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Matthias Bastian

Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
Read full article about: Anthropic Marketplace: Claude.ai-Kunden können Drittanbieter-Apps ohne Zusatzgebühren nutzen

Anthropic startet einen neuen Marktplatz für Firmenkunden, über den sie Software von Drittanbietern kaufen können. Die Plattform namens Anthropic Marketplace bietet Anwendungen, die auf Anthropics KI-Modellen basieren, darunter Dienste von Snowflake, Harvey und Replit. Anthropic verzichtet auf eine Provision und erlaubt Kunden, einen Teil ihrer bestehenden Jahresausgaben für Anthropic-Dienste auch für Drittanbieter-Tools zu nutzen.

Erste Anbieter auf dem Anthropic Marketplace. | Bild: Eigener Screenshot

Strategisch ist das ein interessantes Manöver: Anthropic positioniert sich damit als Orchestrator eines wachsenden Software-Ökosystems, ähnlich wie Amazon mit dem AWS Marketplace oder Microsoft mit seinem Azure-Pendant.

Indem Anthropic auf Provisionen verzichtet und bestehende Budgets für Drittanbieter öffnet, senkt es die Hürde für Kunden, im eigenen Ökosystem zu bleiben. Der Verzicht auf Provisionen ist dabei weniger großzügig, als er klingt: Jede App im Marketplace basiert auf Anthropics Modellen, die Partner zahlen also ohnehin für die genutzten Modellkapazitäten. Anthropic verdient nicht am Marktplatz selbst, sondern an der steigenden Nachfrage nach seinen Modellen, die er erzeugt.

Kurz: Anthropic verfolgt eine klare Plattformstrategie. Interessierte Partner können sich hier auf eine Warteliste setzen.

Read full article about: OpenAI startet Codex Security zur Erkennung von Sicherheitslücken in Software-Projekten

OpenAI startet "Codex Security", einen KI-gestützten Sicherheitsagenten, der Schwachstellen in Software-Projekten aufspüren soll. Das Tool, früher unter dem Namen "Aardvark" bekannt, ist ab sofort als Forschungsvorschau für ChatGPT-Enterprise-, Business- und Edu-Kunden verfügbar – im ersten Monat kostenlos. Codex Security analysiert Code-Repositories, erstellt ein projektspezifisches Bedrohungsmodell und prüft gefundene Schwachstellen in isolierten Testumgebungen.

Laut OpenAI konnte das System in der Betaphase Fehlalarme um über 50 Prozent und überflüssige Meldungen in einem Fall um 84 Prozent reduzieren. In den vergangenen 30 Tagen scannte es über 1,2 Millionen Commits und fand dabei 792 kritische Schwachstellen. OpenAI hat zudem Sicherheitslücken in Open-Source-Projekten wie OpenSSH, GnuTLS, GOGS, Thorium sowie Chromium gemeldet; 14 CVEs wurden bisher vergeben. Ein Programm für Open-Source-Maintainer soll ausgebaut werden. Weitere Informationen zur Einrichtung finden sich in der Dokumentation.

Auch Anthropic startete kürzlich ein eigenes Tool für Cybersecurity, und beförderte damit Cybersecurity-Aktien ins Minus.

Read full article about: Softbank will Rekordkredit von bis zu 40 Milliarden Dollar für OpenAI-Beteiligung aufnehmen

Wer eine KI-Bubble befürchtet, der darf noch etwas mehr fürchten: Softbank will laut Bloomberg einen Kredit von bis zu 40 Milliarden Dollar aufnehmen, um vor allem seine Beteiligung an OpenAI zu finanzieren. Es wäre die größte reine Dollar-Kreditaufnahme in der Geschichte des japanischen Konzerns. Der Überbrückungskredit soll eine Laufzeit von etwa zwölf Monaten haben, vier Banken, darunter JPMorgan Chase, sollen ihn zeichnen. Die Verhandlungen laufen noch.

SoftBank-Gründer Masayoshi Son setzt massiv auf KI: Neben den 30 Milliarden Dollar für OpenAI hat der Konzern bereits über 30 Milliarden in das Startup gesteckt und hielt Ende Dezember rund elf Prozent der Anteile. Dafür wurden unter anderem Nvidia-Aktien verkauft.

Insgesamt haben OpenAI-Partner laut Financial Times rund 96 Milliarden Dollar Schulden angehäuft. Die fünf großen Tech-Konzerne nahmen laut Bank of America 121 Milliarden Dollar an neuen Schulden auf – das Vierfache des Üblichen. Die Bank of England warnte Ende 2025 vor wachsenden Risiken, da bisher nur drei Prozent der Verbraucher für KI-Dienste zahlen.

Read full article about: OpenAI integriert ChatGPT direkt als Add-in in Microsoft Excel

OpenAI bringt ChatGPT als Add-in direkt in Microsoft Excel. Die Beta-Version namens "ChatGPT for Excel" ermöglicht es, Tabellen per Texteingabe zu erstellen, zu bearbeiten und zu analysieren. Das Tool wird vom neuen Modell GPT-5.4 angetrieben, das laut OpenAI speziell für Finanzaufgaben wie Modellierung, Szenarioanalysen und Datenauswertung optimiert ist.

