Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
Anthropics KI-Assistent Cowork ist nach macOS jetzt auch für Windows verfügbar. Laut dem offiziellen Claude-Account auf X bietet die Windows-Version den vollen Funktionsumfang der MacOS-Version: Dateizugriff, mehrstufige Aufgabenausführung, Plugins und MCP-Konnektoren (Schnittstellen zur Anbindung externer Dienste). Zusätzlich können Nutzer nun globale und ordnerspezifische Anweisungen festlegen, die Claude in jede Sitzung übernimmt.
Cowork auf Windows befindet sich in der Research Preview, einer frühen Testphase. Die Funktion steht allen zahlenden Claude-Abonnenten unter claude.com/cowork zur Verfügung.
Wer das System installiert und ihm Zugriff auf eigene Dateien und insbesondere datenschutzrelevante oder private Daten gibt, sollte sich der Cybersecurity-Risiken bewusst sein: Generative KI kann unter anderem durch sogenannte gegnerische Prompts (Prompt Injections) leicht gehackt werden. So geschah es auch Cowork kurze Zeit nach dem Launch.
Elon Musks KI-Unternehmen xAI verliert die Hälfte seiner Mitgründer
Innerhalb kurzer Zeit verliert Elon Musks KI-Startup xAI die Hälfte seiner Gründer. Sie alle loben das Team, die Zukunftsaussichten und bedanken sich bei Musk. Warum gehen sie trotzdem?
OpenAI hat Deep Research in ChatGPT verbessert. Die Funktion wird ab sofort mit dem neuen Modell GPT-5.2 betrieben, wie OpenAI auf X mitteilte. Neu ist, dass Nutzer Apps in ChatGPT anbinden und, das könnte sehr nützlich sein, gezielt bestimmte Webseiten durchsuchen können. Außerdem lässt sich der Fortschritt der Recherche in Echtzeit verfolgen, mit Rückfragen unterbrechen oder um neue Quellen ergänzen. Ergebnisse können nun als Vollbildberichte angezeigt werden.
Bisher lief das 2025 eingeführte Deep Research auf Basis von o3- und o4-mini-Modellen. Deep Research gilt als erster "KI-Agent" in ChatGPT, da das System anhand der Nutzeranfrage eigenständig mehrstufige Websuchen startet, bevor es antwortet. Allerdings schützt auch die Websuche nicht vor Fehlern generativer KI und je länger die erzeugten Texte, desto höher das Fehlerrisiko. Gezielte Suchanfragen mit Reasoning-Modellen sind im Alltag oft zuverlässiger.
Isomorphic Labs, das KI-Medizin-Start-up von Google Deepmind, hat ein neues System namens "Isomorphic Labs Drug Design Engine" (IsoDDE) vorgestellt, das AlphaFold 3 übertreffen soll. Laut dem Unternehmen verdoppelt IsoDDE die Genauigkeit von AlphaFold 3 bei der Vorhersage von Protein-Ligand-Strukturen, die sich stark von den Trainingsdaten unterscheiden.
IsoDDE übertrifft laut Isomorphic Labs bei Strukturvorhersage, Erkennung von Bindungstaschen und Vorhersage der Bindungsstärke alle bisherigen Vergleichsmethoden. | Bild: Isomorphic Labs
IsoDDE kann zudem vorhersagen, wie stark ein Wirkstoff an sein Ziel bindet, und bisher unbekannte Andockstellen auf Proteinen finden, allein aus deren Bauplan. Das System soll in Sekunden Ergebnisse liefern, die fast so gut sind wie Laborexperimente. Das könnte neue Ansatzpunkte für Wirkstoffe sichtbar machen und die Vorauswahl am Computer deutlich beschleunigen.
Jetzt geht Mrinank Sharma, Leiter des Safeguards Research Teams – zuständig für die Sicherheit von KI-Modellen – und deutet in seiner Verabschiedung an, dass sich Anthropic von seinen Werten entfernt hat.
Ich habe immer wieder gesehen, wie schwer es ist, unsere Werte unser Handeln bestimmen zu lassen. Innerhalb der Organisation stehen wir ständig unter Druck, das Wichtigste beiseitezuschieben.
Das Gemini-basierte Google Translate lässt sich mit Worten hacken. Nutzer können über sogenannte Prompt Injection, also eingeschleuste Anweisungen in natürlicher Sprache, das dahinterliegende Sprachmodell direkt ansprechen, statt nur Übersetzungen zu erhalten. Entdeckt wurde der Trick von einem Tumblr-Nutzer (via LessWrong). Die Methode funktioniert, indem man eine Frage in einer Fremdsprache wie Chinesisch eingibt und darunter eine englische Meta-Anweisung anfügt. Google Translate beantwortet dann die Frage, statt den Text zu übersetzen.
Der LLM-Hacker "Pliny the Liberator" zeigte auf X, dass sich so sogar gefährliche Inhalte wie Anleitungen für Drogen oder Schadsoftware erzeugen lassen.
OpenAI startet in den USA mit ChatGPT-Werbung. Der Test gilt für eingeloggte erwachsene Nutzer der kostenlosen und der "Go"-Stufe. Plus, Pro, Business, Enterprise und Education bleiben werbefrei. Alternativ kann man auch im Free-Tarif auf Werbung verzichten, erhält dann aber weniger tägliche Nachrichten.
OpenAI begründet den Schritt mit hohen Infrastrukturkosten. Werbung beeinflusse die Antworten nicht, Gespräche blieben privat. Welche Anzeige erscheint, hängt vom Gesprächsthema, früheren Chats und Interaktionen ab.
Unter-18-Jährige sehen keine Werbung, ebenso wenig werden Anzeigen bei sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik angezeigt. Nutzer können Anzeigen ausblenden, Werbedaten löschen und Personalisierung anpassen. Werbetreibende erhalten zusammengefasste Statistiken zu ihrer Werbung, keinen Zugang zu Chats oder persönlichen Daten.
Was immer gelten wird: Die Antworten von ChatGPT bleiben unabhängig und unvoreingenommen, Gespräche bleiben privat und die Nutzer behalten die volle Kontrolle über ihr Erlebnis.