andrej Karpathy revidiert Meinung zu KI-Agenten: Von "funktionieren nicht" zu 80 Prozent KI-Coding in nur drei Monaten

Noch im Oktober sagte Andrej Karpathy über KI-Agenten: „Sie funktionieren einfach nicht.“ Jetzt programmiert er nach eigenen Angaben zu 80 Prozent mit Agenten und spricht von einem Phasenwechsel in der Softwareentwicklung. Es ist eine eigentlich nüchterne Stimme, die in den Hype um agentisches Coding einsteigt, aber auch warnt.

Read full article about: Werbung in ChatGPT startet angeblich mit extrem hohen Preisen für Werbetreibende

OpenAI verlangt für erste ChatGPT-Werbeanzeigen etwa 60 Dollar pro 1.000 Einblendungen. Das liegt weit über den üblichen Online-Werbepreisen im niedrigen einstelligen Bereich und eher auf dem Niveau von Premium-TV-Preisen wie bei NFL-Spielen, berichtet The Information. Die Anzeigen erscheinen unterhalb der ChatGPT-Antworten in der kostenlosen und günstigen Version "Go".

OpenAI plant zudem angeblich, pro Einblendung abzurechnen statt pro Klick. Für Werbetreibende ist Klick-Abrechnung meist attraktiver, da sie die Wirkung besser messen können. Die Entscheidung für Impressionen könnte daran liegen, dass KI-Chatbot-Nutzer viel seltener auf externe Links klicken als klassische Suchmaschinennutzer. Auch Perplexity rechnet pro 1.000 Impressionen ab.

Dass OpenAI auf Werbung setzt – zu Premium-Preisen und in einem für Werber unattraktiven Format – könnte darauf hindeuten, dass die Firma ihren Umsatz aggressiv steigern muss, um bei ihrer hohen Bewertung für Investoren attraktiv zu bleiben. Sam Altman bezeichnete ChatGPT-Werbung früher als letzten Ausweg und potenzielle Dystopie.