ChatGPT als Add-in in Microsoft Excel: Links eine Bilanz mit Finanzdaten von 2020 bis 2023, rechts das ChatGPT-Panel, das auf eine Frage zur Cashflow-Analyse antwortet und Änderungen direkt im Arbeitsblatt vornimmt. | Bild: OpenAI

OpenAI testete die eigenen Modelle und Opus 4.6 in einem internen Benchmark für diesen Use Case, der reale Investment-Banking-Aufgaben wie das Erstellen eines Three-Statement-Modells mit korrekter Formatierung und Quellenangaben bewerten soll.

Modell Average Score (higher is better)
GPT-5 0,437
GPT-5.2 Thinking 0,684
GPT-5.2 Pro 0,717
GPT-5.4 Thinking 0,873
Opus 4.6 0,641

Zudem führt OpenAI Finanzdaten-Anbindungen für Anbieter wie FactSet, Moody's, S&P Global und LSEG ein. ChatGPT for Excel ist zunächst in den USA, Kanada und Australien für Business-, Enterprise-, Pro- und Plus-Nutzer verfügbar. Eine Version für Google Sheets soll folgen.

Read full article about: KI-Adoption steigt rasant: Claude verzeichnet massives Nutzerwachstum

Mehr als eine Million Menschen melden sich täglich für Claude an, den KI-Chatbot von Anthropic. Das gab Mike Krieger bei X bekannt. Instagram-Mitgründer Krieger ist seit 2024 bei Anthropic tätig, zuerst als Chief Product Officer, heute im KI-Labor für neue Experimente.

Anthropic

Das Wachstum dürfte mehrere Gründe haben. Zum einen profitiert Anthropic im kommerziellen Segment von der Debatte rund ums Pentagon, bei der das Unternehmen im Vergleich zu OpenAI als moralischer Sieger wahrgenommen wird.

Zum anderen steigt die KI-Adoption insgesamt: Seit Oktober 2025 soll sich der Jahresumsatz bei beiden Unternehmen etwa verdoppelt haben – bei OpenAI von 13 auf 25 Milliarden US-Dollar, bei Anthropic von 7 auf 19 Milliarden US-Dollar. Diesen Umsätzen stehen allerdings weiter massive Kosten und Verbindlichkeiten entgegen.

OpenAI stoppt Pläne für direkte Bezahlfunktion in ChatGPT vorerst

OpenAI wollte Millionen von Produkten direkt in ChatGPT verkaufen, doch nur rund ein Dutzend Händler machten mit. Nutzer recherchierten zwar Produkte im Chatbot, kauften dort aber nicht. Jetzt verlagert das Unternehmen seine Shopping-Pläne auf Apps von Partnern wie Instacart und Target.

Read full article about: Google erweitert KI-Suche mit "Canvas" um einen eigenen Arbeitsplatz

Google baut die KI-Chat-Suche zum Arbeitsplatz aus. Das Unternehmen hat die Funktion „Canvas" im sogenannten AI-Mode seiner Suche für alle Nutzer in den USA auf Englisch freigeschaltet. Canvas ist ein Arbeitsbereich innerhalb der Google-Chat-Systeme, in dem Nutzer Projekte und Pläne über längere Zeit organisieren können. ChatGPT und Claude bieten eine ähnliche Funktion.

Neu hinzugekommen ist die Unterstützung für kreatives Schreiben und Programmieraufgaben. Nutzer können Dokumente erstellen oder eigene interaktive Werkzeuge und Dashboards direkt in der Suche bauen. Dazu beschreibt man im AI-Mode einfach, was man braucht. Google liefert dann einen funktionierenden Prototyp, der aktuelle Informationen aus dem Web und Googles Knowledge Graph zusammenführt. Ergebnisse lassen sich testen, der Code einsehen und per Chat verfeinern. Die Funktion ist unter google.com/ai in den USA erreichbar.

Mit Canvas ähnelt der AI-Mode immer stärker der Gemini-App. Google scheint seine Chat-Angebote schrittweise zusammenzuführen und verwischt dabei die Grenze zwischen Suche und vollwertigem KI-Assistenten. Perspektivisch könnten AI-Mode und Gemini zu einem einzigen Produkt verschmelzen: Googles direkte Antwort auf ChatGPT.

Read full article about: Massenkündigung bei Alibaba: Kernteam hinter Qwen verlässt das Unternehmen

Alibabas KI-Chefentwickler Junyang Lin hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Lin war der leitende Forscher hinter Alibabas Qwen-Modellreihe und trieb die Open-Source-Strategie des Unternehmens voran. Laut dem chinesischen Technikportal 36Kr folgten weitere Kernmitglieder des Teams, darunter Binyuan Hui (Qwen-Coder), Bowen Yu (Post-Training) und Kaixin Li (Qwen 3.5/VL). Auch viele junge Forscher hätten am selben Tag gekündigt. Auslöser soll eine interne Umstrukturierung gewesen sein, bei der ein von Googles Gemini-Team abgeworbener Forscher die Leitung über Qwen übernehmen sollte.

Alibaba-CEO Eddie Wu akzeptierte Lins Rücktritt und kündigte eine neue "Foundation Model Task Force" an, die er gemeinsam mit CTO Zeming Wu und Jingren Zhou leiten wird, berichtet The Information. Alibaba wolle weiter auf Open Source setzen und die KI-Investitionen erhöhen. Wu schrieb in einem Memo an das Team: "Stillstand bedeutet Rückschritt. Die Weiterentwicklung von Grundlagenmodellen ist eine zentrale strategische Priorität für unsere Zukunft."